Heidenheim Trainer Frank Schmidt treibt seine Mannschaft an (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

2. Bundesliga | 1. FC Heidenheim Wenn Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim die Mücken rückwärts fliegen lässt

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Seit 2014 spielt der 1. FC Heidenheim in der 2. Liga. Ab und zu auch mal weiter vorne in der Tabelle. Zumeist aber nur kurz. Das hat sich aktuell unter Trainer Frank Schmidt geändert.

Ein Hauptmerkmal des Sternzeichens Steinbock ist der natürliche Drang, nach oben zu kommen. Und somit ist auch klar, wohin der im Januar geborene Frank Schmidt wirklich will. Das ist natürlich inoffiziell. Offiziell redet nicht nur der Trainer der Heidenheimer weiterhin vom Saisonziel, den Abstieg zu verhindern. Und das trotz Tabellenplatz sechs. Kein Wunder: Steinböcke sind nicht dafür bekannt, ihre Muskeln ohne Grund spielen zu lassen. Große Töne spucken sie schon gar nicht.

Bestes Profiteam

Stark ist der 1. FC Heidenheim dennoch. Die letzte Niederlage war das 1:5 gegen Paderborn am 25. November im vergangenen Jahr. Von den letzten 10 Pflichtspielen wurde keines verloren. Damit ist der FCH am längsten von allen 56 Teams im deutschen Profifußball ungeschlagen.

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Unangenehmer Gegner

Damit das auch noch eine Weile so bleibt, müssen die Heidenheimer nun im Heimspiel gegen Regensburg bestehen. Der Jahn spielt ein hohes Gegenpressing, hat vor diesem 24. Spieltag die meisten Auswärtstore geschossen. Heidenheim steht also vor einem 90-minütigen Stresstest. Kommt dazu, dass die Regensburger bisher alle drei Zweiligapartien gegen den Lieblingsgegner von der Schwäbischen Alb gewonnen haben.

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"Keine reine Umschaltmannschaft mehr"

Aber, der 1. FC Heidenheim hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. "Wir sind keine reine Umschaltmannschaft mehr," beschreibt Frank Schmidt den Lernprozess. Die einstmalige Kontermannschaft setzt zwar immer noch auf Geschwindigkeit, kombiniert sich mittlerweile aber auch gegen kompakte Teams zu Torchancen. Goalgetter Robert Glatzel weiss, wovon er spricht wenn er sagt. "Wir versuchen, weniger lange Bälle zu schlagen, sondern eher spielerische Lösungen zu finden."

Heidenheimer Heimstärke

Es fällt auf, dass Heidenheim nicht mehr nur vom oft genialen Marc Schnatterer abhängt. Leverkusen wurde im Pokal ohne den Kapitän geschlagen. Dafür spielt Nikola Dovedan die Gegner im Mittelfeld schwindlig, Robert Glatzel harmoniert glänzend mit Denis Thomalla in der Offensive und hinten hält die neuformierte Abwehrkette vor Torhüter Kevin Müller dicht. Sowohl im Tore verhindern als auch im Tore schießen gehört der FC Heidenheim zu den Top drei der Liga.

Von den elf Heimspielen wurden acht gewonnen. In den anstehenden Wochen kommen noch Spitzenteams wie Köln, Union Berlin und St. Pauli in die Voith-Arena.

Das Nicht-Thema Aufstieg

Nur zwei Punkte trennen Heidenheim vom Aufstiegs-Relegationsplatz. Frank Schmidt hat schon einmal andeutet, was im Aufstiegsfall in seiner Geburtsstadt passieren könnte. Es gäbe nämlich ein ausgelassene Feier, "dann lassen wir die Mücken rückwärts fliegen." Das sind starke Worte des Steinbocks Schmidt, dessen Freudensprünge dann wohl in die Geschichte der beschaulichen Stadt an der Brenz eingehen würden. Aber so weit wird es bekanntlich ja nicht kommen. Denn der 1. FC Heidenheim spielt ja nur gegen den Abstieg.

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