Der FC Heidenheim bejubelt die Tabellenführung (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | 2. Bundesliga

Dank Dauertrainer Frank Schmidt: Der 1.FC Heidenheim für einen Tag Spitze!

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Kersten Eichhorn

Mit dem 2:1-Heimerfolg im Top-Spiel gegen Fortuna Düsseldorf übernahm der 1.FC Heidenheim am Freitagabend für einen Tag die Tabellenführung in der 2. Bundesliga. Das ist auch ein Verdienst von Frank Schmidt, seit 15 Jahren Trainer der Schwaben.

Es waren beeindruckende Bilder voller Emotionalität. Nach dem Schlusspfiff zog die rotgekleidete Heidenheimer Karawane mit Spielern und Trainerteam einmal rund ums Spielfeld. Klatschend, winkend, jubelnd vorbei an allen Tribünen mit den knapp 10.000 begeisterten Fans.

Und mittendrin der Trainer, Frank Schmidt, mit leuchtenden Augen. "Wir haben vor dem Spiel viel über Emotionen gesprochen, die wir heute entfachen wollten", so der Trainer im Gespräch mit SWR Sport, "Flutlichtspiel, Stadion gut gefüllt, dann das Siegtor kurz vor Schluss, dafür arbeitet man, dafür trainiert man. Am Ende ist es perfekt für uns gelaufen".

Tim Kleindiensts Siegtreffer kurz vor dem Ende

Nur noch drei Minuten waren auf der Spieluhr zu absolvieren, als Torjäger Tim Kleindienst nach 87 heiß umkämpften Minuten doch noch zum 2:1-Triumph gegen starke Düsseldorfer traf und die kleine, aber unglaublich stimmungsvolle Heidenheimer Arena beinahe zum explodieren brachte. Es hörte und fühlte sich an wie nach einer gewonnenen Meisterschaft. In diesem Moment hatte der FCH nicht nur gewonnen und nach sieben Spielen satte 14 Punkte erobert, sondern über Nacht die Tabellenführung in der 2. Bundesliga übernommen. Bis zum Sieg der Paderborner am Samstag gegen Magdeburg.

Ein Sieg und ein Tor des Willens

Und das 2:1 war darüber hinaus auch noch ein typisches Heidenheim-Tor. Ein Treffer der Willensstärke. "Der Ball ist vorher schon ein-, zweimal abgefälscht und mit der schlechtesten Position geht Tim Kleindienst nochmal hinterher und knallt das Ding unter die Latte. Wenn das kein Wille ist, dann gibt`s das im Fußball überhaupt nicht", schwärmte Trainer Schmidt über den erzwungen-erkämpften Siegtreffer seines großgewachsenen Stürmers, der schon letzte Woche das späte 2:2 in Darmstadt erzielt hatte.

"Da schaltet man nochmal alle Reserven frei, den Ball über die Linie zu drücken und den Sieg über die Zeit zu bringen", freute sich Torschütze Kleindienst, "da passiert einfach etwas im Kopf bei uns. Wir machen so lange weiter, bis wirklich Schluss ist. Wir sind einfach ein Team, auch wenn wir nicht immer den besten Fußball spielen. Aber der Wille zeichnet uns einfach aus".

Trotz namhafter Abgänge - Heidenheim ist wieder top

Trotz der namhaften Abgänge der drei Leistungsträger Tobias Mohr (zu Schalke 04), Oliver Hüsing (nach Bielefeld) und Robert Leipertz (zum SC Paderborn) hat es Dauertrainer Frank Schmidt einmal mehr geschafft, seiner Heidenheimer Mannschaft die ureigenen und bekannten Stärken zu übertragen: Kampf, Einsatz, Laufstärke, Moral, Wille.

Aber: Der FCH konnte in dieser Saison auch sein Fußballspiel verfeinern. Bestes Beispiel: Auch hier der Siegtreffer zum 2:1, als Mittelfeld-Ankurbler Jan Schöppner mit einem phantastischen Pass auf die freie linke Außenbahn erst die Flanke von Jonas Föhrenbach zum erfolgreichen Torschuss von Tim Kleindienst eröffnete. "Da brauchst du einfach nochmal die eine Aktion. Und eben den Willen", so Schmidt, der mit Jan-Niklas Beste, Adrian Beck und Lennard Maloney gleich drei Neuzugänge in die aktuelle Startelf integrieren konnte.

Am 17. September 15 Jahre Frank Schmidt beim FCH

Apropos Frank Schmidt: In ein paar Tagen, am 17. September, feiert er sein "Fünfzehnjähriges". Dann ist der gebürtige Heidenheimer genau 15 Jahre Cheftrainer beim FCH - eine unfassbar lange Zeit im Profifußball. Und eine Zeit voller Erfolge. Von der Oberliga bis zur kurzzeitigen Tabellenführung in der 2. Liga. Und wer Frank Schmidt am Freitagabend mit all seinen Emotionen auf und neben dem Spielfeld beobachtete, der konnte unschwer feststellen, dass dieser inzwischen 48-Jährige Fußballlehrer nichts von seiner Vitalität und seinem Ehrgeiz verloren hat.

Tim Kleindienst über Frank Schmidt: "Einfach ein Typ"

"Er ist einfach ein Typ", beschreibt Torjäger Tim Kleindienst seinen Coach, "er lebt den Fußball und das Trainersein. Es macht Spass mit ihm zusammenzuarbeiten. Frank Schmidt bekommt es immer wieder hin, dass seit 15 Jahren in Heidenheim eine Mannschaft auf dem Platz steht, die funktioniert".

Sieg und Spitzenreiter, eine tolle Momentaufnahme am Freitagabend: "Heute hab` ich mich richtig gefreut", gestand Frank Schmidt nach Spielende, "auch wenn man es vielleicht von außen nicht so gesehen hat". Am Samstag, so Schmidt, "ist Autogrammstunde mit der ganzen Mannschaft in der Stadt, und das geht besser mit einem Sieg als mit einem Punkt oder einer Niederlage".

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