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Fußball| Edin Rahic Bradford City und "the german owner"

2016 kaufte der Echterdinger Edin Rahic mit einem Partner den Drittligisten Bradford City. Die ersten deutschen Clubbesitzer Englands wollen dem Verein mit Leidenschaft bis ganz nach oben verhelfen.

Edin Rahic der neue Chairman von Bradford City

Rahic hat ein großes Ziel vor Augen: die Premier League

Zehn Millionen Euro, so viel zahlten Rahic und der deutsche Unternehmer Stefan Rupp. Bradford City ist für sie mehr als nur ein kühles Investment. Die beiden wollen sich von den Milliardären der Premier League abheben. Leidenschaft und Aufrichtigkeit sind Rahic dabei wichtig: "Es ist einfach, man muss ehrlich sein. Ob es Ihnen (Fans, Anmerkung der Redaktion) passt oder nicht. Und ich glaube, damit kommen die ganz gut klar in der Arbeiterstadt." Chief Operating Officer James Mason ist mit der bisherigen Arbeit der neuen Vereinsführung zufrieden. "Sie sind ein Teil von uns, weil sie selber aus der Arbeiterklasse kommen. Sie stehen am Platz, sitzen auf der Tribüne, sind bei Auswärtsspielen dabei, mischen sich unter die Fans. Es gibt keine Hierarchie", sagt Mason über die deutschen Eigentümer.

Erschwingliche Tickets für die Fans

Nicht nur die richtige Mentalität ist das, was im Norden Englands gut ankommt, insbesondere die Ticketpreise sind dem Investor aus Echterdingen wichtig. Diese sollen so günstig wie möglich sein, denn für ihn ist eine Sache klar: "Fußball ist ein Working Class Spiel und das wollen wir eigentlich wieder zurückgeben". Leidenschaft und kein Luxus soll der Fußball laut Rahic sein. Deswegen verteilt der Chairman gemeinsam mit seiner Frau selbst die Karten. Die Fans sind dementsprechend zufrieden und schätzen die neu gewonnene Stabilität und das Engagement des deutschen Besitzers. Ihnen ist klar: Er versteht, was sich die Fans wünschen.

4:28 min | So, 2.4.2017 | 22:05 Uhr | Sport im Dritten | SWR Fernsehen BW

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Fußball | Ausland

Bradford City – Ein Stuttgarter kauft einen britischen Traditionsverein

Lennert Brinkhoff

2016 kaufte der Echterdinger Edin Rahic mit einem Partner den Drittligisten Bradford City. Die ersten deutschen Clubbesitzer Englands wollen dem Verein mit Leidenschaft bis ganz nach oben verhelfen.

Der fußballverrückte Filderkicker

Nicht jeder Geschäftsmann würde wohl sein gesamtes Vermögen in einen Drittligaclub investieren. Seine Mutter hatte Rahic vom Kauf des Clubs wegen seiner sicheren Stelle bei Bosch abgeraten. Sein Vater war risikobereiter: "Wenn ich meinem Papa erklärt habe, egal was es war, stand er immer hinter mir. Weil er weiß, wenn ich was mache, dann ist es wohl überlegt. Dann mache ich es mit voller Kraft", sagt Rahic.

Katastrophe bleibt in Erinnerung

Der Geschäftsführer und Besitzer von Bradford City bleibt der Philosophie des Fußballclubs aus der Industriemetropole treu. Rahic setzt unter anderem auf ehemalige Profis aus der Stadt im Norden Englands. Einer von ihnen, der am bisher schwärzesten Tag der Vereinsgeschichte am 11. Mai 1985 vor Ort war, ist Greg Abbott. Im Valley Parade, Bradford City's Stadion, löste damals eine weggeworfene Zigarette ein riesiges Feuer aus. In wenigen Minuten brannte die Haupttribüne des Traditionsvereins ab, forderte 56 Todesopfer und 250 Verletzte. Abbott, heutiger Chef-Scout, erinnert sich noch genau an das tragische Ereignis: "Die Bilder von damals habe ich noch immer im Kopf. So viele Jahre später versuchen wir, auf die guten Sachen zu schauen, die seitdem passiert sind. Das ist die beste Art und Weise, den Opfern von damals zu gedenken", sagt der ehemalige Bradford-Spieler.

Die Saison 2016/17 schloss Bradford City mit 79 Punkten auf Platz fünf der League One ab. Damit haben die Nordengländer die Aufstiegs-Playoffs für den Championship erreicht und stehen dort im Finale gegen den Tabellensechsten, FC Millwall.

Die Reportage aus Bradford

Unser Reporter Lennert Brinkhoff hat sich im Stadion Valley Parade mit dem Besitzer von Bradford City getroffen. Das gesamte Facebook-Live-Video sehen Sie hier: