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Fußball | VfB Stuttgart Warten auf das Wolfsburg-Wunder

Die Stuttgarter hoffen vor dem letzten Saisonspiel beim VfL Wolfsburg auf eine wundersame Rettung. Wie diese gelingen kann, weiß man in Hoffenheim. Und das weiß auch Kevin Großkreutz.

Duell der Zehner: Daniel Didavi schirmt den Ball vor Julian Draxler ab.

Daniel Didavi spielt in Wolfsburg gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber.

Es gibt sie, diese Wunder. Aber sie sind selten. Wenn sie dann doch passieren, dann immer wenn man sie am wenigsten erwartet und die Hoffnung schon begraben ist. Meist geschehen sie auf spektakuläre Art und Weise. So war es auch 1954 beim "Wunder von Bern" als Deutschland im WM-Finale gegen Ungarn einen 0:2 in ein 3:2 drehte und Weltmeister wurde.  

Der VfB braucht an diesem Samstag auch so ein Wunder – ein Fußballwunder. Bleibt es aus, werden die Stuttgarter nächste Saison in der 2. Liga spielen.

Wie funktionieren Fußballwunder?

Seit Anfang der Woche beschwört man in Württemberg das Wunder von Wolfsburg herauf. Doch wie funktioniert so ein Fußballwunder eigentlich? In Baden weiß man mehr.

Vor drei Jahren schien Hoffenheim schon weg vom Fenster und stand mit mehr als einem Bein in der 2. Liga. Die Ausgangslage der TSG vor dem letzten Spieltag war denkbar schlecht: 1899 benötigte einen Auswärtssieg bei Champions League-Finalist Borussia Dortmund und gleichzeitige Schützenhilfe auf anderen Fußballplätzen. Eine Herkulesaufgabe. Doch das Unmögliche wurde möglich. Hoffenheim gewann dank eines späten Doppelpacks von Sejad Salihovic tatsächlich mit 2:1 in Dortmund. Im Tor der Dortmunder: Kevin Großkreutz für den des Feldes verwiesenen Roman Weidenfeller. Die TSG sprang auf Platz 16 und rettete sich anschließend in der Relegation. Ein Fußballwunder.

VfB hat es nicht mehr selbst in der Hand

Von so einem Szenario träumt man auch in Stuttgart. Die Ausgangslage des VfB heute sieht nämlich sehr ähnlich aus wie die der Hoffenheimer damals. Drei Punkte sind für "Die Roten" in Wolfsburg Pflicht, gleichzeitig müsste Bremen im eigenen Stadion gegen Frankfurt verlieren, soll es noch mit dem Fußballwunder klappen. Wie das gehen kann, erklärt der Hoffenheim-Profi und ehemalige Stuttgarter Ermin Bicakcic dem SWR: "Nicht viel nachdenken und einfach reinhauen. Und dann auf den 'Lucky Punch' hoffen."

Übersetzt heißt das: Den eigenen Job erfolgreich erledigen und dann auf Glücks-Göttin Fortuna hoffen. Glück verdient man sich aber gemeinhin durch hartes Arbeiten. In Stuttgart wurde in den letzten Jahren dagegen erkennbar erfolglos gearbeitet. Vier Mal Abstiegskampf in den letzten sechs Jahren - damit hat sich der VfB im Grunde keine weitere Chance in der Bundesliga verdient. Doch die hatten die Hoffenheimer damals auch nicht. Und trotzdem geschah ein Fußballwunder. Der VfB hofft inständig, dass sich das Baden-Wunder für die Württemberger in Wolfsburg wiederholt. Im Team der Stuttgarter: Kevin Großkreutz. Wenn das kein gutes Omen ist. Fragt sich nur, wofür.