Bitte warten...

Fußball | EM der Beinamputierten Die etwas andere Fußball-Nationalmannschaft

Die Fußball-Nationalmannschaft kennt jeder. Aber Amputierten-Fußball kennt kaum jemand, dabei spielt die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft in der Türkei mit. Fünf Spieler kommen aus Rheinland-Pfalz.


Am 2. Oktober beginnt in der Türkei die Fußball-EM der Beinamputierten. Die Nationalmannschaft hat sich dafür in der Sportschule in Hennef vorbereitet. Kapitän der Mannschaft ist Christian Heintz aus Koblenz. Vor sieben Jahren verlor er bei einem Autounfall sein rechtes Bein. " Es war ein Wink vom lieben Gott, glaube ich. Zwei Tage nach der Amputation kam meine Mutter ins Krankenzimmer mit einem Flyer, den sie im Krankenhaus gefunden hatte. Und es war ein Flyer über die Amputierten-Fußballer, das war so meine Eintrittskarte zurück ins Fußballleben, mit dem ich eigentlich gedanklich schon abgeschlossen hatte."

Fußball spielt heute in seinem Leben eine genau so wichtige Rolle wie vor dem Unfall, vielleicht sogar noch etwas mehr. Denn immerhin ist er Chef auf dem Platz. "Jeder hat seinen Kindheitstraum vom Nationalspieler. Der hat sich eben auf Umwegen erfüllt und fühlt sich super an. Sein Vaterland vertreten zu dürfen. Das Deutschland-Trikot überzustreifen, die Hymne zu singen, ist einfach Gänsehaut-Feeling."

Sportliche Höchstleistung

So geht es jedem Spieler der Mannschaft. Sie kommen aus ganz Deutschland - und treffen sich einmal im Monat zum gemeinsamen Training. Amputierten-Fußball ist sportliche Höchstleitung. Gespielt wird Sieben gegen Sieben. Alle Feldspieler müssen beinamputiert sein und der Torwart darf nur einen Arm haben, so die Regeln. Sonst ist alles wie man es vom Fußball kennt.

"Da ist eine Menge Herzblut dabei. Wir sind Pioniere irgendwo, treiben den Amputierten-Fußball in Deutschland voran. Es hat sich die letzten Jahren auch stetig weiterentwickelt Und jetzt mit der EM-Teilnahme in der Türkei, das ist wieder ein Meilenstein für uns und da wollen wir möglichst gut abschneiden", sagt Christian Heintz im SWR-Interview. Das EM-Ziel lautet, unter die ersten acht zu kommen, dann hätte sich die Mannschaft für die Weltmeisterschaft qualifiziert.