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Bundesliga | VfB Stuttgart Gomez der Mann des Tages - auch ohne Tor

Rückkehrer Mario Gomez half dabei, den 1:0-Erfolg des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC zu erzwingen. Der Stürmer traf zwar nicht, hatte aber gehörigen Anteil am "Treffer des Tages" - einem Eigentor von Berlins Niklas Stark.


Nach dem erlösenden Treffer stand Gomez im Mittelpunkt. Der Stadionsprecher brüllte seinen Namen, das Stadion feierte den Nationalspieler. Der Haken allerdings: Gomez hatte gar nicht eingenetzt, allerdings Berlins Stark im direkten Duell dazu gebracht, den Ball ins eigene Tor zu lenken. "Es war zu null Prozent mein Treffer, aber das Tor war natürlich sehr wichtig für uns und der Lohn für eine gute zweite Halbzeit", befand Gomez nach dem 1:0-Heimsieg. Er habe in dieser Szene längst "abgeschaltet" gehabt, weil er sich gedacht habe: "Rote Karte, Elfmeter." Stark hatte Gomez im Zweikampf umgerissen.

Stuttgart erarbeitet sich das Glück

Aber auch ohne sein erstes Tor für den VfB Stuttgart seit 3157 Tagen herrschte beim Aufsteiger nach der Partie Feierstimmung. "Er hat es erarbeitet", sagte Mannschaftskapitän Christian Gentner mit Blick auf Gomez. Und ja, sagten Trainer Hannes Wolf und alle anderen Stuttgarter hernach, in dieser Szene hätten sie einfach mal Glück gehabt. "Aber das Glück fällt ja nicht vom Himmel", sagte Sportvorstand Michael Reschke, vielmehr habe es sich die Mannschaft eben auch "verdient". Und für dieses Verdienen stand einer exemplarisch: Mario Gomez.

Er habe Schmunzeln müssen vor dem Spiel, sagte der Rückkehrer, denn obwohl er ja schon einiges hinter sich habe, obwohl die Bundesliga eben auch nur ein Job sei, habe sich sein 122. Spiel für den VfB angefühlt "wie mein erstes". Anzumerken war ihm das auf dem Platz nicht. "Hut ab, das war eine starke Leistung", sagte Reschke über Gomez, dessen Wirkung sich allerdings noch deutlicher entfalten wird, wenn seine Mitspieler mit den Bällen, die er hält und verteilt, und mit den Räumen, die er schafft, etwas anzufangen wissen.

"Wir haben jetzt nicht die Sterne vom Himmel gespielt"

So war der Sieg doch arg glücklich. Ja, analysierte Trainer Wolf, "wir haben jetzt nicht die Sterne vom Himmel gespielt". Und ja, Hertha BSC war ein unbequemer Gegner, der in Führung hätte gehen können beim Pfostenschuss von Valentino Lazaro (23.), und in Führung hätte gehen müssen, hätte Salomon Kalou unbedrängt eine Flanke von Arne Maier nicht über das leere Tor geköpft (37.). Aber gewonnen hat eben dann doch Stuttgart - nach zuvor vier Niederlagen ohne Tor. Reschke sagte deshalb sogar: "Das war ein Meilenstein für uns."

Ein Sieg des Willens

Was Gomez bewirken kann, das haben sie in Stuttgart bislang nur erahnt, jetzt haben sie es gesehen. "Er strahlt sehr viel Präsenz aus", sagte Sturm-Kollege Daniel Ginczek, "er hat sich toll reingehauen", sekundierte Gentner und betonte die "Wirkung, die er auf die gegnerische Verteidigung hat". Kurzum: Der Rückkehrer personifizierte den Willen der Stuttgarter, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Egal wie. "Wenn wir jede Woche so einen Dreckssieg machen, bin ich total happy", sagte Gomez und betonte: "Ich brenne für diese Aufgabe."

Den Schlusspfiff hätte er allerdings beinahe nicht erlebt. In der 90. Minute erhielt Gomez von Schiedsrichter Felix Brych die Gelbe Karte - für eine Ohrfeige gegen Eigentorschütze Stark. Da hatte der Mann des Tages Glück - es hätte bei strenger Regelauslegung auch Rot sein können.

Alles rund um das Spiel des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC sehen Sie am Sonntag ab 22:05 Uhr in der Sendung Sport im Dritten im SWR Fernsehen BW.