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Fußball | FSV Mainz 05 Torwart Jonas Lössl ist von Mainz beeindruckt

Er heißt Jonas Lössl, kommt aus Dänemark, hat eine deutsche Oma und will im Tor von Mainz 05 "sein Ding durchziehen". Das ist die neue Nummer eins bei den Rheinhessen.

Der neue Mainz-05-Torwart Jonas Lössl streckt selbstbewusst seine großen Hände in die Kamera.

Jonas Lössl geht selbstbewusst in seine erste Saison mit dem FSV Mainz 05

Mainz-05-Torwart Jonas Lössl ist in Mainz echt angekommen: "Ich vermisse nichts im Moment, ich bin sehr glücklich hier in Mainz", sagte Lössl bei seinem ersten Pressegespräch bei den 05ern. Zuletzt hat der 27-jährige Däne in Guingamp in der ersten französischen Liga gespielt. Im Vergleich zu dem kleinen 7.000-Einwohner-Ort in der Bretagne ist Mainz fast eine Weltstadt. Lössl fühlt sich dennoch wohl an seinem neuen Arbeitsplatz: "Mich beeindruckt das professionelle Umfeld im Club, und die Atmosphäre in der Stadt ist richtig schön."

Nach dem schwedischen Abwehrspieler Pierre Bengtsson und seinem Landsmann Emil Berggreen ist Lössl der dritte Skandinavier im Kader des Bundesligisten. Das mache ihm die Eingewöhnung deutlich einfacher, sagte der 1,95-Meter große Torwart. "Die beiden beantworten mir viele Fragen und helfen mir, hier zurechtzukommen."

Mit den anderen Spielern verständige er sich einfach auf englisch, französisch oder deutsch. Auch das ist für Lössl offenbar kein Problem: "Rechts, links. Die Kommandos auf dem Platz sind klar und kurz. Die Kommunikation zwischen Torwart und Abwehr ist sehr wichtig, aber das kriegen wir gut hin", ist sich der Däne sicher.

Loris Karius gegoogelt

Mainz-05-Torwart Jonas Lössl beim Testspiel in Alzey.

Mainz-05-Torwart Jonas Lössl stand beim 5:0-Sieg im Testspiel gegen Alzey eine Halbzeit im Tor

Angst vor zu großen Fußstapfen hat Lössl nicht. Als er mitbekommen habe, dass Mainz an ihm Interesse zeige, habe er seinen Vorgänger Loris Karius gegoogelt. Er sei mit Sicherheit ein "sehr guter Torwart", der nicht umsonst jetzt in Liverpool spiele. "Aber ich muss hier mein eigenes Ding durchziehen", sagt Lössl selbstbewusst.

Dieses Selbstbewusstsein zeigt sich auch, wenn man den 27-Jährigen nach seinen Stärken fragt: "Mein Eins-gegen-eins-Spiel, meine Strafraumbeherrschung und ein guter Fußballer bin ich auch - das waren wohl die Gründe, warum mich Trainer Schmidt in Mainz haben wollte."

EM ohne Nationalspieler Lössl

Eine Sache vermiest dem neuen Mainzer Keeper allerdings ein wenig den Auftakt in der Bundesliga. Lössl wäre lieber erst ein paar Wochen später in die Vorbereitung eingestiegen - nachdem Dänemark eine erfolgreiche Fußball-Europameisterschaft gespielt hätte. Dazu kam es für die Nummer zwei im dänischen Tor aber nicht. In der Qualifikation scheiterte Dänemark in den Playoffs ausgerechnet an den Nachbarn aus Schweden. "Nicht dabei zu sein, war eine Riesen-Enttäuschung. Das nächste Mal müssen wir es einfach schaffen", sagte Lössl.

Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Warum schreibt sich der Däne Lössl eigentlich mit "ö" und nicht mit "ø" - wie in Dänemark üblich? Die Antwort, denkbar einfach: Weil Jonas Lössls Oma Deutsche ist und in Flensburg wohnt. Mindestens einen neuen Fan haben die Mainzer im hohen Norden also sicher für die neue Saison dazu gewonnen.

Jonas Lössl ist 1989 in Kolding geboren, wo er auch seine Fußballkarriere begann. Nach der Jugend bei Kolding IF wechselte Lössl zum FC Midtjylland, für den er 127 Spiele in der ersten dänischen Liga bestritt. Zuletzt stand er zwei Jahre beim französischen Erstligisten EA Guingamp zwischen den Pfosten. Seit dieser Zeit ist er auch dänischer Nationalspieler. Sein Vorbild ist die dänische Torwart-Legende Peter Schmeichel.