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Skispringen | Titisee-Neustadt Das Tretkommando Titisee

800 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass der Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt über die Bühne gehen kann. Sie präparieren die Schanze, verkaufen Würstchen und Bier oder holen die Skispringer aus den Hotels ab.

Trekommando an der Skischanze in Titisee

In einer langen Reihe stapfen die Helfer die Schanze herunter, um sie zu befestigen.

Für Holger Diehm und seine Freunde aus dem Skiclub Neustadt startet der Tag schon früh auf der Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt. Kurz vor Sonnenaufgang schnallt sich der ehemalige Bundeswehrsoldat seine alpinen Skier unter die Füße und formiert sich mit seinen zwölf Mitstreitern auf der Schanze in einem überdimensional-großen V.

"Wir treten den Schnee in der Lande- und Auslaufzone fest, damit die Skispringer später sicher landen können", sagt Holger Diehm. Meter für Meter arbeitet sich das Team die Schanze herunter. Mit den Kanten der Skier treten sie den Schnee fest, sorgen für Rillen, die später den Skispringern beim Landen Halt geben sollen.


Mit Leidenschaft für den Skisprung-Sport


Holger Diehm im Interview

Zahnarzt Holger Diehm hilft seit acht Jahren ehrenamtlich beim Skisprung-Weltcup.

Holger Diehm ist im echten Leben Zahnarzt und, wie er selbst sagt, skiverrückt. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr ging er mit Frau und Kindern in den Schwarzwald nach Titisee-Neustadt. Er eröffnete eine Praxis, wurde Mitglied in einem Skiclub und leitet seit 2009 ehrenamtlich das Tretkommando beim Skisprung-Weltcup. "Es ist ein tolles Gefühl, Teil des Ganzen zu sein", sagt Holger Diehm.

Verrückte Schwarzwald-Gemeinde

Titisee-Neustadt ist eine kleine Gemeinde in Baden-Württemberg, mitten im Schwarzwald. Die rund 12.000 Einwohner brennen für ihren Skisprung-Weltcup. 800 Ehrenamtliche sorgen im Winter dafür, dass Springer und Fans die besten Bedingungen vorfinden. Der örtliche Sportverein verkauft Würstchen für die Fans. Mitglieder des Fußballvereins übernehmen die Kasse, andere sorgen für Sicherheit oder verpflegen die Sportler. Außerhalb der Saison halten die Helfer die Schanze in Schuss und sammeln wertvollen Schnee unter riesigen Planen und Styroporplatten für den nächsten Winter.

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Ehrenamtliche in Titisee-Neustadt

Diese Helfer sorgen dafür, dass der Weltcup läuft

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Wolfgang Schwörer kann sich einen Winter ohne Weltcup in Titisee-Neustadt nicht vorstellen. Der Heilerziehungspfleger ist an einem Wettkampftag für die Weitenmessung zuständig.

Wolfgang Schwörer kann sich einen Winter ohne Weltcup in Titisee-Neustadt nicht vorstellen. Der Heilerziehungspfleger ist an einem Wettkampftag für die Weitenmessung zuständig.

Bruno Winterhalder ist eigentlich Schornsteinfeger. Für den Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt nimmt er sich frei und fegt die Markierungen.

Priska Blank kümmert sich um die Trikots der Sportler. Sie gibt sie aus und sammelt sie später auch alle wieder ein. Wenn nicht gerade Weltcup ist, arbeitet sie als Verwaltungsangestellte.

Barbara Müller ist eine von vielen Helferinnen beim Catering. Die ehemalige Stadträtin liebt die Zusammenarbeit und gibt am Tag bis zu 200 Essen aus.

Sissi Hofmeier kennt sich aus mit Großveranstaltungen. Deswegen engagiert sich die gelernte Eventmanagerin auch beim Weltcup und bewacht die Schanze.

Seit 2001 richtet die kleine Schwarzwaldgemeinde das Weltcup-Springen aus. In diesem Jahr zum neunten Mal. Die Hochfirstschanze ist Deutschlands größte Naturschanze. Im Jahr 2000 wurde sie aufwändig umgebaut. Den offiziellen Schanzenrekord hält der Slowene Domen Prevc mit 148 Metern (Stand 8. Dezember 2017).