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Fußball | VfB Stuttgart Ist Jan Schindelmeiser angezählt?

Die "Stuttgarter Nachrichten" berichten über vereinsinterne Kritik an VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Der Vorwurf: "wirre Personalpolitik" und wilde Alleingänge. Was ist da dran? Eine Einschätzung von SWR-Sportreporter Jens Wolters.

Jan Schindelmeiser

Jan Schindelmeiser wurde im Juli 2016 neuer Sportvorstand des VfB Stuttgart

Was steckt hinter dem Artikel?

Für mich kommt der Artikel in den "Stuttgarter Nachrichten" ein wenig aus dem Nichts. Jan Schindelmeiser, also der Mann, der Ende Mai noch zurecht mit Trainer Hannes Wolf als großer Macher der Stuttgarter Erstligarückkehr gefeiert wurde, soll jetzt vieles falsch machen? Da hatten sie nach dem Abstieg jemanden gesucht, der das VfB-Schiff wieder auf Kurs bringt. Jemand, der das Heft in die Hand nimmt und genau diese Person in Jan Schindelmeiser gefunden.

Und jetzt wird ihm ein Alleingang vorgeworfen aufgrund von Aussagen wie "Am Ende muss jemand die Verantwortung übernehmen. Das werde ich sein." oder auch "Es ist meine Aufgabe, diesen roten Faden zu artikulieren und darauf zu achten, dass wir uns gemeinsam auch daran orientieren". Das ist mir zu wenig. Auch, dass Schindelmeisers Personalpolitik vogelwild sei, kann ich so nicht bestätigen. Natürlich wurden auch seine ersten Transfers in der vergangenen Saison besonders beäugt. Bundesliga-unerfahrene Profis aus Frankreich oder Portugal etwa. Am Ende wurden aber etwa Benjamin Pavard oder Carlos Mané durchweg gelobt. Und gerade eben wird ja offensichtlich die Verpflichtung des Brasilianers Ailton für die linke Abwehrseite klar gemacht - auch daran zeigt sich für mich, dass Jan Schindelmeiser alles, aber bloß nicht untätig ist.

Was ist mit dem Klüngel-Vorwurf bei Spieler-Transfers?

SWR1 Moderator Jens Wolters

SWR-Sportreporter Jens Wolters

Auch das habe ich mir angeschaut und keine Auffälligkeiten festgestellt. Es dreht sich im Artikel des ausgemachten VfB-Kenners Gunter Barner von den Stuttgarter Nachrichten dabei um Spielerberater Artur Beck, den Bruder des ehemaligen VfB-Profis Andreas Beck. Diese Agentur betreut allerdings gerade einmal zwei Spieler beim VfB Stuttgart. Sie hat aber, nur mal zum Vergleich, zum Beispiel auch jeweils drei bei 1899 Hoffenheim oder bei Viertligist Stuttgarter Kickers.

Was sagt denn der VfB Stuttgart dazu?

In der allmorgendlichen Themenrunde der Vereinsverantwortlichen wurde, wie wir hören, auch darüber gesprochen. Und man verständigte sich darauf, sich nicht dazu zu äußern. Vielleicht besteht clubintern auch eher das Interesse daran, den vermeintlichen Maulwurf zu finden. Denn irgendwoher müssten ja diese Informationen ja kommen, wenn es eine gewisse Unzufriedenheit rund um die Person Jan Schindelmeiser geben sollte.