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Behindertensport | Sportler des Jahres Kappel ist Behindertensportler des Jahres

Paralympics-Sieger Niko Kappel ist zum Behindertensportler des Jahres gewählt worden. Der 21-jährige Kugelstoßer aus Welzheim hatte bei den Paralympics in Rio die erste Goldmedaille für das deutsche Team gewonnen.

Niko Kappel

Bei den Paralympischen Spielen in Rio feierte Niko Kappel seinen bislang größten Erfolg

Niko Kappels Spitzname ist Bonsai. "Weil ich ein kleiner Mann bin und für einen kleinen Mann so viel Kraft habe", erklärt der 21-Jährige und lacht dabei. Kappel nimmt seine Größe mit Humor - 1,40 Meter ist er klein und trotzdem ein ganz Großer. Am Samstagabend wurde er im Deutschen Sport und Olympiamuseum in Köln zum Behindertensportler des Jahres gewählt. Damit ehrte der Deutsche Behindertensportbund (DBS) Niko Kappels Goldgewinn bei den Paralympics in Rio de Janeiro im August.

Niko Kappel freute sich riesig über die Auszeichnung: "Mir bedeutet es sehr viel, diese Auszeichnung bekommen zu haben. Es ist ein tolles Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Der Göppinger Weitspringer Markus Rehm wurde bei der Wahl zum Behindertensportler des Jahres Zweiter. Er gewann bei den Paralympics in Rio die Goldmedaille. Auf den dritten Platz kam Martin Schulz, der Paralympics-Gewinner im Paratriathlon.


Der Kugelstoßer ist 21 Jahre alt, ausgebildeter Bankkaufmann, sitzt für die CDU im Gemeinderat seiner Heimatstadt Welzheim bei Schwäbisch Gmünd und ist eben seit August stolzer Besitzer einer paralympischen Goldmedaille. Bislang waren die Silbermedaillen bei der International Paralympic Committee WM 2015 und der EM 2016 seine größten Erfolge gewesen.

In Rio fehlten ihm nur sieben Zentimeter bis zum Weltrekord, der bei 13,64 Metern liegt. Kappel selbst sieht das gelassen: "Ich bin noch jung, habe seit 2015 eine super Entwicklung genommen - mal sehen, was meine Karriere noch alles bringt."

In London noch auf der Tribüne, in Rio auf dem Podest

Denn "nach den Paralympics ist schließlich vor den Paralympics". Das dachte sich Kappel auch nach den Paralympischen Spielen 2012 in London. Damals saß er als Zuschauer auf der Tribüne. Die Atmosphäre riss ihn so sehr mit, dass er zu seinen Begleitern sagte: "Ey Leute, wir müssen unbedingt in vier Jahren dabei sein und zwar nicht als Zuschauer." Kappel erfüllte sich den Traum und reiste in diesem August zu den Paralympics nach Rio.

Vor seinem Wettkampf war er so nervös, dass er kaum schlafen konnte. Trotzdem fühlte er sich an seinem entscheidenden Tag topfit. "Vielleicht lag es am Adrenalin." Im vierten Versuch flog Kappels Kugel auf 13,57 Meter. Das bedeutete nicht nur eine neue persönliche Bestweite, sondern auch die paralympische Goldmedaille für Kappel. "Es war ein wahnsinnig toller Tag", erinnert sich Kappel im SWR-Interview.

Kappel freut sich auf die WM in London

Seit seinem großen Erfolg in Rio wird Niko Kappel natürlich viel öfter erkannt als zuvor. "Das freut einen natürlich, weil man dann einfach merkt, dass die Leute auch die paralympischen Spiele verfolgt haben." Der Kugelstoßer hofft, dass die paralympischen Sportler bis zu den nächsten Spielen in Tokio nicht in Vergessenheit geraten.

Sein nächstes Ziel sind die Weltmeisterschaften 2017 in London. "Das Stadion wird pickepackevoll sein", prophezeit Kappel. Mit dabei sein will auch Niko Kappels Freundin Luisa. Den Erfolg in Rio verfolgte sie am Computer mit. Beim nächsten großen Wettbewerb möchte sie aber unbedingt vor Ort die Daumen drücken.