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Fußball | Bundesliga "Naiver" VfB muss Blick nach unten richten

7, 4, 0: Sieben Punkte aus sieben Spielen, vier geschossene Tore, null Auswärtspunkte. Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache - der Saisonstart des VfB Stuttgart ist trotz ordentlichem Beginn - sechs Punkte aus den ersten vier Spielen - misslungen. Dabei sind die Leistungen des Aufsteigers durchaus konkurrenzfähig, allerdings muss die junge Elf schnell in Sachen Cleverness zulegen.

Sébastien Haller trifft für Frankfurt zum späten Sieg - die VfB-Spieler können es nicht fassen

Sébastien Haller trifft für Frankfurt zum späten Sieg - die VfB-Spieler können es nicht fassen

Bestes Beispiel hierfür ist die 1:2-Auswärtspleite in Frankfurt. Wieder spielte der VfB gut mit, wieder gab es genug Chancen für den Sieg. Doch trotz einer gut 30-minütigen Überzahl kassierte die Elf von Trainer Hannes Wolf in der Nachspielzeit den entscheidenden Gegentreffer. "Das ärgert uns total. Wir hatten ein paar Spiele, bei denen man sagen kann, dass wir es zwar ganz gut gemacht, aber trotzdem verloren haben", sagte Wolf dem SWR: "Aber in Frankfurt war es schwer, damit umzugehen. Wiel wir unsere Aufgabe in der Schlussphase komplett aus den Augen verloren haben."


Der junge Coach war nach der Last-Minute-Pleite restlos bedient: "Wir müssen weniger Fehler machen und besser spielen. Wir müssen konsequenter und konstanter werden", forderte Wolf. Ihn wurmte, dass bei seiner Mannschaft auch nach dem vierten Auswärtsspiel noch die Null auf der Haben-Seite steht: "Ich habe keine Lust auf so eine Never-Ending-Story, bei der wir auswärts jedes Mal dasitzen und sagen: Wir haben aber ganz viel gut gemacht."

Zu viele Fehler

Der VfB hätte gegen die Hessen niemals verlieren dürfen. Dem späten 1:2 durch einen Seitfallzieher von Sébastien Haller (90.+3) ging eine Fehlerkette der Schwaben voraus. Erst verursachten sie durch Ebenezer Ofori einen unnötigen Freistoß, um sich dann auch noch durch Daniel Ginczek eine völlig verunglückte Kopfballabwehr zu leisten, die Haller zum entscheidenden Treffer verwertete. Schon das 1:0 für Frankfurt konnte Ante Rebic nur deshalb erzielen, weil ihm der Stuttgarter Abwehrchef Holger Badstuber den Ball unfreiwillig vorlegte (42.).

Nach dem 1:1 durch den diesmal nur eingewechselten Simon Terodde (61.) und einer Roten Karte für Frankfurts Simon Falette (64.) wähnten sich die Stuttgarter auf der Siegerstraße - und spielten auf einmal kopflos. "Wir wollten den Sieg vielleicht zu sehr erzwingen", sagte Torwart Ron-Robert Zieler: "In den letzten zehn Minuten haben wir den Faden verloren. Wenn man merkt: Die Frankfurter kommen zurück, sie haben mehrere gefährliche Aktionen - dann muss man eben den einen Punkt mit nach Hause nehmen. Wir waren ein klein wenig naiv."


Sieben Punkte aus sieben Spielen lautet die Zwischenbilanz - hochgerechnet auf die Saison wären das 34 Zähler. Zu wenig für die Ansprüche des Aufsteigers, zu wenig für eine sorgenfreie Saison. Dass er in der nun anstehenden Länderspielpause nicht wirklich an der Weiterentwicklung seines Teams arbeiten kann, nervt VfB-Coach Wolf: "Das ist eine schlechte Situation. Wir haben viele Themen, an denen wir arbeiten wollen, deswegen passt mir das aktuell nicht."

"Mit Vollgas an die nächsten Aufgaben"

In zwei Wochen erwartet der VfB dann Schlusslicht Köln. Gegen den FC muss dringend gepunktet werden, sonst könnte die Stimmung bei den Schwaben schon kippen. Das weiß auch Wolf: "Das fühlt sich aktuell zwar scheiße an, aber noch sind weder die Welt noch der VfB Stuttgart untergegangen. Wir werden uns schütteln und dann gehen wir die nächsten Aufgaben mit Vollgas an."