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Nur Thomas Müller kann ihm das Wasser reichen: Marc Schnatterer ist, genau wie der Bayern-Star, seit über 12 Jahren als Profi bei seinem Verein. Nächste Woche wird Schnatterer 35 Jahre alt, müde ist er noch keineswegs. "Ich brauche keinen, der mit dem Feuerzeug kommt, damit der Ofen weiter brennt; der brennt von alleine noch", sagt der Kapitän des 1. FC Heidenheim in "Steil! - Der SWR Fußball-Podcast".

Seit 2008 spielt der gebürtige Heilbronner in Heidenheim. 436 Spiele hat er in dieser Zeit für den 1. FCH gemacht, dabei zwei Aufstiege und vier Landespokalsiege gefeiert. In dieser Saison pendelt Schnatterer bislang zwischen Startelf und Ersatzbank, doch auch mit dieser Rolle hat sich der Kapitän angefreundet.

Im hohen Fußball-Alter eine neue Rolle

"Natürlich möchte man spielen, aber man weiß, es sind viele Spieler da, die die Zukunft des Vereins, die Zukunft des Fußballs sind", sagt Schnatterer. Diese Spieler bräuchten ihre Einsätze und sich selbst muss Schnatterer mit fast 35 Jahren eingestehen, "dass man auch nicht mehr jedes Spiel über 90 Minuten machen kann".

Intensiver Austausch mit Coach Frank Schmidt

Auch als Teilzeitkraft spürt Schnatterer weiter das Vertrauen und die Wertschätzung seines Trainers Frank Schmidt, mit dem Schnatterer nach zwölfeinhalb Jahren Zusammenarbeit eine Freundschaft verbindet. "Ich würde schon sagen wir verstehen uns blind", sagt der Offensivspieler: "Ich weiß wenn er nicht so gut drauf ist und wann man auch ein paar Späße machen kann." Schnatterer schätzt an seinem Coach vor allem die Loyalität und den intensiven Austausch über den Fußball. 

"Die Ehe durchziehen"

An einen Abschied aus Heidenheim hat Schnatterer nie konkret gedacht. Es habe zwar einige lose Anfragen gegeben über die Jahre, aber er habe nie die absolute Entschlossenheit von anderen Vereinen gespürt, ihn holen zu wollen. "Wahrscheinlich haben viele auch gedacht, der ist mit Heidenheim eh verheiratet, der geht da nie weg. Und wenn das so ist, dann war für mich auch klar, dann muss ich die Ehe auch durchziehen", so Schnatterer. 

Diese Ehe soll jetzt noch möglich lange halten für den "Totti von der Ostalb". Den Spitznamen, der ihm in Heidenheim verpasst wurde, in Anlehnung an Weltstar Francesco Totti, der 24 Jahre lang Profi-Fußball für den AS Rom gespielt hatte, sei für ihn eine Ehre.

Für Schnatterer "spiegelt das vielleicht ein bisschen was von mir wieder, eine Stufe weiter unten oder eher drei Stufen weiter unten". Sein Vertrag läuft im nächsten Jahr aus, aber Stand jetzt habe er noch Lust weiterzumachen. In Heidenheim will er auf jeden Fall bleiben. Mit Vereinsboss Holger Sanwald sei abgesprochen, dass Schnatterer auch nach der Karriere im Verein bleiben soll.

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