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Zwei Niederlagen in Folge, Tabellenplatz sieben, acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Anfang April war der 1. FC Heidenheim von einem möglichen Bundesligaaufstieg noch weit entfernt. Doch das Blatt hat sich gewendet.

Geöffneter Kapuzenpullover, lockere Körperhaltung, Lächeln im Gesicht. Heidenheims Trainer Frank Schmidt wirkt auf der Pressekonferenz vor dem kommenden Spiel gegen den Tabellenführer VfL Bochum sichtlich entspannt. Doch sobald er die Fragen der Journalisten beantwortet, ändert sich sein lockerer Gesichtsausdruck. Dann wird der Blick fokussiert und die Stimme kräftig.

Nach zuletzt drei Siegen in Folge ist der Ehrgeiz in jedem Satz spürbar. Bis auf das kleinste Detail ist der kommende Gegner analysiert. Die Antworten sind präzise und selbstbewusst. Diese Einstellung fordert er auch von seiner Mannschaft. Um die Siegesserie gegen den VfL Bochum fortzusetzen, sei es wichtig, körperbetont zu verteidigen und die richtige Einstellung an den Tag zu legen. Dafür brauche es Emotionalität, nicht nur vom Trainer, sondern auch innerhalb der Mannschaft.

Druck auf die Konkurrenz erhöhen

Angesichts der Tabellensituation könnte das Spiel am Mittwochabend richtungsweisend sein. Durch die kleine Siegesserie liegen die Heidenheimer nur noch zwei Punkte hinter dem kriselnden Hamburger SV. Bis zu Greuther Fürth auf Tabellenplatz zwei sind es nur drei Punkte. Zwar haben beide Mannschaften ein Spiel weniger, doch ein Sieg würde den Druck auf die Konkurrenz erhöhen.

Den Schlüssel dafür sieht Schmidt in der Defensivleistung seiner Mannschaft. In den vergangenen vier Spielen kassierten die Heidenheimer nur zwei Gegentore. Zudem war der 3:0-Auswärtserfolg am vergangenen Wochenende bei Jahn Regensburg in dieser Saison bereits das zehnte Spiel ohne Gegentor. Für den Trainer ist daher "eine stabile Defensive entscheidend, zumal Bochum in der Offensive eine Mannschaft mit enormer Qualität ist".

Auswärtssieg könnte eine kleine Vorentscheidung sein

In den vergangenen Wochen konnten sich die Gäste aus Bochum im Aufstiegsrennen etwas Luft verschaffen und führen mit sechs Punkten Vorsprung die Tabelle an. Das Spiel gegen Heidenheim ist für die Mannschaft von Trainer Thomas Reis in dieser Saison der letzte Vergleich mit einer Top-Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte. Ein Auswärtssieg könnte daher ein großer Schritt in Richtung Bundesligaaufstieg sein.

"Wenn man uns den kleinen Finger reicht, dann nehmen wir auch gerne die Hand."

Frank Schmidt über die Einstellung seiner Mannschaft

Einen Bochumer Sieg wollen die Heidenheimer unbedingt verhindern. Schmidt verweist zwar auf die enorme Qualität rund um die Top-Scorer Simon Zoller und Robert Zulj, dennoch sei Bochum nicht unberechenbar.

Viele Relegationsverlierer stürzen ab

Dass sich die Heidenheimer nach dem letztjährigen Scheitern in der Relegation in dieser Saison zu einer solchen Top-Mannschaft entwickeln würden, war nicht abzusehen. Viele der Zweitligisten, die in den vergangenen Jahren in der Relegation unterlagen, stürzten im Folgejahr ab. Auch den Heidenheimern drohte zu Saisonbeginn eine sportliche Talfahrt. Nach den Abgängen der Leistungsträger Niklas Dorsch, Sebastian Griesbeck und Tim Kleindienst kam die Mannschaft nur schleppend in die neue Spielzeit.

Nach sechs Spieltagen standen gerade mal fünf Punkte auf der Habenseite. Das Resultat: Platz 16, elf Punkte Rückstand zur Tabellenspitze. Doch im Laufe der Hinrunde und vor allem mit Beginn der Rückrunde kamen die Heidenheimer besser in Fahrt, sind in der Rückrundentabelle die viertbeste Mannschaft. Großen Anteil daran hat der Torjäger Tim Kleindienst. Der 25-Jährige wurde im Winter aus Gent zurückgeholt und erzielte in der Rückrunde bereits neun Tore.

Persönliches Duell an der Seitenlinie

Für Trainer Schmidt kommt es an der Seitenlinie auch noch zu einem persönlichen Duell. Mit dem VfL-Trainer Thomas Reis spielte er gemeinsam für die Junioren-Nationalmannschaft. Die beiden seien laut Schmidt damals enge Freunde gewesen.

Danach trennten sich zwar die Wege, doch die Wertschätzung ist geblieben. Laut Schmidt seien die beiden menschlich auf einer Wellenlänge. Inwieweit sich auch die sportlich Wellenlängen ähneln, wird sich morgen Abend zeigen. Anpfiff ist um 18:30.

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