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DTM am Nürburgring | Portrait Jamie Green - der schnellste DTM-Papa

Eine alte Weisheit im Motorsport besagt, dass ein Pilot mit jedem Kind ein bisschen langsamer wird. Dieser Spruch gilt definitiv nicht für Jamie Green.

Jamie Green

Hat meistens ein Lächeln auf den Lippen: Jamie Green

Der Brite ist seit Mai dreifacher Familienvater und nach zwölf Jahren im DTM-Geschäft immer noch voller Energie und Ehrgeiz. Die Tochter des Audi-Piloten kam gerade noch rechtzeitig zur Welt: Denn Giorgiana wurde zwei Tage vor dem DTM-Saison-Start am 8. Mai am Hockenheimring geboren. Mit seiner Frau Ginny hat Green außerdem zwei Söhne - Zachary und William.

Mit jedem Kind etwas langsamer. Zu Saisonbeginn sah es kurz so aus, als treffe diese Weisheit auch auf Green zu. In den ersten drei Rennen fuhr der 34-Jährige keine Punkte ein. Doch der coole Engländer mit den typisch britischen Humor kann eine Sache gar nicht leiden: Verlieren. In den vergangenen Wochen zeigte er eindrucksvoll, dass sich die Anzahl seiner Kinder nicht auf seinen Erfolg auswirkt. Bei den Rennen Lausitz- und am Norisring stand Green gleich dreimal auf dem Treppchen und sammelte fleißig Punkte für die Gesamtwertung.

Am Sonntag um 22.05 Uhr ist Jamie Green zu Gast bei Flutlicht - SWR Fernsehen RP.

Beim vorletzten Rennen in Zandvoort (Niederlande) fuhr der Brite seinen ersten Saisonsieg ein. Mittlerweile liegt er auf dem dritten Platz - nur 26 Punkte hinter dem Gesamtführenden Marco Wittmann (BMW).

Green lernt aus seinen Fehlern

Wichtig ist für Green, dauerhaft unter den ersten zehn Fahrern zu sein und stetig Punkte zu sammeln. Im vergangenen Jahr stand der Brite lange an der Spitze der Gesamtwertung, zum Gewinn der Meisterschaft reichte es am Ende jedoch nicht.

Jamie Green

Jamie Green feierte in Zandvoort mit seinem Team den ersten DTM-Saisonsieg

2015 gewann Green die ersten drei Rennen in seinem Audi-Boliden, dominierte teilweise die Konkurrenz. Dann kamen technische Probleme, einige Rennen konnte er nicht beenden. Zudem zeigte er Schwächen bei nassen Bedingungen.

Am Ende schrammte er nur ganz knapp am großen Triumph vorbei. Die Meisterschaft sicherte sich der Worndorfer Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein. Green landete mit 19 Zählern Rückstand auf Platz zwei - sein bisher bestes Gesamtergebnis.


Verrückt nach Autorennen seit fast 25 Jahren

Motorsport fasziniert den 34-Jährigen schon seit seiner Kindheit. Jamie Greens Karriere begann mit zehn Jahren im britischen Kartsport. 2003 ging es in der Formel-3-Meisterschaft in England weiter.

Ein Jahr später sicherte er sich in der Euroserie mit sieben Siegen den Titel - mit deutlichen Vorsprung. Übrigens: Damals ließ er bekannte Namen wie Lewis Hamilton und Nico Rosberg hinter sich.

Jamie Green Audi

So hat es Jamie Green am Liebsten: Der Brite führt das Feld mit seinem orangenen Audi an

Mit der Startnummer 53 auf seinem Audi RS 5 DTM fährt Green seit 2014 für das Team Rosberg (2013 Audi Sportsline) aus Neustadt an der Weinstraße. Bei seinem Debüt in der DTM startete er noch für Mercedes. Im sonst so konzentrierten und ernsten Motorsport-Geschäft sticht Jamie Green mit seiner offenen und lockeren Art heraus. Immer im Gepäck: seine Familie.

Stolzer Papa

Eigentlich mit Wohnsitz in Monaco, reisen die Greens im eigenen Wohnmobil zu den meisten Rennen. Denn wo andere Piloten in Luxushotels residieren, hält der Teamplayer mit dem Camping-Style nicht nur sich und seine Familie, sondern auch seine komplette Audi-Crew bei Laune.

Und wenn Green mal nicht im Auto sitzt, gibt er seinen beiden Söhnen Tennistraining oder ist mit seinem Rennrad unterwegs. Besonders gerne radelt er zusammen mit Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard an der Cote d'Azur.


Schampus auf dem Nürburgring

Vergangene Woche musste Green bei den Rennen in Moskau einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Am Samstag reichte es nach einem eher verkorksten Rennen nur zu Platz sieben, einen Tag später kassierte er eine Durchfahrtsstrafe und kam letztlich auf Rang 22.

Am kommenden Wochenende will der Audi-Pilot auf dem Nürburgring (11. September) wieder angreifen - denn wie Green selbst behauptet, liebt er den Geruch von Champagner - und den gibt es in der Eifel nur auf dem Treppchen.