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Bilanz vor der Jahreshauptversammlung Was hat der FCK-Aufsichtsrat geleistet?

Von Sebastian Zobel

Bevor der neue Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern gewählt wird, ist es Zeit, nochmal auf die Amtszeit der noch amtierende Räte zu blicken. Was haben sie eigentlich geleistet?

Aufsichtsrat des 1.FCK

Wird es in dieser Zusammensetzung bald nicht mehr geben: Der noch amtierende Aufsichtsrat des FCK.

Es ist natürlich nicht ganz so einfach, die Arbeit des FCK-Aufsichtsrats zu beurteilen, weil man als Außenstehender nur wenig Einsicht hat. Was man aber sehr wohl beurteilen kann, ist die Außendarstellung. Das ist im Endeffekt auch das, was bei den Fans und Mitgliedern ankommt und hängenbleibt. Da sticht vor allem der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff heraus.

Riesenkampff: Viel Lärm um nichts

Viele werden sich sicher noch gut an die Jahreshauptversammlung 2014 erinnern, auf der er gewählt wurde. Damals punktete Riesenkampff mit einer emotionalen Rede bei den Mitgliedern und holte aus dem Stand die meisten Stimmen. Aus seinen vollmundigen Versprechen, mit seinen Kontakten mehr Sponsoren in die Pfalz zu locken, ist allerdings nichts geworden. Immer wieder wurde bekannt, dass Riesenkampff sich offenbar zu stark ins Tagesgeschäft eingemischt hat und seinen Willen durchsetzen wollte. Es gilt als offenes Geheimnis, dass es auch deshalb zu den Trennungen von Trainer Tayfun Korkut und Sportdirektor Uwe Stöver gekommen ist.

Fans kritisieren Aufsichtsrat

In den vergangenen Monaten ist Nikolai Riesenkampff quasi komplett untergetaucht, hat sich nur selten bei Spielen blicken lassen und auch so gut wie keine Interviews gegeben. Das kommt auch bei den FCK-Fans nicht gut an. Bei einem Fantreffen vergangene Woche in Krickenbach kommentierten die Fans die Arbeit des Aufsichtsrats mit Sätzen wie "große Reden geschwungen und nichts dahinter" oder "die bleiben mir überhaupt nicht in Erinnerung, weil sie nichts gemacht haben!"

FCK-Aufsichtsratsvorsitzender Riesenkampff: "Wollen den FCK wieder stark machen."

Nikolai Riesenkampff wird nicht mehr für den Aufsichtsrat der Roten Teufel kandidieren (Archivbild).

Was bleibt, ist der Eindruck, dass die Aufsichtsräte selten an einem Strang gezogen haben. Nach SWR-Informationen hat es im Aufsichtsrat sehr viele Diskussionen und nur selten Einstimmigkeit bei Entscheidungen gegeben. Die Charaktere und Interessen waren offenbar zu unterschiedlich. Da gibt es zum Beispiel einen Jürgen Kind. Der einzige Kandidat, der nochmal zur Wahl antritt. Er setzt sich besonders für die Interessen der Fans ein und ist damit bei seinen Ratskollegen wohl oft angeeckt.

Prominentestes Gesicht im Rat war wohl Ex-Profi Matthias Abel. Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, dass er vor allem seine persönliche Karriere vorantreiben wolle und deshalb ein Amt im Verein anstrebe. Nach dem Abgang von Uwe Stöver war Abel zwischenzeitlich auch mal kommissarischer Sportdirektor. In der Zeit hat er zwar sein Amt im Aufsichtsrat ruhen lassen, unumstritten war das aber nicht, da die Aufsichtsräte sich normalerweise strikt aus dem Tagesgeschäft halten müssen.

Ausblick auf den neuen Aufsichtsrat

Da vom noch amtierenden Aufsichtsrat nur Jürgen Kind erneut kandidiert, steht diesem Gremium ein großer Umbruch bevor. Und das ist auch gut so. Frischen Wind hat der Aufsichtsrat der Roten Teufel dringend nötig. Die Fans haben dabei die Qual der Wahl. 18 Kandidaten bewerben sich um die fünf Posten im Rat. Die FCK-Mitglieder sollten sich genau überlegen, wem sie ihre Stimme geben. Denn der neue Aufsichtsrat wird sehr wahrscheinlich eine noch wichtigere Rolle spielen, als der bisherige. Es steht ja das für den FCK so wichtige Thema Ausgliederung an. Sollte es wirklich dazu kommen, wird der neue Aufsichtsrat in einem neu zu gründenden Beirat eng mit einem Investor zusammenarbeiten. Im Endeffekt wünschen sich viele FCK-Mitglieder aber auch, dass der Aufsichtsrat in Zukunft wieder weniger durch öffentliche Diskussionen über einzelne Mitglieder auffällt.