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Eishockey | DEL Die DEL-Torhüter-Challenge

Der Volksmund sagt: Eishockey-Torhüter haben einen an der Klatsche. SWR-Reporter offensichtlich auch. Warum sonst sollten sie sich in die Rüstung zwängen und sich von den Schwenninger Wild Wings die Pucks um die Ohren schießen lassen?

SWR-Sportreporter Michael Richmann im Tor der Schwenninger Wild Wings

Die komplette Torhüter-Ausrüstung wiegt etwa zehn Kilogramm

Hinter der Plexiglas-Bande kommen die Bedenken: "Das war eine ganz, ganz blöde Idee." Doch die beiden SWR-Sportreporter Vollker Zehnle und Michael Richmann wollten unbedingt wissen, wie es sich anfühlt, im Tor einer DEL-Mannschaft zu stehen. Den härtesten, je offiziell gemessenen Schuss mit einem Eishockey-Puck hat der US-Amerikaner Brett Hull abgefeuert: 190 Kilometer pro Stunde. Ganz so hart schießen die Profis der Schwenninger Wild Wings im Training zwar nicht - jedenfalls nicht immer -, aber Torhüter Dustin Strahlmeier müht sich nach Kräften, die Schüsse seiner Jungs zu entschärfen. Wirklich entspannt schaut er dabei nicht aus. Und 160 Sachen haben die Pucks hier auch drauf.

Die Tür öffnet sich. Als Michael Richmann das Spielfeld der Helios-Arena betritt, hebt sich sein Gesicht farblich kaum noch von der Eisfläche ab. Zehnle sieht die Aktion etwas gelassener. Grinsend fährt Wild-Wings-Trainer Pat Cortina den beiden entgegen: "Die Jungs sind heiß, die freuen sich schon auf Euch." Strahlmeier macht Platz für "die neue Konkurrenz" im Tor der Schwenninger Wild Wings. Der 25-Jährige gibt noch schnell etwas von seiner DEL-Erfahrung weiter: "Breit machen. Tief unten bleiben und wichtig: Kopf unten lassen, sonst knallt der Puck voll an den Hals."

Zehn Kilo am Körper schützen den Torwart vor dem Puck

So eine Torwart-Ausrüstung wiegt etwa zehn Kilogramm und besteht neben einem Brustpanzer, den Schienbein-Schonern, dem Helm und den beiden Handschuhen für Stock- und Fanghand noch aus einer extra dick gepolsterten Hose, die so schwer ist, dass sie mit Hosenträgern befestigt werden muss, einem Schutz für Kehlkopf und Schlüsselbein sowie einem Suspensorium für die Kronjuwelen. Den Profis wird das alles auf den Leib geschneidert. Team-Manager Jürgen Rumrich hat für den Selbstversuch zwei Torhüter-Sets aus dem Nachwuchs organisiert. "Ich bin nachher froh über jedes Kilo, das mich von dem Puck trennt", freut sich Zehnle schon in der Umkleide.

2:40 min

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Eishockey | DEL

Die Eishockey-Torwart-Challenge

Michael Richmann & Volker Zehnle

Wie es sich als Eishockey-Torwart wohl anfühlt, wenn einem die Pucks mit 160 km/h um die Ohren fliegen? Die SWR-Sportreporter Michael Richmann und Volker Zehnle waren zu Gast bei den Schwenninger Wild Wings und haben das mal ausprobiert.

Schon nach wenigen Schüssen ist klar, warum. Denn es knallt ganz ordentlich. Doch der Torwart-Panzer hält, was er verspricht. Tatsächlich ist es allein der Sound, der den Aufprall verkündet. Dafür macht sich die Zehn-Kilo-Schutz-Ausrüstung bemerkbar: Schon nach drei Schüssen ist Richmann völlig außer Atem. Einmal am Boden windet er sich wie ein Maikäfer. Allein der Stolz treibt ihn immer wieder auf die Beine.

Gute Keeper halten 90 Prozent aller Schüsse

SWR-Sportreporter Volker Zehnle im Tor der Schwenninger Wild Wings

Durch die Ausrüstung ist der Puck selbst bei scharfen Schüssen kaum spürbar

Zehnle tut sich etwas leichter, lässt unerreichbare Pucks reaktionslos passieren und spart sich die Kraft für die wirklich herausragenden Aktionen auf. Es gelingt ihm sogar, einen Puck zu fangen. Dustin Strahlmeier nickt anerkennend. Muss er sich Sorgen um seinen Vertrag machen? Doch am Ende ist klar: Es bleibt bei einer Fangquote von gefühlt 1,8 Prozent; gute Torhüter wehren mehr als 90 Prozent der Schüsse ab. Aber zwei steife Sport-Redakteure können dem DEL-Keeper, der schon 71 Spiele auf dem Buckel hat, nicht das Wasser reichen. Nicht einmal annähernd.

Von Volker Zehnle und Michael Richmann