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Frank Schmidt, Trainer des Zweitligisten 1. FC Heidenheim, ist der dienstälteste Coach im deutschen Profifußball. Der 47-Jährige weiß um die Schwierigkeit, eine Balance zwischen kurzlebigen Trends und bleibenden Werten hinzubekommen.

Frank Schmidt macht einen entspannten Eindruck, als er am Sonntag Abend Gesprächsgast in der Sendung "SWR Sport BW" ist. Der Trainer von Zweitligist Heidenheim nimmt sich Zeit, mit Moderator Michael Antwerpes über die aktuellen Fußballthemen zu plaudern. Angesichts des 2:0-Erfolgs des VfB Stuttgart im Bundesligaduell gegen 1899 Hoffenheim ist der Trainer davon überzeugt, dass der Aufsteiger den Klassenerhalt schon bald schaffen wird. Seiner Meinung nach sei dies alles andere als ein Zufallsprodukt: "Da wurde mit Weitblick gearbeitet." Vor allem die Arbeit von Sportdirektor Sven Mislintat sei hervorzuheben. Der wisse genau, welche Spielerverpflichtungen erfolgsversprechend seien. Auch die Form von Saša Kalajdžić, nach seiner langen Verletzungspause sei beeindruckend: "Solche Spieler braucht man."

"Der VfB spielt unbekümmert, mit viel Tempo und hat eine junge Mannschaft, die sehr gut spielt. Sie stehen deswegen zurecht kurz vorm Klassenerhalt."

FCH-Trainer Frank Schmidt

Schmidt über Löw: Entscheidung zeugt von Größe

Während der VfB seine Position in der Bundesliga halten möchte, hat sich Bundestrainer Joachim Löw dazu entschieden, seinen Posten nach der EM im Sommer freiwillig aufzugeben. Den angekündigten Rückzug Löws kommentiert Schmidt mit Anerkennung. Es gebe immer wieder Leute, die mit der Arbeit eines Trainers nicht zufrieden seien, das erlebe er als Zweitligatrainer genauso, wie auch der Nationaltrainer. Die kommende EM noch mitzumachen und, bevor "dann die Diskussion wieder losgeht", den Rücktritt zu erklären, "zeugt auch von Größe, diese Entscheidung zu treffen."

"Wir stehen für etwas, wir haben eine Identität"

Eine Charaktereigenschaft, die sich auch Schmidt in seiner Arbeit als Cheftrainer auf die Fahnen schreibt. Neben dem sportlichen Erfolg sieht er die Identifikation und die Authentizität von Trainern und Spielern als wichtiges Ziel an. Als dienstältester Profi-Trainer Deutschlands (seit 14 Jahren ist er Cheftrainer beim FCH) scheint Schmidt mit dieser Einstellung gut zu fahren.

"Am Ende geht es im Profifußball um Sieg oder Niederlage. Aber eben auch um Identifikation und einen Wiedererkennungswert. Das ist genauso wichtig, wie Erfolg zu haben."

FCH-Trainer Frank Schmidt

Trotzdem ist es nicht immer leicht, bei den Entwicklungen im Profifußball die richtige Balance zwischen notwendiger Anpassung und dem Beibehalten der eigenen Werte zu finden. Schmidt möchte in dieser Hinsicht "aufmerksam sein" sowie aktuelle Entwicklungen und Veränderungen im Trainerteam beobachten und bewerten. Gleichzeitig "müsse man nicht auf jeden Trend aufspringen".

Aufstiegschancen in die erste Bundesliga?

Heidenheim steht aktuell auf dem siebten Platz in der zweiten Fußball-Bundesliga. Die Aufstiegsplätze sind für Schmidt nicht außer Reichweite. Auf die Frage, ob er den Schritt in die erste Liga für möglich hält, gibt er sich kämpferisch: "Wir sind ehrgeizig und beschränken uns vom Kopf nicht. Deswegen versuchen wir, so maximal erfolgreich wie möglich zu sein."

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