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Bundesliga | VfB Stuttgart Reschke: "Klassenerhalt steht über allem"

Michael Reschke hat nach der Trennung von Trainer Hannes Wolf und der Verpflichtung von Tayfun Korkut als neuem Coach des VfB Stuttgart Verständnis für die teilweise harschen Reaktionen der Fans des Traditionsklubs.

VfB-Sportvorstand Michael Reschke

VfB-Sportvorstand Michael Reschke

"Ich weiß um die Emotionalität unserer Anhänger und die Wucht, die dieser Verein entwickelt", sagte der VfB-Sportvorstand in der Sendung "Sport im Dritten" im SWR Fernsehen BW. Die deutliche Kritik an seiner Person macht Reschke nichts aus. "Ich verstehe die Reaktionen der Fans, aber wir müssen Entscheidungen treffen, von denen wir überzeugt sind. In meiner Position muss man das abkönnen", so Reschke: "Es geht generell auch nicht um meine Person, sondern darum, dass der VfB Stuttgart die Klasse hält. Das steht über allem."

"Sind absolut von Tayfun Korkut überzeugt"

Die Entscheidung, Korkut als neuen Trainer und Nachfolger von Wolf zu verpflichten, begründete Reschke im SWR-Fernsehen zwar, dementierte Gespräche mit anderen Trainer aber nicht - er ließ sich dazu keine Antwort entlocken. "Wichtig ist, dass wir mit Tayfun Korkut einen Trainer gefunden haben, von dem VfB-Präsident Wolfgang Dietrich und ich absolut überzeugt sind. Die Entscheidung haben wir mit voller Überzeugung getroffen", sagte der Sportvorstand. "Tayfun hat von Anfang an einen guten Draht zur Mannschaft gefunden. Bereits bei den Gesprächen vor seiner Verpflichtung hat er uns damit überzeugt, wie gut er unser Team kennt und analysiert hat."


Die Trennung vom bei den VfB-Fans sehr beliebten Aufstiegstrainer Wolf erklärte Reschke ebenfalls. "Die Niederlage gegen Schalke war die siebte Pleite im achten Pflichtspiel. Das hat bei uns schon ein bisschen Magengrummeln verursacht. Wir saßen dann nach dem Spiel mit Hannes und seinem Trainerteam zusammen. Hannes sagte zu mir: 'Michael, wenn ihr der Überzeugung seid, dass ein Trainerwechsel jetzt mehr Sinn macht, dann hätte ich großes Verständnis dafür. Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich die Mannschaft nicht mehr komplett erreiche.' Ich sagte ihm darauf: 'Hannes, lass erst mal alles sacken.' Das haben wir dann gemacht und kamen später gemeinsam zur Überzeugung, dass eine Trennung besser ist."

"Ziehe den Hut vor Wolfs Offenheit"

Das Eingeständnis, die Mannschaft nicht mehr richtig zu erreichen, rechnet Reschke Wolf hoch an. "Hannes ist ein ganz intelligenter Junge. Mit seiner Aussage hat er das Wohl des VfB Stuttgart über sein eigenes gestellt. Ich muss den Hut ziehen vor so viel Offenheit."

Für die Entwicklung des VfB Stuttgart hofft Reschke zunächst auf den Klassenerhalt und dann längerfristig auf eine Etablierung in der Bundesliga. "Wir müssen gute Perspektiventscheidungen treffen, damit uns das gelingt. Daran arbeiten wir mit aller Kraft."

Aktuell stehen die Schwaben mit 21 Punkten aus 21 Spielen auf Rang 14. Zum Einstand des neuen Trainers Korkut hatte Stuttgart ein 1:1 beim VfL Wolfsburg geholt. Nächste Woche empfängt der VfB vor heimischer Kulisse Borussia Mönchengladbach.