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Bundesliga | FSV Mainz 05 Strutz geht - Kaluza ist neuer Präsident

Beim FSV Mainz 05 endete am Sonntag eine Ära: Harald Strutz hört nach fast 29 Jahren an der Spitze des Klubs auf. Sein Nachfolger ist der Lebensmittel-Unternehmer Johannes Kaluza.


Johannes Kaluza wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum neuen Präsident des Bundesligisten gewählt. Der 62-jährige Unternehmer erhielt beim zweiten Wahlgang 498 Stimmen und tritt somit die Nachfolge von Strutz an. Der Jurist trat nicht mehr an. Der zuvor als Außenseiter gesehene Kaluza ("Mainz 05 braucht einen Neuanfang") setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch. Nach dem ersten Wahlgang war Frank Röhr (50) mit 295 Stimmen ausgeschieden. Der bisherige Vizepräsident Jürgen Doetz (72) erhielt im direkten Duell mit Kaluza dann 458 Stimmen.


"Ich möchte einen kraftvollen Neuanfang, eine Rettung der Fußball-Vereinskultur. Ohne Schatten der Vergangenheit", sagte der Unternehmer, der eine mittelständische Essig-Fabrik leitet und sprach sich "gegen den überschäumenden Kommerz" aus.

"Kein Ringelpiez mit Helene Fischer"

"Wir müssen den Dialog mit den anderen Traditionsvereinen suchen, denn das Geschäftsmodell des bezahlten Fußballs zwingt den Vereinen einen knallharten Kapitalismus auf", sagte Kaluza. Passend dazu lautet das Motto des 62-Jährigen: "Kein Ringelpiez mit Helene Fischer" - eine Anspielung auf den umstrittenen Auftritt des Schlagerstars in der Halbzeit des DFB-Pokal-Finals.


Mit einer sehr persönlichen Ansprache hatte sich zuvor Strutz nach knapp 29 Jahren an der Spitze des Vereins verabschiedet. "Jetzt ist es Zeit zu gehen. Ein kleines Stück meines Herzens bleibt bei Mainz 05, mein ganzes Herz gehört meiner Familie", sagte der Jurist und erntete dafür von den Mitgliedern stehende Ovationen. Mit Blick auf seine langjährigen Vorstandskollegen erklärte Strutz, der sich wegen der Kritik an hohen monatlichen Zahlungen zum Rückzug aus dem Ehrenamt entschieden hatte: "Wir scheiden mit Selbstbewusstsein und Stolz."

Rekordumsatz für Mainz 05

Harald Strutz hört nach fast 29 Jahren an der Spitze des FSV Mainz 05 auf

Harald Strutz hört nach fast 29 Jahren an der Spitze des FSV Mainz 05 auf

In seiner Abschiedsrede verkündete Strutz noch einmal eine positive Bilanz für die Rheinhessen in der vergangenen Saison. Demnach haben die 05er einen Rekordumsatz von 109,5 Millionen Euro erzielt, der Gewinn zum 30. Juni beläuft sich auf mehr als zehn Millionen Euro.

Erstmals wurde am Sonntag bei der Versammlung in Halle 45 im Mainzer Stadtteil Mombach auch ein achtköpfiger Aufsichtsrat installiert. Es ist die größte Strukturreform in der Klubgeschichte der Rheinhessen, die in der abgelaufenen Saison lange um den Klassenerhalt zittern mussten.