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Fußball-Nostalgie | Karlsruher SC Ist Ickes Knöchel Schuld am Niedergang des KSC?

Genau 20 Jahre ist es her: Im November 1996 brach sich KSC-Regisseur Thomas "Icke" Häßler den Knöchel. Es war mehr als nur eine Verletzung. Denn damals zerbrach auch die Unerschütterlichkeit des Karlsruher SC.

Thomas Häßler

Brach sich im Karlsruher Wildparkstadion gegen Fortuna Düsseldorf den Knöchel: Thomas Häßler

Zugegeben, eine gewagte These. Doch genauer betrachtet, könnte man Thomas Häßlers Pechsträhne im Jahr 1996 auch als den Anfang vom Ende einer großen Karlsruher Ära bezeichnen.

Der dänische Ort Bröndby bei Kopenhagen. Es ist der 19. November 1996. Der Karlsruher SC unter Trainer Winfried Schäfer trifft im Achtelfinale des UEFA-Cups auf den dänischen Meister. Ein Gegner genau nach dem Geschmack von Thomas Häßler. Mit den tollsten Freistößen, Dribblings und Pässen spielte der 1,66 Meter große Wirbelwind seine Gegenspieler schwindlig und lieferte beim 3:1-Sieg in Bröndby beinahe eine One-Man-Show: Zwei Tore schoss er selbst, den dritten Treffer legte Häßler auf. Das Rückspiel im Wildparkstadion schien reine Formsache.

Blamable Niederlage im UEFA-Cup

Doch die Saison 1996/97 sollte für den KSC zur turbulentesten überhaupt werden. Und die Probleme begannen mit dem Häßler'schen Knöchelbruch: Beim Bundesliga-Spiel am 22. November 1996 fiel der Düsseldorfer Jörg Bach unglücklich auf Häßlers Bein. Die niederschmetternde Diagnose: Bruch des linken Außenknöchels, Innenband- und Kapselriss. Die schwere Verletzung des Star-Kickers hatte nicht nur eine zweimonatige Zwangspause, sondern auch das blamable UEFA-Cup-Aus zur Folge - nach einer 0:5-Niederlage im Rückspiel gegen Bröndby IF.


Der Pechvogel

Häßler feierte sein Comeback bereits in der Rückrunde: beim 1:0 im Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München. Doch das Pech klebte am KSC-Kapitän wie sonst nur das runde Leder am Fuß des Ausnahmespielers. Nur 104 Tage nach seinem verheilten Knöchelbruch der nächste Schock: Im Training versuchte Häßler, einen scharfen Schuss eines Mitspielers zu blocken - die Diagnose war ein glatter Beinbruch oberhalb der alten Bruchstelle.

Comeback und Abstieg

Mit großer Erleichterung konnte der KSC im März 1997, nach zähen Vertragsverhandlungen, verkünden: der Kapitän bleibt! Nach Häßlers erneutem Comeback kletterten die Karlsruher zum Saisonende noch auf den sechsten Tabellenplatz.

Der vorläufige sportliche Tiefpunkt wurde allerdings eine Saison später erreicht: Zunächst entließen die Badener nach zwölfjähriger Amtszeit Winfried Schäfer als Cheftrainer. Am Ende der Saison mussten der KSC nach elf Jahren Bundesliga den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Thomas Häßler verließ den Klub nach 118 Spielen und 28 Toren und wechselte zu Borussia Dortmund. Zwei Spielzeiten später fanden sich die Badener in der Regionalliga wieder.

20 Jahre danach. Der Welt- und Europameister, der KSC-Dribbelkönig Thomas Häßler hat selbst einen tiefen Fall hinter sich. Seit Sommer 2016 ist "Icke" Häßler Trainer des Vereins Club Italia 80 in Berlin - ein Verein aus der 3. Staffel der Bezirksliga. Außerdem ist er gern gesehener Teilnehmer bei Unterhaltungsshows im Fernsehen. Nun will er offenbar auch noch im "Dschungelcamp" antreten.