Bitte warten...

Fußball | Regionalliga Nur eine "Light-Version" des "China-Plans"

In der Regionalliga Südwest in Heidelberg: Die chinesische U20-Auswahl wird erst ab November bei der Fußball-Regionalliga Südwest mitspielen und nicht gegen alle Vereine antreten.


Zuvor hatte der "China-Plan" des DFB für Kritik und Unverständnis unter den "Fußball-Romantiker" gesorgt. Ab der kommenden Saison, so die ursprüngliche Idee, hätte die chinesische Olympia-Auswahl als 20. Mannschaft außer Konkurrenz in der Regionalliga mitspielen sollen, um so die Kooperation zwischen dem DFB und China mit Leben zu füllen.

Daraus wird nun also eine abgespeckte Version: Es wollen vorerst nur 15 von 19 Klubs gegen die chinesischen Youngster spielen, drei Klubs werden das Spiel nicht bestreiten, der 1. FC Saarbrücken hat sich Bedenkzeit bis Mittwoch um 16.00 Uhr erbeten. Die TuS Koblenz, Waldhof Mannheim und die Stuttgarter Kickers werden sich nicht an den Testspielen beteiligen.

"Der DFB wird daran nichts verdienen"

15.000 Euro wird jeder Klub als Garantiesumme dafür erhalten, dass er an seinem eigentlich spielfreien Tag gegen das chinesische Team antritt. Die Mannschaften der 4. Liga starten am 28. Juli in ihre Spielzeit. Durch die Teilnahme an der Regionalliga-Rückrunde wollen die Chinesen ihre Mannschaft auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorbereiten.

"Der Plan wurde schlichtweg oft falsch dargestellt. Es war nie die Rede davon, die chinesische Mannschaft voll in die Liga zu implementieren. Es war immer nur die Rede von Freundschafts-Spielen. Wir wollen niemandem zu seinem Glück zwingen", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Regionalliga-Gesellschafter-Versammlung:"Erst am Montagabend kam der Vertrag zwischen DFB und China zustande. Der DFB wird daran nichts verdienen."

Quartier im Südwesten

Zuletzt hatte sich vor allem die DFB-Spitze um Präsident Reinhard Grindel und Generalsekretär Friedrich Curtius für den "China-Plan" stark gemacht. Wo die chinesische Mannschaft und ihr Betreuerstab residieren werden, ist noch offen. Laut des DFB sind viele Regionen im Südwesten bereit, das Team zu beherbergen. Der DFB will nun mit dem chinesischen Verband erörtern, wo das Quartier eingerichtet wird.

Der Ausgangspunkt des "China-Plans" liegt im November des vergangenen Jahres. Damals hatten der DFB, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und Vertreter der deutschen und der chinesischen Regierung eine weitreichende Vereinbarung beider Länder zur Zusammenarbeit im Fußball für zunächst fünf Jahre unterzeichnet. Vor rund einem Monat fand in Frankfurt/Main dann der erste deutsche-chinesische Fußball-Gipfel statt. Schon zuvor hatten der DFB und die DFL ihre Vermarktungs-Offensive im Reich der Mitte mit mehreren Aktionen angeschoben. Zum Höhepunkt der Bemühungen soll eine Länderspiel-Reise des Weltmeisters innerhalb der nächsten zwei Jahre nach China werden.

Im Gegenzug wollen die Chinesen vom deutschen Fußball-Sachverstand profitieren. Beim zurückliegenden Gipfeltreffen wurden der asiatischen Delegation Einblicke in die Strukturen und Aufgaben der DFL gewährt, zudem wurde über das Engagement des DFB in China (Ausbildung von Trainern und Talenten) gesprochen. Großes Interesse haben die Chinesen auch an der geplanten DFB-Akademie und dem Konzept der Leistungszentren.

"Wie eine Einladung ins Kino"

Die stark rivalisierenden Anhänger von Traditionsklubs wie Offenbach, Mannheim oder Hessen Kassel hatten sich in der vergangenen Woche zusammengeschlossen, um gegen die Spiele gegen das chinesische Team zu protestieren. DFB-Vize Zimmermann bezeichnete das Projekt dagegen als Chance für alle Beteiligten. "Chancen sind wie eine Einladung ins Kino. Die nimmt man entweder an - oder man geht zum Chinesen", sagte er.