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Nur ein Tor fehlte Heidenheim im Sommer zum erstmaligen Bundesliga-Aufstieg. Nun fehlen die Ergebnisse. Personellen Aderlass ist der FCH gewohnt, doch diesmal kann er diesen bislang nicht kompensieren.

Der 6. Juli war ein trauriger Tag für den 1. FC Heidenheim. Für Trainer Frank Schmidt, seine Mannschaft und eine ganze Region war ein "Lebenstraum" zerplatzt. So beschrieb der 46-Jährige die vielleicht einmalige Möglichkeit des möglichen Bundesliga-Aufstiegs nach dem 2:2 gegen Werder Bremen (Hinspiel 0:0). Auf den Tag genau vier Monate später, am 6. November, ist der Neuanfang inklusive neuem Anlauf Richtung Bundesliga missglückt.

Schlüsselspiel gegen Tabellenschlusslicht Würzburg

Tabellenrang 16, nur fünf Punkte nach sechs Spielen, das ist die magere Bilanz des FCH vor dem wichtigen Freitagsspiel gegen Würzburg (18.30 Uhr). "Wir befinden uns fraglos in einer sehr herausfordernden Situation", machte der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald den Ernst der Lage klar.

Den Ausverkauf bislang nicht kompensiert - im Vergleich zum letzten Jahr

Die Gründe, warum sich Heidenheim in den Untiefen der Tabelle wiederfindet, liegen auf der Hand: Aderlass - mal wieder. Nachdem im Jahr zuvor schon Leistungsträger wie Robert Glatzel, Nikola Dovedan oder Robert Andrich den FCH verließen, war der Verlust in diesem Sommer vermutlich noch schlimmer: Mittelfeld-Regisseur Niklas Dorsch und Torgarant Tim Kleindienst zog es nach Belgien zum Europa-League-Starter KAA Gent, Abräumer Sebastian Griesbeck schnuppert Bundesliga-Luft bei Union Berlin, Timo Beermann wechselte in die alte Heimat nach Osnabrück und Arne Feick steht für Gegner Würzburg auf dem Feld.

Mal wieder Ausverkauf beim FCH. Der Unterschied: letztes Jahr konnte Heidenheim das Ganze kompensieren, bislang eben nicht. Auch namhaftere Neuzugänge wie Christian Kühlwetter, Florian Pick (1. FC Kaiserslautern), Andreas Geipl (Regensburg) oder Dzenis Burnic (BVB II) überzeugen noch nicht durch die Bank.

Auch die vernünftig wirtschaftenden Schwaben plagt Corona finanziell

Zudem plagt die Corona-Krise den Klub: "Wir befinden uns seit Beginn der Corona-Pandemie im Krisenmodus. Durch die derzeitigen Maßnahmen entstehen uns deutliche Einbußen in den Bereichen Ticketing, Hospitality, Merchandising und Catering", beklagt Sanwald die derzeitige Situation.

Gefährliche Parallele: der KSC als warnendes Beispiel

Als warnendes Beispiel dürfte den Heidenheimern der Karlsruher SC dienen. 2014/2015 verpassten die Badener wegen des berühmten Freistoß-Tors des HSV im Wildpark den Bundesliga-Aufstieg. Zwei Jahre später stieg der Traditionsklub zum zweiten Mal in seiner Geschichte in die 3. Liga ab. Soweit ist der 1. FC Heidenheim noch lange nicht, auch weil es noch früh in der Saison ist.

Die Hoffnung liegt nicht nur darin, dass Gegner Würzburg bislang nur einen Punkt sammeln konnte, sondern auch im Heimspiel: Alle fünf Punkte konnten die Heidenheimer bislang zuhause sammeln.

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