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FSV Mainz 05 | Kommentar Mainz bleibt seiner Tradition treu - und das ist gut so

Der FSV Mainz 05 bleibt seiner Trainer-Politik treu und setzt auf hoffnungsvollen Nachwuchs aus dem eigenen Stall. Der richtige Schritt, findet SWR-Sportredakteur Michael Spindler.

Sandro Schwarz trainiert künftig die Profis des FSV Mainz 05

Sandro Schwarz trainiert künftig die Profis des FSV Mainz 05

Mainz 05 hat sich mit Sandro Schwarz wieder einmal für eine interne Trainer-Lösung entschieden. Das hat bei den Rheinhessen inzwischen schon Tradition und geht zurück auf Jürgen Klopp. Er ist das Vorbild für das Mainzer Modell.

Mainzer Fußball-Märchen wird wahr

Als Manager Christian Heidel ihn vom Spieler zum Trainer beförderte war längst nicht klar, ob das eine Erfolgsstory werden würde. Aber heute weiß man: Das war die Initialzündung für ein Mainzer Fußball-Märchen mit viel Drama und einem Happy End. Zwei verpasste Aufstiege, dann der Erfolg im dritten Anlauf. Das alles prägte den Verein bis heute und der neue Trainer Schwarz hat das alles miterlebt. Er war in der 2. Liga Spieler unter Klopp und ging mit ihm durch dick und dünn.

Stallgeruch ist das Zauberwort in Mainz. Statt auf fremde Trainer mit vermeintlich guten Referenzen zu setzen, vertraut man hier auf die Qualitäten der eigenen Leute. So wie Heidel seinerzeit von Klopp überzeugt war, der schon als Spieler über den Tellerrand hinausblickte, so hatte Heidel später auch den Mut, Thomas Tuchel als erfolgreichen U19-Trainer direkt zum Bundesliga-Coach zu befördern.

Schröder weiß genau, was er an Schwarz hat

Auch bei Martin Schmidt hat das Modell funktioniert, obwohl er jetzt vor Vertragsende gehen musste. Vieles spricht dafür, dass der Mainzer Weg auch bei Schwarz der richtige ist. Sein großer Vorteil: Er kennt alles und jeden im Verein, weiß wie die Fans ticken, hat sich eine natürliche Autorität innerhalb des Klubs erarbeitet.

Dass er als Trainer gerade mit der U23 aus der dritten Liga abgestiegen ist, lässt einige an seinen Qualitäten zweifeln. Zu Unrecht. Er hatte zuvor mehrfach nachgewiesen, dass er Spieler fördern und weiterentwickeln kann. Sportdirektor Rouven Schröder weiß genau, was er an Schwarz hat. Trainer von außen sind dagegen nicht selten eine Wundertüte, die sich nach ein paar Monaten als teurer Flop entpuppt.

Von Michael Spindler