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Fußball | FSV Mainz 05 Robin Zentner - plötzlich die Nummer eins

Mit Robin Zentner im Tor wird der FSV Mainz 05 ins Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt am Freitag um 20:30 Uhr gehen. Nach der schweren Muskelsehnenverletzung von Stammkeeper René Adler wird er sein erstes Bundesligaspiel bestreiten.

Umarmung von René Adler mit Ersatztorwart Robin Zentner

René Adler umarmt Ersatztorwart Robin Zentner bei seiner verletzungsbedingten Auswechslung im Pokalspiel gegen Holstein Kiel

Es war die 38. Minute am Dienstagabend im Pokalspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen Holstein Kiel (3:2 nach Verlängerung), als Robin Zentner Stammtorwart René Adler ersetzen musste. Dieser hatte sich nach einer tollen Rettungsaktion eine schwere Muskelsehnenverletzung am hinteren rechten Oberschenkel zugezogen und wird den Rheinhessen länger fehlen.

Zentner indes zeigte bei seinem Profi-Debüt für die 05er eine sehr ordentliche Leistung und wird daher auch im Rhein-Main-Derby zwischen den Pfosten stehen. "Robin hat ein richtig gutes Spiel gemacht", lobte auch 05-Sportvorstand Rouven Schröder das 22 Jahre alte Eigengewächs. Für Zentner bedeutete die plötzliche Einwechslung doppelten Stress, war er doch gerade erst nach zweijähriger Ausleihe an die Kieler wieder nach Mainz zurückgekehrt. "Bei der Einwechslung war eine gewisse Anspannung da, aber es war nicht so schlimm, dass ich nicht mehr laufen konnte", sagte der 1,95 Meter große Keeper mit der Figur eines Bodybuilders. Seine Ausstrahlung soll ihm nun auch im hitzigen Derby gegen Eintracht Frankfurt helfen. Trainer Sandro Schwarz spricht Zentner das volle Vertrauen aus.


Huth oder Müller auf der Bank

Zentner - eigentlich Torwart Nummer 4 in der Mainzer Rangfolge - hat sich durch seinen guten Auftritt im Pokal, aber auch durch seine Trainingsleistung, für den Startelfeinsatz gegen die Hessen empfohlen. Darüber hinaus wird er, so Coach Schwarz, auch in den weiteren Spielen bis zu Adlers Rückkehr im Tor stehen. "Robin hat unser Vertrauen, auch in den nächsten Wochen." Zentners Konkurrenten Jannik Huth und Florian Müller müssen sich nach Verletzungen erst einmal hinten anstellen. Wer beim Heimspiel als zweiter Torwart auf der Bank sitzen wird, lies der Trainer hingegen noch offen.

"Ich denke, dass es ein sehr, sehr es zweikampfbetontes und intensives Spiel sein wird."

Eine Erfahrung wie Adler wird Zentner nicht ausstrahlen können. Deshalb braucht er auch die Unterstützung seiner Vorderleute, insbesondere gegen den wuchtigen Eintracht-Stürmer Sebastian Haller. "Die haben eine gute Mentalität und Zweikampfschärfe", meinte der 05-Coach, der den Gegner beim 2:2 gegen Dortmund beobachtete. Doch gerade in der Innenverteidigung haben die Mainzer Probleme. Kapitän Stefan Bell und Jean-Philippe Gbamin sind fit, aber längst nicht fehlerlos. Leon Balogun (Jochbeinbruch) und Abdou Diallo (Rückenbeschwerden) müssen ihre Fitness noch nachweisen, drohen aber auszufallen Niko Bungert und Alexander Hack fehlen weiter nach Verletzungen.

Ein Startelf-Kandidat hingegen ist Viktor Fischer, der Doppeltorschütze aus dem Pokalspiel. Der Däne scheint nun in Mainz richtig angekommen zu sein. Fischer nutzte seinen Einsatz gegen Kiel, um sich für weitere Einsätze von Beginn an zu empfehlen.

Positive Heimbilanz gegen Eintracht Frankfurt

Gegen die Eintracht verloren die Rheinhessen noch nie zu Hause, die letzten vier Heimspiele wurden sogar gewonnen. Besonders emotional war das letzte Duell in der Saison 2016/17, dass Mainzer Kraft und Nerven kostete. Nachdem sie am 33. Spieltag aus einem 0:2-Rückstand in der letzten halben Stunde einen 4:2-Sieg gemacht hatten, bangten die Spieler noch 34 Minuten vor ihrer Fankurve, weil Abstiegskampf-Konkurrent Wolfsburg wegen einer Gewitterunterbrechung länger spielte. Schließlich durften die 05er nach dem Sieg im Derby auch den Klassenerhalt bejubeln. Der spektakuläre Sieg ist für Schwarz in seiner Ansprache vor dem Spiel kein spezielles Thema, dennoch will er die positive Mainzer Bilanz im Nachbarschaftsduell aufrechterhalten.


Programm-Tipp

Der SWR zeigt die Höhepunkte der Partie FSV Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag ab 22.05 Uhr im Flutlicht im SWR Fernsehen.