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Fußball | Weltfußballerin des Jahres Melanie Behringer Dritte bei FIFA-Wahl

Die Lörracherin Melanie Behringer musste bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres der Amerikanerin Carli Lloyd und Marta aus Brasilien geschlagen geben. Dennoch ist ihre Platzierung ein großer Erfolg.

Melanie Behringer jubelt nach dem 1:0 bei den Olympischen Spielen in Rio gegen Kanada

Olympiasiegerin, Deutsche Meisterin und 3. Platz Weltfußballerin des Jahres 2016: Melanie Behringer

"Es ist schon mal eine Riesenehre, unter den Top drei zu sein", hatte die 31-jährige Kapitänin des deutschen Meisters Bayern München noch im Vorfeld der FIFA-Gala am Montagabend in Zürich gesagt. Am Ende zog die Mittelfeldspielerin dann gegen die fünfmalige Preisträgerin Marta sowie Carli Lloyd den Kürzeren. Die US-Amerikanerin hatte den begehrten Titel schon im vergangenen Jahr gewonnen.

Behringer verpasste es damit, nach Birgit Prinz (2003 bis 2005), Nadine Angerer (2013) und Nadine Keßler (2014) als vierte Deutsche zur Weltfußballerin des Jahres gekürt zu werden. "Ich bin ein bisschen traurig, ich wäre es gerne geworden", sagte Behringer: "Aber Carli hat es auch verdient."

Spielerin des Olympia-Turniers

Im vergangenen Sommer hatte Behringer mit ihren fünf Turniertreffern (damit wurde sie Torschützenkönigin) in Brasilien maßgeblich zum erstmaligen Olympiasieg der deutschen Fußballerinnen beigetragen. "Melanie hat bei Olympia eindrucksvoll demonstriert, zu was sie in der Lage ist", hatte die ehemalige Cheftrainerin Silvia Neid nach dem Turnier über Behringer gesagt.

"Für mich ist sie die Spielerin des Turniers, sie hat einen Riesenanteil daran, dass wir die Goldmedaille gewonnen haben", frohlockte Neid, die in Zürich zum dritten Mal zur FIFA-Welttrainerin gewählt wurde. Gerade in schwierigen Zeiten habe sich Behringer "als echte Teamplayerin erwiesen und in den Dienst der Mannschaft gestellt".

Beeindruckende Bilanz

Nach den Olympischen Spielen von Rio erklärte die Südbadenerin, die zwischen 2003 und 2008 für die Fußballfrauen des SC Freiburg aktiv war (97 Spiele/30 Tore), ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Nach 123 Länderspielen blickte sie voller Stolz auf mehr als elf Jahre im DFB-Trikot zurück. "Es war ein Geschenk, so viele Erfolge feiern zu dürfen", zeigte sie sich dankbar. Neben dem WM-Gewinn 2007 in China hatte sie noch zwei EM-Titel (2009 und 2013) geholt. Schon mit der deutschen U19-Auswahl war sie 2004 Weltmeisterin geworden.

Nach so vielen Erfolgen denkt die 31-Jährige auch schon mal an die Zeit nach ihrer Fußballer-Karriere. Melanie Behringer hat bereits eine Ausbildung als Bürokauffrau und ein Fernstudium zum Sportfachwirt absolviert. Zudem hat sie auch schon einen Trainerschein. Sie würde gern etwas "im Sportbereich" machen, sagte sie dem Medienmagazin "pro". Außerdem wolle sie eine Familie gründen. Voller Gottvertrauen fügt sie noch an: "Es kommt, wie es kommt."