Stefan Schimmer und Tim Kleindienst (links in rot und blau) liegen sich in den Armen. Sie feiern den Sieg des 1. FC Heidenheim bei Arminia Bielefeld. (Foto: IMAGO, IMAGO / Ulrich Hufnagel)

Fußball | 2. Bundesliga

Kann sich Heidenheim im Aufstiegsrennen halten?

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Luis Manzi

Im Topspiel der 2. Bundesliga treffen der 1. FC Heidenheim und SV Darmstadt 98 aufeinander: Ein Spitzenspiel, das vor allem für Heidenheim richtungsweisend sein kann.

'Und täglich grüßt der 1. FC Heidenheim' - so, oder so ähnlich könnte der Filmtitel lauten, wenn man den Aufstiegskampf der 2. Bundesliga aus den vergangenen vier Jahren auf eine Kino-Leinwand projizieren würde. Eine Situation, die sich ständig wiederholt. In seiner neunten Zweitliga-Saison befindet sich der FCH erneut im Rennen um die Aufstiegsplätze für die Bundesliga. Der sensationelle Aufstieg gelang bisher zwar nicht, jedoch stehen die Heidenheimer in der Liga aktuell auf Platz drei und haben weiterhin gute Chancen in der kommenden Saison erstmals Bundesliga zu spielen.

Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga erwarten die Schwaben am Samstagabend (20:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) den Liga-Primus SV Darmstadt 98, der seit 21 Spielen ungeschlagen ist. Der Dritte gegen den Ersten: Viele überrascht die Platzierung der Heidenheimer. Lilien-Trainer Lieberknecht hingegen nicht: "Sie haben eine gute Basis, da ist alles gegeben. Das ist für mich eine Mannschaft, die da oben einfach hingehört."

Heidenheim

Fußball | 2. Bundesliga Der Aufstiegstraum lebt: Heidenheim bittet Darmstadt zum Topspiel

Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim erwartet, dass das Topspiel in der 2. Liga gegen den Darmstadt 98 über die Mentalität entschieden wird.

Schmidt und Lieberknecht kennen sich bestens

Mit Torsten Lieberknecht und Frank Schmidt treffen zwei Trainer aufeinander, die sich und die 2. Bundesliga bestens kennen. Das Spiel am Samstag wird das 18. Aufeinandertreffen der beiden Cheftrainer in einem Pflichtspiel.

Doch schon als Spieler standen Schmidt und Lieberknecht bei der U20-WM 1993 in Australien gemeinsam auf dem Platz. "Torsten Lieberknecht, den ich sehr schätze und sehr lange kenne, macht einen extrem guten Job. Er ist sehr intelligent und stellt seine Mannschaft immer gut ein", lobt Frank Schmidt seinen Kontrahenten und Freund.

Schmidt bremst die Heidenheimer Euphorie

Heidenheim hat nur zwei Punkte Rückstand auf den zweitplatzierten HSV. Damit stehen die Chancen auf den Aufstieg gut - auch weil sich die aktuelle Situation und der bisherige Saisonverlauf in vielen Punkten zu den vorangegangenen Spielzeiten unterscheidet. Frank Schmidt, der seit 2007 im Trainer in Heidenheim ist und somit alle Aufs und Abs der Heidenheimer in der 2. Bundesliga miterlebt hat, bleibt dennoch gewohnt zurückhaltend und drückt ein wenig auf die Euphorie-Bremse: "Trotzdem ist es so, dass noch ein Drittel der Saison zu spielen und am Ende alles möglich ist."

Dass bis zum Schluss alles möglich ist, musste der FCH in der Saison 19/20 erfahren. Nach einer verrückten Schlussphase der Saison, als man am vorletzten Spieltag im direkten Duell mit dem HSV in der fünften Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte und die Hamburger vom dritten Platz verdrängte. In der Relegation trafen die Heidenheimer auf Bundesligist Werder Bremen. Zwar verlor der FCH keines der beiden Spiele (Hinspiel: 0:0 und Rückspiel 2:2), hatten aber wegen der damals noch geltenden Auswärtstor-Regel das Nachsehen und stiegen nicht auf.

Heidenheim könnte sogar direkt aufsteigen

Nun stehen die Schwaben seit dem 15. Spieltag wieder auf dem dritten Platz - solange am Stück wie noch nie in ihrer neunjährigen Zweitliga-Historie. "Das ist aufgrund der guten Leistungen, die wir gezeigt haben, absolut verdient. Es wäre überragend, wenn wir es schaffen würden, in der derzeitigen Konstellation in die letzten drei Spieltage zu gehen", sagt der Heidenheimer Trainer. Dann sei sogar der direkte Aufstieg machbar.

Die Konstanz im Vergleich zu den vergangenen Saisons der Heidenheimer spiegelt sich nicht nur in der Platzierung wider: Mit 44 Toren stellt der FCH die zweitbeste Offensive der Liga, mit 25 Gegentoren coacht Schmidt zudem die zweitbeste Defensive der Liga. Der Top-Torjäger der 2. Bundesliga spielt ebenfalls in den Reihen des 1. FC Heidenheim: 15 Tore stehen auf dem Konto von Tim Kleindienst. "Wir haben uns in dieser Saison relativ schnell gefunden, was die Grundformation betrifft und neue Spieler erfolgreich integriert. Ein weiterer Grund ist, dass die Mannschaft im Kollektiv funktioniert", sagt Frank Schmidt über die anhaltende gute Phase.

Richtungsweisende Begegnung für Heidenheim und Darmstadt

Die kann aus Sicht der Heidenheimer auch gerne so weitergehen. Doch mit dem SV Darmstadt 98 wartet ein schwieriger Gegner. Nach der 0:2-Niederlage am ersten Spieltag gegen Jahn Regensburg folgte für die Lilien keine weitere. "Uns erwartet ein extrem spannendes Duell, nach dem sich zeigen wird, in welche Richtung die Saison für beide Teams gehen wird", sagt Frank Schmidt. Und dann bleibt es abzuwarten, ob es für Heidenheim dieses Mal zum Aufstieg reicht. 

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Luis Manzi

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