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Fußball | Nationalmannschaft DFB-Elf zaubert - Stuttgart feiert Werner

Was für eine Gala-Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft: Der Weltmeister gewann in Stuttgart auch sein achtes Qualifikationsspiel für die WM 2018 und besiegte Norwegen mit 6:0 (4:0). Held des Abends war der ehemalige VfB-Stürmer Timo Werner, der an seiner alten Wirkungsstätte zwei Treffer beisteuerte.

Timo Werner (li.) fre3ut sich mit seinen Teamkollegen über den Treffer zum 3:0 gegen Norwegen

Timo Werner (li.) fre3ut sich mit seinen Teamkollegen über den Treffer zum 3:0 gegen Norwegen

Die DFB-Elf begann in ihrem Heimspiel in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena mit drei neuen Spielern gegenüber dem 2:1-Erfolg in Tschechien am vergangenen Freitag. Neben Julian Draxler nominierte Bundestrainer Joachim Löw auch den früheren VfB-Verteidiger Antonio Rüdiger sowie den Ex-Hoffenheimer und Ex-Stuttgarter Sebastian Rudy für die Startelf. Dafür mussten Julian Brandt, Matthias Ginter sowie Lars Stindl auf der Bank Platz nehmen. Der aus Bad Cannstatt stammende Timo Werner gab im 4-2-3-1-System den Mittelstürmer für die deutsche Mannschaft.

Werner an seiner alten Wirkungsstätte gefeiert

Die Elf von Bundestrainer Joachim Löw gab von Beginn an Vollgas. Durch konsequentes Pressing wurden die Norweger zu Ballverlusten gezwungen, welche die deutsche Mannschaft über schöne Kombinationen zu Toren nutzte. Mesut Özil nach Vorlage von Jonas Hector (10. Minute), Julian Draxler nach Assist von Özil (18.) und Angreifer Werner nach Hacken-Pass von Thomas Müller (21.) sorgten für eine schnelle 3:0-Führung. Der Ex-Stuttgarter Werner wurde danach von den rund 50.000 Zuschauern an seiner alten Wirkungsstätte enthusiastisch gefeiert. Pfiffe hatte es für den Stürmer, der mittlerweile für RB Leipzig spielt, vor dem Spiel übrigens nicht gegeben.

Norwegen war mit dem 0:3-Rückstand nach einer halben Stunde noch gut bedient, das deutsche Team beherrschte Ball und Gegner nach Belieben und hatte zahlreiche Chancen für weitere Tore. Nach einer schönen Seitenverlagerung und einer Flanke von rechts von Müller war Werner in der 40. Minute per Kopf erneut zur Stelle - 4:0 für die DFB-Auswahl und gleichzeitig der Halbzeitstand. Danach wurde der beim VfB ausgebildete 21-Jährige mit Standing Ovations gefeiert. Für Werner sein sechster Treffer in den letzten fünf Spielen - was für eine Quote!

Jubel für Sami Khedira

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Es spielte nur der Weltmeister. In der 50. Minute erhöhte der für Müller eingewechselte Leon Goretzka auf 5:0 für Deutschland. Chancen für das DFB-Team gab es weiterhin fast im Minutentakt. In der 61. Minute brandete in der Stuttgarter Arena dann lauter Jubel auf, obwohl kein Tor gefallen war. DFB-Coach Löw wechselte Sami Khedira, der mit dem VfB 2007 Deutscher Meister geworden war, für Sebastian Rudy ein. Nur vier Minuten später verließ Doppelpacker Werner das Feld, für ihm kam Mario Gomez. Das komplette Stadion erhob sich bei der Auswechslung Werners und applaudierte dem Ex-Stuttgarter.

In den letzten 30 Minuten nahm Deutschland ein wenig Tempo aus dem Spiel, es war aber weiterhin ein Klassenunterschied gegenüber den Norwegern zu sehen. Zu Chancen kam fast nur die DFB-Elf, die jetzt allerdings im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen ließ. In der 79. Minute fiel dann doch das 6:0 - durch eine Koproduktion zweier ehemaliger Stuttgarter. Gomez war per Kopf nach Flanke von Joshua Kimmich zu Stelle.

Am Ende blieb es beim 6:0, das in der Höhe für die Norweger noch schmeichelhaft war. Die Mannschaft von Joachim Löw zeigte in Stuttgart ein tolles Spiel, die 50.000 Zuschauer waren restlos begeistert. Von fremdenfeindlichen Parolen, wie noch am Freitag beim Spiel gegen Tschechien in Prag, gab es diesmal keine Spur. Drei der sechs deutschen Tore fielen durch Ex-Stuttgarter - da dürfte der ein oder andere Fan auf der Tribüne eine Träne verdrückt haben. Auf dem Papier hat die DFB-Elf die WM-Qualifikation zwar noch nicht sicher, aber bei acht Siegen in acht Quali-Spielen dürfte sie der Löw-Elf nicht mehr zu nehmen sein.

"Endspiel" in Belfast

Am 5. Oktober gibt es in Belfast gegen Nordirland ein "Endspiel" um das WM-Ticket nach Russland. Sollte das DFB-Team dort nicht verlieren, wäre es sicher für die Endrunde 2018 qualifiziert. Im abschließenden Ausscheidungsspiel am 8. Oktober in Kaiserslautern ist Aserbaidschan der Gegner. Im November sind danach noch Länderspiele gegen England und Frankreich geplant. Der Start ins WM-Jahr 2018 steigt dann am 23. und 27. März in Düsseldorf und Berlin mit Spielen gegen Spanien und Brasilien.