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Bundesliga | SC Freiburg Wäre die Europa League für Freiburg Fluch oder Segen?

Trotz des eher mageren 1:1 gegen den FC Ingolstadt hat der SC Freiburg noch Chancen auf einen Europa-League-Platz. Aber ist der für die Breisgauer überhaupt erstrebenswert?

Beim SC Freiburg war der Jubel nach dem Sieg gegen Schalke groß

Beim SC Freiburg war der Jubel nach dem Sieg gegen Schalke groß

Der Schwarzwald ist eine der schönsten und bekanntesten Regionen Deutschlands und zieht Touristen aus ganz Europa und der Welt an. Doch ab dem Spätsommer könnten es nicht nur die sanften Gipfel von Feldberg und Kandel, die Kuckucksuhren und die Schwarzwaldmädel mit Bollenhüten sein, die als Anziehungsmagnet wirken. Sondern auch der SC Freiburg als Gastgeber im internationalen Fußball.


Saisonziel weit übertroffen

Während sich die finanzstarken vermeintlichen Topklubs wie Leverkusen oder Wolfsburg in dieser Saison früher oder später aus dem Rennen um die Europa-League-Plätze verabschiedeten, hat sich Freiburg still und unaufgeregt oben etabliert. Nach der Rückkehr in die Bundesliga war in dieser Saison der Klassenerhalt das oberste Ziel. Aber wie heißt es so schön: Der Erfolg kommt nie zu früh. Wenn es also als Aufsteiger für die Europa League reicht, umso besser. Trainer Christian Streich jedenfalls träumt schon von Auftritten seiner Mannschaft bei Celtic Glasgow oder ähnlichen Kalibern.

Fatale Doppelbelastung durch Europa League

Für einen "kleinen" Klub wie Freiburg ist das Erreichen des internationalen Geschäfts manchmal aber auch ein zweischneidiges Schwert. Oft genug erwies sich die Doppel- und Dreifachbelastung als Bumerang. Der Euphorie folgt Frust und nicht selten der Absturz in der Bundesliga. Auch die Freiburger sind gewarnt, denn bei den vergangenen Europa-Abenteuern sammelten sie schon entsprechende Erfahrungen.

2001 noch unter Volker Finke schaffte Freiburg als Sechster der Bundesliga die Qualifikation für den UEFA Cup. In der folgenden Saison setzte es dann aber den Abstieg in die 2. Liga. Als Fünfter am Saisonende 2012/2013 qualifizierte sich der SC direkt für die Gruppenphase der Europa League. Wichtige Leistungsträger wie Max Kruse, Jan Rosenthal oder Johanes Flum konnten trotzdem nicht gehalten werden. Die Folge: Nach der Gruppenphase war die Europa League für Freiburg zu Ende, in der Bundesliga stand der Klub gleichzeitig in der Abstiegszone. Fast die gesamte Saison kämpfte die Mannschaft um den Klassenerhalt. Der gelang dann zwar noch am 32. Spieltag, aber ein Jahr später war der Gang in die 2. Liga dann nicht mehr zu verhindern.

Aus Erfahrungen lernen

Soweit soll es natürlich nicht mehr kommen. Aber die Freiburger sind viel zu bodenständig, um jetzt schon über die nächste Saison zu spekulieren. Erst mal heißt es volle Konzentration auf die beiden letzten Saisonspiele gegen Ingolstadt und Bayern München. Eine gemeinsame Meister-Europa-League-Party mit dem Rekordmeister wäre dann aber der verdiente Lohn nach einer überragenden Saison der Elf aus dem Schwarzwald.