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Es sind im besten Wortsinne "Grenz-Fälle": Internationale Sport-Partnerschaften von Vereinen und Verbänden. Normalerweise ein Anlass für pralles Leben und aktive Bewegung, durch Corona, jetzt aber: Stillstand.

Alexander Hauf blickt auf den Sportplatz seines Vereins FSV Alemannia Laubenheim und spürt, wie wieder einmal Traurigkeit in ihm aufsteigt. "Normalerweise stünde hier jetzt eine Zeltstadt, Jugendliche aus drei Nationen sind da, es wäre viel los", erzählt er: "Aber jetzt ist hier eigentlich alles tot, das ist schade."

"Es geht ja auch um Geld"

Das tri-nationale Fußball-Treffen des Mainzer Vorort-Vereins mit befreundeten Klubs aus Frankreich und Portugal war für Mai fest eingeplant - doch die Vorbereitungen wurden frühzeitig gestoppt. "Denn es geht ja auch um Geld", sagt Hauf: "Wenn wir nicht früh genug die Reißleine ziehen, ist schnell ein vierstelliger Betrag weg." Viel Geld für einen Verein, der vom Engagement seiner Ehrenamtler lebt - so wie Alexander Hauf einer ist.

Das Beispiel aus Laubenheim ist kein Einzelfall. Beim Radfahrverein Queidersbach hat Corona bereits zweimal für Enttäuschungen gesorgt. Normalerweise treffen sich Jugendliche bei diesem deutsch-französischen Projekt zum gemeinsamen Radfahren und Vokabel-Lernen. Thomas Freienstein, Ex-Nationalfahrer und jetzt als Französisch- und Sportlehrer einer der treibenden Kräfte, stellt fest: "Schon letztes Jahr fiel unser Treffen der Pandemie zum Opfer, jetzt im Februar mussten wir auch den Gegenbesuch absagen."

"Corona hat uns die Saison verhagelt"

Auch der Wassersportverein Koblenz-Metternich ist arg gebeutelt. Die traditionellen Paddel-Begegnung mit dem befreundeten Kanu-Verein aus dem Burgund wurde 2020 erst verschoben, dann endgültig abgesagt. Ein WSV-Sprecher: "Corona hat uns die Saison verhagelt."

Leere statt Vereinsleben - die Bilanz beim Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) bestätigt den Stillstand. "2019 hatten wir noch 50 Anträge auf finanzielle Förderung", sagt Daniel Mouret, der Fachmann beim LSB für internationale Begegnungen. "Und 2020 dann nur noch sieben Anträge."

Doch wie fast alle bleibt auch der gebürtige Franzose optimistisch. Seine Zuversicht bezieht der leidenschaftliche Rennrad-Fahrer aus einer aktuellen Vereins-Umfrage des LSB: "30 Prozent der befragten Klubs pflegen bereits internationale Begegnungen und 40 Prozent sagen, sie seien interessiert daran." Mouret und sein Team kümmern sich bereits darum, passende Partner-Vereine zu finden.

"Es geht darum, sich neu zu motivieren"

Alexander Hauf in Laubenheim will sich ebenfalls nicht kleinkriegen lassen, auch wenn der persönliche Kontakt zu den Partner-Vereinen im Ausland äußerst begrenzt ist. "Es geht nur telefonieren oder per Video-Schalte", sagt Hauf: "Aber es geht darum, sich neu zu motivieren, die Hoffnung nicht zu verlieren und gesund zu bleiben. Es geht weiter."

Viele Kinder und Jugendliche teilen diese Hoffnung - und freuen sich auf neue, lebhafte "Grenz-Fälle".

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