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Fußball | VfB Stuttgart Schindelmeiser hat die Entlassung "überrascht"

Die Zeit von Jan Schindelmeiser ist nach nur einem Jahr beim VfB Stuttgart schon Geschichte. Die Nachfolgediskussion ist bereits in vollem Gange. Die Ruhe beim VfB ist somit dahin.

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Der Verein gab auf seiner Webseite bekannt, dass sich der Aufsichtsrat nach intensiven Gesprächen beschlossen hat, die "aktuellen und bevorstehenden Herausforderungen im sportlichen Bereich nicht mehr mit dem Vorstand Sport Jan Schindelmeister anzugehen und die Zusammenarbeit zum 30. September 2017 zu beenden." Schindelmeiser wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

In den letzten Wochen und Monaten schimmerte immer öfter durch, dass das Verhältnis zwischen Sportvorstand und Vereinsspitze belastet war. Insbesondere die Alleingänge des Sportvorstandes in Sachen Kaderplanung stießen auf wenig Gegenliebe. Mit Aussagen wie "Am Ende muss jemand die Verantwortung übernehmen. Das werde ich sein" oder auch: "Es ist meine Aufgabe, diesen roten Faden zu artikulieren und darauf zu achten, dass wir uns gemeinsam auch daran orientieren", hatte sich der zuvor bereits in Hoffenheim tätige Schindelmeiser nicht sonderlich beliebt gemacht.

Schindelmeiser äußert sich

Jan Schindelmeiser

Jan Schindelmeiser verlässt den VfB

Schindelmeiser zeigte sich nach seiner Demission überrascht und bitter enttäuscht: "Leider darf ich zu den Hintergründen nichts sagen, auch wenn ich das gerne würde." In einer Pressemitteilung verteidigte er seine Personal-Politik und seinen Kurs, überwiegend auf junge Spieler zu setzen: "Mit unseren Personalentscheidungen haben wir unseren Anspruch und Wunsch, Gegenwart und Zukunft miteinander zu vereinen, unterstrichen." Damit könnten die jungen Spieler "sportlich und wirtschaftlich von hohem Wert für den Verein sein". Dies legt den Schluss nahe, dass es innerhalb des Vereins einen generellen Konflikt über die Transfer-Politik des VfB Stuttgart gegeben hat.

Badstuber-Transfer führt zum Bruch

Das Fass zum Überlaufen brachte nach SWR-Informationen der Transfer von Holger Badstuber. Trainer Hannes Wolf und Sportvorstand Schindelmeiser waren wohl für den Transfer, wohingegen der restliche Vorstand und Präsident Wolfgang Dietrich dagegen waren. Mit der Entscheidung gegen Schindelmeiser wurde der aufflammende Machtkampf in Sachen Personalpolitik nun entschieden.

"Wir bedauern diesen Schritt, waren letztlich aber nicht mehr davon überzeugt, dass die Umsetzung unserer Ziele und der getroffenen Absprachen in der bisherigen Personal-Konstellation zu erreichen sind", kommentierte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich die Entlassung. Trotz mehrerer Nachfragen wollte er sich nicht weiter dazu äußern.


Kommen Jürgen Klinsmann Michael Reschke?

Als potentielle Nachfolger für Schindelmeiser kursieren bereits prominente Namen durch die Medien. Sowohl der Ex-Nationaltrainer und gebürtige Göppinger Jürgen Klinsmann, als auch der Technische Direktor von Bayern München Michael Reschke werden gehandelt. Auch dazu wollte Dietrich sich am Abend nicht äußern. Er sagte lediglich, dass er "in den nächsten Tagen" bereits ein Nachfolger präsentieren möchte.