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Bundesliga | FSV Mainz 05 Mit einem Fahrplan aus der Führungskrise

Nachdem Johannes Kaluza, der Vorstandsvorsitzende des FSV Mainz 05, am Wochenende erklärte, den Weg für Neuwahlen freizumachen, laufen die Drähte heiß in der Vereinsführung der 05er. Wichtigstes Anliegen für den in der Kritik stehenden Kaluza ist es, den Fans und Mitgliedern einen Fahrplan aufzuzeigen, wie es weitergeht.

Johannes Kaluza (li.) und Rouven Schröder

Johannes Kaluza (li.) und Rouven Schröder

Johannes Kaluza steht neben dem Trainingsplatz am Mainzer Bruchweg, interessiert sich aber nicht besonders für die intensive Vormittagseinheit von Trainer Sandro Schwarz und seinen Jungs. Er spricht mit seinem Vorstandskollegen Rouven Schröder. Ja, sie reden miteinander, obwohl Schröder, zusammen mit den vier 05-Geschäftsführern, die vergangene Woche Kaluza den Rücktritt nahe gelegt haben soll.

Diese Meldung hat am Sonntag die schon seit Wochen schwellende Führungskrise bei Mainz 05 offengelegt. Jetzt sind alle Beteiligten bemüht, die Wogen zu glätten, öffentlich zu beschwichtigen und intern die Weichen zu stellen für die Zukunft des Klubs. Kaluza will so schnell wie möglich zusammen mit der Vereinsführung einen Fahrplan erstellen, wie es weitergehen soll.

Wann erfolgt die außerordentliche Mitgliederversammlung?

Aufsichtsratschef Detlev Höhne wird da im Gespräch mit dem SWR schon konkreter. Bis nächste Woche will sich der Aufsichtsrat auf einen Termin einigen, an dem die Vereinsmitglieder einen neuen Präsidenten wählen könnten. Dafür müsste eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Diese kann auf drei Wegen einberufen werden: "Vom Vorstand oder vom Aufsichtsrat, wenn dies im Interesse des Vereins erforderlich ist, oder es kann von mindestens 100 stimmberechtigten Mitgliedern unter Angabe der Gründe schriftlich beantragt werden."

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Das könnte recht schnell geschehen. Vielleicht noch in diesem Dezember, wahrscheinlich ist aber eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Januar 2018. Die Wahl zum neuen Vereinsvorsitzenden ist da dann wohl nur ein Tagesordnungspunkt, denn es wird erwartet, dass auch noch eine Satzungsänderung im Raum steht. Denn das Konstrukt, dass die Mitglieder den Vereinsvorsitzenden wählen dürfen, ist für das Mainz 05 - mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro - nicht besonders professionell, wie sich jetzt bei dieser Führungskrise zeigt.

Warten auf den Fahrplan

Kaluza selbst ist für eine Satzung, indem ein hauptamtlicher Vereinsvorsitzende vom Aufsichtsrat gewählt wird. Darauf wird das Hauptaugenmerk der Mainzer Vereinsführung in den nächsten Tagen liegen. Fans und Mitglieder warten auf den Fahrplan. Derweil hat sich nach dem Training auch Coach Schwarz geäußert. Er hat seinen Jungs gegenüber, wie er sagt, das "Thema in drei Sätzen abgehandelt". Seine Spieler dürfen natürlich darüber diskutieren. Schwarz sagte weiter: "Andere Leute müssten das klären, er und sein Team seien für den sportlichen Bereich zuständig und haben das klare Ziel als Mainz 05 aufzutreten." Solch eine Einigkeit würde der Vereinsführung auch ganz gut tun.