Bitte warten...

Chinas U20 | Kommentar Habt Ihr sie noch alle?

Die U20-Nationalmannschaft Chinas soll in der nächsten Saison in der Regionalliga Südwest mitspielen. Heimische Vereine bleiben außen vor. Eine mehr als fragwürdige Idee, findet SWR Sportredakteur Achim Scheu.

Waldhof Mannheim und der SSV Ulm sollen in der nächsten Saison gegen die U20 aus China antreten

Waldhof Mannheim und der SSV Ulm sollen in der nächsten Saison gegen die U20 aus China antreten

Bayern München feiert seine Meisterschaft mit kleinen Go-Pro-Kameras auf den Biergläsern für die Bierduschen. Das kommt besonders gut im Fernsehen rüber. Das DFB-Pokalfinale könnte, so zumindest die Überlegungen aus Richtung der Sponsoren, irgendwann mal in Asien ausgetragen werden. Und jetzt eben soll die U20 Nationalmannschaft Chinas in der Regionalliga Südwest mitspielen. Habt ihr sie noch alle?

Fußball ist ein so schöner, ein emotionaler Sport, der Brücken bildet zwischen den Menschen. Klar kann man jetzt sagen, dann bauen wir eben Brücken nach China, wenn die Jungs in der vierten Liga Deutschlands mitspielen dürfen. Aber was bringt das außer Kohle?

Der Sport wird ausgequetscht

Davon benötigt ein Regionalligist jeden Cent. Das Ganze geht aber auf Kosten des Sports. Waldhof Mannheim, 1.FC Saarbrücken, TuS Koblenz, die Stuttgarter Kickers oder der SSV Ulm - um nur einige zu nennen - sind alles Traditionsvereine, die schon mal im Profifußball waren und da auch wieder hinwollen. Da tun die 15.000 bis 20.000 Euro Entschädigung extrem gut in der Vereinskasse. Die Klubs nehmen das dankend an. Für mich ist das aber purer Kapitalismus, der Sport wird ausgequetscht bis auf den letzten Euro.

Achim Scheu

Achim Scheu

Das Ganze auf Kosten des FK Pirmasens. Die Pfälzer hatten einen Antrag gestellt, die Liga auf 20 Teams aufzustocken, damit sie als Tabellen-14. der vergangenen Saison drin bleiben können. Statt die Vereine im Südwesten zu stärken, muss es jetzt eine Geldquelle aus China sein? Eine Horrormeldung.

"Fußballmafia DFB" hallt es immer häufiger aus den Fankurven der Stadien. Die Kommerzialisierung geht rasant weiter. Beim größten Sport-Verband der Welt, dem DFB, müssen sie schwer aufpassen, dass die Fans nicht schneller als befürchtet die Schnauze voll haben und sich von der schönsten Nebensache der Welt angewidert abwenden.

Von Achim Scheu