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Fußball | 1. FC Kaiserslautern Mario Basler - "echter Typ" mit klaren Worten

Viele Fans wünschen sich wieder "echte Typen" anstelle der vielen angepassten Profis. Typen wie den ehemaligen FCK-Kapitän Mario Basler, der nicht nur auf dem Platz für Aufsehen sorgte.

Mario Basler war bereits während seiner aktiven Karriere als Mann klarer Worte bekannt. Ein Blatt hat der 48-Jährige nie vor den Mund genommen. So empfahl der gebürtige Pfälzer aus Neustadt an der Weinstraße einst nach einer Niederlagenserie des 1. FC Kaiserslautern ein Teambuilding der ganz besonderen Art: "Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen." Zudem galt der FCK-Profi trotz seiner "Affären" mit anderen Klubs als Roter Teufel durch und durch: "Ich hab früher schon in der Westkurve gestanden und Lothar Matthäus beschmissen", dies habe er "ihm dann auch verbal gesagt".

Legendär auch seine fast schon philosophische Metapher, um einer Niederlage etwas positives abzugewinnen: "Jede Seite hat zwei Medaillen." Auch das Gehalt für Fußball-Profis fand Basler vor 20 Jahren schon gerechtfertigt. Eine passende Begründung lieferte er damals auch gleich mit: "Ich laufe in einer Stunde so viel, wie andere Arbeitnehmer in acht." Trotzdem war Geld für den Freistoß-Künstler kein so großes Thema: "Quatsch, wir zocken nie um viel Geld. Höchstens um 3.000 Mark!"

Der ehemalige Rote Teufel Mario Basler ist am Sonntag, ab 22.05 Uhr, zu Gast bei "Flutlicht" im SWR Fernsehen RP.

Basler ist nicht ruhiger geworden

Der frühere Nationalspieler ist im Lauf der Zeit nicht ruhiger geworden - auch im "Flutlicht" wird er gewohnt meinungsstark auftreten. Basler wird wieder polarisieren - oder wie er selbst es einmal ausgedrückt hat: "Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein!"

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Fußball | Mario Basler

Die Karriere des Mario Basler

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Als gebürtiger Pfälzer spielte Mario Basler von 1984 bis 1987 erstmals für den 1. FC Kaiserslautern. Allerdings gelang dem Mittelfeldspieler damals noch nicht der Durchbruch. Nach der A-Jugend wurde Basler zu den Amateuren des FCK hochgezogen, bei den Profis kam er zunächst nur ein mal zum Einsatz.

Als gebürtiger Pfälzer spielte Mario Basler von 1984 bis 1987 erstmals für den 1. FC Kaiserslautern. Allerdings gelang dem Mittelfeldspieler damals noch nicht der Durchbruch. Nach der A-Jugend wurde Basler zu den Amateuren des FCK hochgezogen, bei den Profis kam er zunächst nur ein mal zum Einsatz.

1989 zog es Basler zu Rot-Weiss Essen. Ein Schritt, der sich als goldrichtig herausstellte. In zwei Jahren absolvierte der Offensivspieler 54 Spiele, in denen er sechs Treffer erzielte. Basler war angekommen im Profifußball.

1991 folgte dann der Schritt in die Hauptstadt, Basler wechselte zu Hertha BSC. An der Spree trumpfte Basler in zwei Jahren groß auf, erzielte in 74 Zweitligaspielen 17 Tore. So machte der schussgewaltige Profi einige Erstligaklubs auf sich aufmerksam.

Basler konnte 1993 unter zahlreichen Angeboten wählen, er entschied sich für den SV Werder Bremen. Dort schaffte der Rechtsfuß den endgültigen Durchbruch und den Aufstieg zum Nationalspieler. In der Saison 1994/1995 wurde Basler gemeinsam mit dem Gladbacher Heiko Herrlich Torschützenkönig - beide erzielten 20 Treffer. Basler blieb bis 1996 bei den Hanseaten, insgesamt bestritt er in dieser Zeit 92 Spiele, in denen er 36 Tore erzielte.

Acht Millionen D-Mark ließ sich der FC Bayern 1996 die Dienste von Basler kosten. Beim deutschen Rekordmeister stand der Mittelfeldspieler 1999 kurz davor, sich unsterblich zu machen. Sein Freistoß im Champions-League-Finale gegen Manchester United bedeutete die 1:0-Führung für den FCB. Diese hatte fast bis zur 90. Minute Bestand - ehe die Red Devils die Partie in einer irren Schlussphase doch noch drehen konnten.

Im November 1999 war die Zeit von Basler beim FC Bayern abgelaufen. Nach einer nächtlichen Rangelei in einem Wirtshaus wurde der nicht immer pflegeleichte Profi suspendiert. Der 1. FC Kaiserslautern ließ sich die Chance nicht entgehen und griff zu. Basler spielte dann bis 2003 für seinen Jugendklub und lief zeitweise als Kapitän auf. In der Saison 2003/2004 wagte Basler dann noch einmal den Schritt ins Ausland und wechselte zu Al-Rayyan im Emirat Katar. 2004 beendete er seine aktive Profi-Karriere.

Für die deutsche Nationalelf machte Basler insgesamt 30 Spiele, sein Konto weist zwei Treffer auf. Der ganz große Durchbruch blieb ihm im Trikot mit dem Adler auf der Brust versagt. So auch 1996: Basler gehörte zum DFB-Aufgebot für die EM in England, kam aber wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz und musste tatenlos mit ansehen, wie seine Mannschaftskameraden den Titel holten.

Mit der "Karriere nach der Karriere" lief es für Basler nicht sonderlich glücklich. Seine Cheftrainer-Stationen in Regensburg, Trier, Burghausen und Oberhausen waren nicht von Erfolg gekrönt. Sein Engagement als Sportdirektor beim Oberligisten Lokomotive Leipzig endete ebenfalls nach nur 14 Monaten vorzeitig.