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SC Freiburg | Porträt Bartosz Kapustka - Voll motiviert und Zielstrebig

Bartosz Kapustka kommt nach einem verlorenen Jahr vom Leicester City zum SC Freiburg. Nach seiner Verletzung bei der U21-EM ist der Pole noch nicht fit. Trotzdem ist er einer der großen Hoffnungsträger.

Bartosz Kapustka und Christian Streich im Gespräch während des Trainings

Bartosz Kapustka lauscht den Anweisungen seines neuen Trainers Christian Streich

In seiner polnischen Heimat einst als "junger Lewandowski" gefeiert, bei der Europameisterschaft in Frankreich im vergangenen Jahr ins Scheinwerferlicht des internationalen Fußballs getreten und schließlich bei Leicester City durchs Raster gefallen. Bartosz Kapustka, Neuzugang des SC Freiburg, hat in seiner jungen Karriere schon einiges erlebt. Der 20-jährige Offensivspieler, der zunächst auf Leihbasis nach Freiburg kommt, ist sich aber sicher, im Breisgau das verlorene Jahr in England wieder wettzumachen. "Ich bin überzeugt, dass Freiburg für meine Weiterentwicklung der richtige Ort ist", sagte Kapustka, als er beim SC Freiburg vorgestellt wurde.

Schon mit 15 Jahren bei den Profis

Im Tarnow im Süden Polens geboren, zeichnete sich bei Bartosz Kapustka früh ab, dass der Weg in den Profi-Fußball nur eine Frage der Zeit sein wird. Über mehrere kleine Vereine landet Kapustka 2012 beim Traditionsverein KS Cracovia in Krakau. Bereits mit 15 Jahren trainiert das Talent mit den Profis und läuft zwischen 2013 und 2016 60 mal in der ersten polnischen Liga auf. Neben Auftritten in den Jugendnationalteams Polens, entfacht die Saison 2015/16 (13 Torbeteiligungen in 33 Spielen) einen großen Hype um den damals 18-Jährigen.

Bartosz Kapustka (im beim Länderspiel gegen Slowenien) wechselt vom englischen Premier-League-Team Leicester City zum SC Freiburg

Bartosz Kapustka wechselt von Leicster City zum SC Freiburg

Vom nächsten Lewandowski war die Rede, als Borussia Dortmund mit dem jungen Offensivmann in Verbindung gebracht wird. Die Berufung in den A-Kader der polnischen Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich tut ihr übriges. Der rasante Aufstieg des Shooting Stars bleibt auch bei der Europameisterschaft ungebremst. In der Vorrunde macht Kapustka gegen Nordirland mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam, wird zudem bei vier der fünf polnischen Spiele eingesetzt.

Der Wechsel zum BVB bliebt aus, stattdessen wechselte Kapustka zum frisch gebackenen englischen Meister Leicester City. Die Ambitionen waren groß. Die Möglichkeiten zu spielen mit Premier League, Champions League und etlichen Pokalwettbewerben auf der Insel eigentlich auch. Trotzdem konnte sich Kapustka, der sowohl im Zentrum, als auch auf dem Flügel einsetzbar ist, nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Anstatt mit Jamie Vardy und Ryad Mahrez auf Torejagd zu gehen, spielte Kapustka hauptsächlich für die U23 der "Foxes" und sammelte nur bei drei Einsätzen im FA Cup Erfahrungen im A-Team. Um zu mehr Spielzeit zu kommen, musste ein Wechsel her.

Der Nachfolger von Vincenzo Grifo

Bartosz Kapustka beim individuellen Training mit SC Freiburg Masseur Uwe Vetter

Bartosz Kapustka musste im Trainingslager in Schruns viel aufholen

Den Sport-Club sieht Kapustka als ideale Adresse für dieses Vorhaben. Als der SC Freiburg ihn haben wollte, war sofort klar, wohin der Weg gehen sollte. Doch um seine Qualitäten in der kommenden Saison voll ausschöpfen zu können, musste der Neu-Freiburger im Trainingslager im österreichischen Schruns zunächst individuell trainieren. Eine Sprunggelenksverletzung aus der vergangenen Saison hielt den Polen zurück. Die Europa-League-Qualifikation gegen NK Domzale kamen deshalb zu früh für Kapustka. SC-Trainer Christian Streich würde den Neuzugang sowieso lieber behutsam aufbauen, damit er Stabilität bekommt. Außerdem solle sich der Neuankömmling erst einmal in Freiburg einleben.

In welche Fußstapfen der Pole treten soll, ist spätestens seit der Bekanntgabe der Rückennummer des Neuzugangs klar: Kapustka spiel mit der 32 auf dem Rücken, der alten Rückennummer von Vincenzo Grifo. Das nötige Potenzial sei laut SC-Sportvorstand Jochen Saier vorhanden: "Bartek ist technisch sehr versiert und hat ein für sein Alter ausgeprägtes Gefühl für das Spiel."

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Charakterlich keine Sorgen

Julian Schuster sieht bei der Integration keine Probleme. "Bartek ist voll motiviert, zum Beispiel was die deutsche Sprache angeht", so Schuster, der von seinen Teamkollegen jüngst erneut zum Kapitän gewählt wurde. "Er wollte von Anfang an so viel wie möglich deutsch sprechen und kommt schnell voran. Das imponiert mir, und diese Zielstrebigkeit spiegelt sich auch auf dem Platz wider."

Bleibt für den Sport-Club zu hoffen, dass Bartosz Kapustkas Zielstrebigkeit bald auch in der Bundesliga von Nutzen sein wird und der Umzug aus England nach Südbaden fußballerisch Früchte trägt. Der junge Pole wäre schließlich nicht der Erste, dessen Stern nach nach einem Karriereknick wieder über dem Schwarzwaldstadion aufgeht.

Von Marius Rinkel