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Das neue Wildpark-Stadion des Karlsruher SC wird erst 2020 fertig gestellt

Neubau Wildparkstadion Trotz Sparplänen 88 Millionen für den Fußball

Gemeinderat entscheidet über den KSC-Neubau

Lange hat der Karlsruher SC mit der Stadtverwaltung an einem neuen Stadion gearbeitet. Doch nun muss Karlsruhe sparen. Kann das Wildparkstadion unter diesen Umständen erneuert werden?

Abstimmung im Gemeinderat

Wenn der Gemeinderat den Plänen des Karlsruher SC zustimmt, könnten die Bauarbeiter kommenden Sommer mit dem Umbau beginnen. Das neue Wildparkstadion wäre demnach 2020 fertig. Der Streit, der nun seit fünfzehn Jahren läuft, wäre damit beendet. Allerdings muss die Stadt Karlsruhe gerade jetzt überall sparen. Ob, wie und bis wann sich der Bau umsetzen lässt, entscheidet der Gemeinderat am 19. Juli.

Einmaliger Neubau

Stadion Wildpark

Neubau-Planbild der Stadt Karlsruhe für das Stadtgebiet

Insgesamt geht es um 88 Millionen Euro, die die Stadt Karlsruhe investieren will. Davon sollen 74 Millionen in den eigentlichen Stadion-Neubau fließen. Immerhin gibt es einen Zuschuss vom Land in Höhe von 11 Millionen.

Aber ein Fußballstadion, das allein mit öffentlichem Geld finanziert wird – das gibt es sonst nirgendwo in Deutschland. Und das in einer Stadt, in der gerade überall Zuschüsse gestrichen werden.

Verhandlungen laufen fieberhaft

Derzeit wird intensiv über letzte Details verhandelt. Zum einen geht es um das Stadion selbst, das insgesamt 35.000 Plätze für die KSC-Fans und ihre Gäste bieten soll. Der Karlsruher SC muss es aber wirtschaftlich betreiben und gut vermarkten können, betonte Präsident Ingo Wellenreuther. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht der Pachtvertrag. Darin wird festgelegt, was der KSC wann bezahlt. „Wir zahlen alles zurück“, so Wellenreuther.

KSC war schon öfter klamm

In den vergangenen 20 Jahren hat der KSC die Miete für den Wildpark nicht immer - und auch nicht immer vollständig - bezahlt. Aber die Zeit rennt: Das Wildparkstadion verfällt immer mehr. Das fällt auch den Fans auf.


Da rosten gerade jetzt in der Sommerpause die Schilder und das Unkraut sprießt an den Treppen-Aufgängen zu den Tribünen.

Für manchen Fan hat das einen gewissen nostalgischen Charme. Die meisten sagen aber, es müsse etwas getan werden: "Es wäre natürlich schön, wenn wir ein Schmuckkästchen hätten wie in Hoffenheim", meint ein KSC-Anhänger.

Neues Stadion trotz Sparplänen?

Und auch über das Geld machen sich einige Fans Gedanken und sagen, dass man bei dieser Haushaltslage eigentlich kein neues Stadion bauen könne. "Ich habe ja auch zwei Kinder", erzählt uns ein KSC-Fan, "von daher sollte man schon Prioritäten setzen".

"Der Profifußball ist ein Imagefaktor für die Stadt“

Prioritäten setzt auch Oberbürgermeister Mentrup. Er will möglichst schnell eine Entscheidung in Sachen Wildpark. Neben anderen Projekten habe der Stadionneubau eine besonders hohe Wichtigkeit.

Dem SWR gegenüber betonte er, dass der aktuelle Zustand des Stadions weder sicherheitstechnisch, noch verkehrstechnisch oder wirtschaftlich weiter tragbar sei. Außerdem sei der Profifußball ein wichtiger Imagefaktor für die Stadt. "Und wenn wir das halten wollen, müssen wir dort was tun", so Mentrup.