Bitte warten...

Fußball | DFB-Pokal Pokal als Chance für kriselnde Heidenheimer

In der 2. Bundesliga ist der 1. FC Heidenheim unerwartet tief in die Krise geraten. Nach elf Spieltagen rangieren die Schwaben auf Relegationsplatz 16. Am Mittwoch (20.45 Uhr) will sich der FCH im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg das dringend erforderliche Erfolgserlebnis holen.

Kapitän Marc Schnatterer und der 1. FC Heidenheim wollen im Pokal die Wende schaffen

Kapitän Marc Schnatterer und der 1. FC Heidenheim wollen im Pokal die Wende schaffen

Vor der Saison hatten einige Experten den FC Heidenheim noch als eine Art Geheimfavorit für den Aufstieg in die Bundesliga eingeschätzt. Ende Oktober ist davon nicht mehr viel übrig. Der Blick geht vielmehr nach unten. Platz 16 nach zuletzt fünf sieglosen Spielen heißt Abstiegsgefahr: "Jetzt haben wir zum ersten Mal in meiner zehnjährigen Amtszeit eine Phase, in der es nicht läuft, sind zum ersten Mal richtig im Tabellenkeller. Das ist eine Herausforderung." Nicht einer allein sei für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich: "Alle sitzen in einem Boot", so Trainer Frank Schmidt, "jeder muss sich einbringen, positiver und leidenschaftlicher werden, um wieder erfolgreich zu sein."

Pokalspiel in Regensburg Wende zum Positiven?

Umso mehr sieht Coach Schmidt das DFB-Pokalspiel gegen den Zweitliga-Konkurrenten Jahn Regensburg als neue Chance für sein kriselndes Team: "Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die zuletzt wenig Erfolgserlebnisse gehabt haben", so Schmidt vor der Partie in Regensburg. Er hoffe, dass sein Team durch einen Pokalsieg Selbstvertrauen tanken und dadurch auch in der 2. Bundesliga davon profitieren könne.

Trainer Schmidt ist überzeugt, die Situation meistern zu können

Der Heidenheimer Dauer-Trainer ist weiterhin davon überzeugt, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt und die schwierige Situation gemeistert wird. "Alle ziehen an einem Strang", sagte Schmidt in der Pressekonferenz vor der Pokalreise nach Regensburg, "jeder muss sein Ego komplett hintenanstellen und der Mannschaft dienen." Charakter sei gefragt, so Schmidt. Gegen Regensburg (Tabellen-15.) muss Coach Schmidt auf Marnon Busch (Knochenstauchung im Knie) und Nikola Dovedan (Virus) verzichten.

Es klemmt hinten und vorne in Heidenheim

Wichtig wird es sein, dass der FCH seine Abwehrschwächen in den Griff bekommt. Alleine in den letzten beiden Punktspielen kassierten die Brenztäler acht Gegentreffer (3:5 gegen Kiel, 0:3 beim FC Ingolstadt). In elf Spielen mussten die Heidenheimer Torhüter schon 23 Mal hinter sich greifen, mehr als jedes andere Team.

Und auch vorne haben die Heidenheimer in dieser Saison das Toreschießen nicht zur Tugend gemacht: Zwölf Treffer in elf Spielen sind zu wenig für höhere Ambitionen.

Vollstes Vertrauen in die Arbeit von Frank Schmidt

Trotz der sportlichen Krise sind die Verantwortlichen beim FCH weiter von der Arbeit Frank Schmidts überzeugt. So hat auch der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald dem bis zum Sommer so erfolgreichen Trainer im SWR-Interview das Vertrauen ausgesprochen: "Wir folgen nicht den Mechanismen des Fußballgeschäftes. Sonst wären wir nicht aus der Landesliga bis in die 2. Bundesliga gekommen", so Sanwald. Heidenheim habe "mit Frank Schmidt eine herausragende Trainerpersönlichkeit. Er braucht jetzt die Unterstützung von allen, die ihm die letzten Jahre zugejubelt haben".


Sanwald verweist in diesem Zusammenhang auf "die großartige Erfolgsgeschichte, die in Heidenheim über Jahre geschrieben wurde. Und ein Grund dafür war auch der großartige Zusammenhalt. Wir dürfen uns jetzt nicht auseinanderdividieren lassen".

Frank Schmidt: "Ich bin der Richtige"

Auch Schmidt selbst hegt keinerlei dunkle Gedanken: "ich denke doch jetzt nicht an die 3. Liga, ich bin vielmehr ein sehr positiver Mensch". Vielmehr sei bei ihm "das Glas immer halb voll". Schmidt hat im Moment nur ein Ziel, "sich mit der Mannschaft aus der unteren Region herauszuarbeiten und eine weitere Runde im DFB-Pokal zu spielen". Und auf die Frage, ob er noch der richtige Trainer für den FCH sei: "Natürlich bin ich noch der Richtige."

Von Kersten Eichhorn