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Eishockey | Bietigheim Steelers Der lange Weg des Markus Gleich

Markus Gleich, Eishockeyspieler der Bietigheim Steelers, zog sich im September eine schwere Gehirnerschütterung zu. Eine Prognose für den Zeitpunkt seiner Rückkehr abzugeben ist unmöglich.

Eishockeyspieler Markus Gleich

Markus Gleich zog sich im September 2015 eine schwere Gehirnerschütterung zu.

Die Bietigheim Steelers haben das Finale der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL 2) erreicht. Am Ende stand ein verdienter 2:0-Sieg gegen die Dresdner Eislöwen. Doch während seine Teamkollegen auf dem Eis mit den Löwen rangen, musste Markus Gleich von der Tribüne aus zuschauen. Am 18. September 2015 fand seine Karriere vorerst ein abruptes Ende.

Es war ein echter Gala-Auftritt, den die Bietigheim Steelers Mitte September in Ravensburg ablieferten. Mit 7:1 fegten die Bietigheimer die Ravensburger aus der Halle, doch vom Schützenfest seiner Kollegen bekam der 28-Jährige Gleich nicht viel mit. An den überharten Check in der Eissporthalle Ravensburg kann er sich überhaupt nicht mehr erinnern.

"Open-Ice-Check" gegen Markus Gleich

Früh im Spiel kassierte er einen "Open-Ice-Check", einen harten Stoß gegen den Kopf, der den Abwehrstrategen von den Beinen riss. In der Halle wurde er von den Ravensburger Ärzten untersucht, beobachtet und für fit befunden. Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch war auch vor Ort und fuhr abends zusammen mit Gleich wieder nach Hause: "Im Auto habe ich überhaupt nichts gemerkt. Er hat viel geschlafen, war aber fit". Erst zwei Tage später wurden die Kopfschmerzen unerträglich.

Sehstörungen, extreme Lichtempfindlichkeit, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen – die Auswirkungen des im Nachhinein diagnostizierten Schädel-Hirn-Traumas bestimmten fortan den Alltag des Profisportlers. Seit dem Unfall stand Gleich für seine Steelers in keinem Pflichtspiel mehr auf dem Eis. Unerträgliche Kopfschmerzen bereiteten ihm rund um die Uhr wahre Höllenqualen. Der Schmerz war einfach immer da, als habe er vier Monate durchgehend Migräne gehabt. "Es ist für uns als Club natürlich sehr schade. Markus fehlt uns sehr", so Schoch gegenüber dem SWR.

"Es ist alles möglich, bis auf Eishockeyspielen"

Eine Rückkehr aufs Eis ist derzeit immer noch nicht absehbar. Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch: "Uns sind Knochenbrüche oder Bänderverletzungen lieber. Da können wir in etwa abschätzen, wann ein Spieler wieder zurückkehrt. Bei Markus wissen wir es einfach nicht." Eine schwere Gehirnerschütterung könne bleibende Schäden hinterlassen - eine Zeitprognose für seine Rückkehr abzugeben sei daher unmöglich, so Schoch weiter.

Auf dem Rad und im Kraftraum will sich Markus Gleich wieder zurückkämpfen. "Seine Kopfschmerzen waren nie ganz weg, er kann seinen Alltag aber ohne größere Einschränkungen angehen. Es ist alles möglich, bis auf Eishockeyspielen", berichtet Volker Schoch über Gleichs aktuellen Zustand. Der dreimalige DEL 2-Meister und zweifache DEB-Pokalsieger blieb aber immer dicht dran an seiner Mannschaft: "Markus ist immer mit dabei, auch in der Kabine. Er leidet mit und heute Abend darf er sich hoffentlich freuen."