Saisonkader 1. FC Heidenheim 20192020 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | 2. Bundesliga Der 1. FC Heidenheim im Teamcheck: Neue Reizpunkte setzen

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Nach einer starken Saison 2018/19 und Rang fünf möchte der 1. FC Heidenheim in der kommenden Spielzeit an dem Erfolg der vergangenen Saison anknüpfen.

So lief die vergangene Saison

In der vergangenen Saison war der 1. FC Heidenheim eines der Überraschungsteams der 2. Bundesliga. Das Team von Trainer Frank Schmidt erreichte mit Platz fünf die bislang höchste Platzierung der eigenen Zweitligahistorie. 55 Punkte, das kann sich sehen lassen: Am Ende fehlten sogar nur zwei Punkte zum direkten Aufstiegsplatz.

Nach der mittelmäßigen Saison 2017/18, die der 1. FCH auf dem 13. Tabellenplatz (42 Punkte) beendete, war der fünfte Platz in der vergangenen Saison ein super Resultat. Ein Erfolgsrezept: Die treffsichere Offensive. Mit 55 Toren schossen die Heidenheimer die meisten Treffer in ihrer Zweitligahistorie. Bester Schütze war Robert Glatzel mit 13 Treffern vor Kapitän Marc Schnatterer (zehn Tore) und Nikola Dovedan sowie Denis Thomalla (je acht Tore). Doch auch die Defensive zeigte sich geschlossen und ließ elf Tore weniger zu als in der Vorsaison. Dabei blieben die Württemberger jedoch sportlich: Der FCH wurde in der abgelaufenen Saison zur fairsten Mannschaft der 2. Bundesliga gekürt.

Wer kommt, wer geht

In der neuen Spielzeit werden die Heidenheimer ihren Torjäger Dovedan (1. FC Nürnberg) vermissen. Auch Mittelfeldspieler Robert Andrich (1. FC Union Berlin), der in der letzten Saison vier Tore beisteuerte, verlässt das Team, ebenso wie Matthias Köbbing (FC 08 Homburg) und Tim Skarke (SV Darmstadt 98). Für eine längere Zeit fällt zusätzlich Mittelfeldspieler Maximilian Thiel aus, der sich im Testspiel bei der TSG Ehingen einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Besonders viele Zugänge hat der FCH bisher noch nicht vermeldet. Lediglich Innenverteidiger Oliver Hüsing (Hansa Rostock), Linksverteidiger Jonas Föhrenbach (SC Freiburg) und Mittelstürmer David Otto (TSG Hoffenheim) wurden verpflichtet. Zuletzt wurde außerdem Merveille Biankadi (Hansa Rostock) als Rekordeinkauf für das linke Mittelfeld geholt. Frisches Blut kommt aus den eigenen Reihen durch Kevin Ibrahim, Diant Ramaj, Andrew Owusu und Jonas Brändle, die allesamt aus der A-Jugend in den Profikader hochgezogen werden. Außerdem kehrt Kolja Pusch (Admira Wacker) von seiner Leihe zurück.

Fußball | 2. Bundesliga 1. FC Heidenheim: Neuzugänge der Saison 2019/20

Neuzugänge des 1. FC Heidenheim 201920 (Foto: Imago, Imago)
Obere Reihe (v.l.n.r.): Trainer Frank Schmidt, Oliver Hüsing, Kevin Ibrahim, Diant Ramaj (beide Torhüter aus der eigenen Jugend). Untere Reihe (v.l.n.r.): Jonas Föhrenbach, Jonas Brändle, Andrew Owusu (beide aus der eigenen Jugend), David Otto. Es fehlt: Merveille Biankadi Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Oliver Hüsing (26), Innenverteidiger, kommt ablösefrei von Hansa Rostock und erhält einen Vertrag bis 2022 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Jonas Föhrenbach (23), Linker Verteidiger, wechselt für 500.000 Euro vom SC Freiburg nach Heidenheim und hat einen Vertrag bis 2023 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Merveille Biankadi (24), Linkes Mittelfeld, von Hansa Rostock ist mit einer kolportierten Ablöse von 750.000 Euro der Rekordzugang in Heidenheim. Sein Vertrag läuft bis 2023 Bild in Detailansicht öffnen
David Otto (20), Mittelstürmer, wird bis 2021 von der TSG Hoffenheim ausgeliehen Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Trainer

Seit über einem Jahrzehnt steht Coach Schmidt bereits beim 1. FCH an der Seitenlinie und ist dabei gemeinsam mit Fanliebling Schnatterer zum Gesicht des Vereins geworden. Der 45-jährige gebürtige Heidenheimer stand durch die vorletzte Saison in der Kritik und musste erkennen, dass es für den Klub nicht nur nach oben geht. Trotz allem hielt er an seiner Mannschaft fest und wurde schließlich mit dem Klassenerhalt in Saison 2017/18 und Rang fünf in der vergangenen Saison für diese Entscheidung belohnt. Schmidt sortiere die damalige Mannschaft um und schaffte mit neuen Impulsen und Spielern den Umbruch, der zu einer erfolgreichen Saison 2018/19 führte. Nun gilt es diesen Erfolg zu festigen.

Erwartungen an die kommende Saison

In Heidenheim hat man vergangene Rückschläge aufgearbeitet und sich den Problemen gestellt. Dieses Jahr möchte sich die Mannschaft nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und "neue Reizpunkte setzten", sagt Trainer Schmidt. An die Leistung in der vergangenen Saison soll deshalb angeknüpft werden, damit das Spiel am Ball wieder sowohl "zu Hause als auch auswärts" gelingt. Dabei möchte der Trainer sein Team weiterentwickeln, flexibel bleiben und neue Räume besetzen.

Eines bleibt beim Alten: Die Einstellung der Mannschaft und des Trainers. Sie wollen nicht abheben, sondern sich absichern und "immer 100 Prozent geben", sagt Schmidt: "Zufriedenheit können wir gar nicht". Der FCH-Coach sieht die neu besetzte 2. Bundesliga als große Herausforderung an. Deshalb sollen alte Stärken weiterentwickelt und mit neuen Möglichkeiten bestückt werden. Dafür sei nach dem Trainer "alles ausgerichtet auf einen guten Start". Am 27.07 können die Heidenheimer im Saison-Auftakt ihre Weiterentwicklung im Spiel gegen den VfL Osnabrück unter Beweis stellen.

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