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Immer mehr Sportvereine in Baden-Württemberg geraten wegen der Corona-Pandemie in existentielle Nöte. Die erneuten Beschränkungen lassen die Sorgen noch größer werden. Ein Hilfspaket vom Land soll helfen, wie das Beispiel aus Karlsruhe zeigt.

Trainingsbetrieb? Auf unbestimmte Zeit abgesagt. Die Hallen sind wieder dicht im Amateur- und Breitensport, ein Großteil der Anlagen ist seit Anfang November geschlossen. Wo noch trainiert werden darf, müssen strenge Hygieneauflagen eingehalten werden: Sport darf nur im Freien gemacht werden, allein oder zu zweit und ohne Kontakt. Für Basketball, Volleyball, Karate und Co. gilt es also, kreativ zu werden. Das normale Training ist bis auf Weiteres abgesagt. 

Sportangebote fürs eigene Wohnzimmer

"Wir sind noch in der Findungsphase für diesen Lockdown“, sagt Felix Banz im Gespräch mit SWR Sport. Er ist der Geschäftsführer des Post Südstadt Karlsruhe, einem großen Sportverein mit 20 Abteilungen, eigenem Schwimmbad, Fitnessstudio und vielen Gesundheitskursen. Der Verein in der Karlsruher Innenstadt möchte schnell auf die aktuelle Situation reagieren und den Mitgliedern den Sport möglichst bald und umfangreich "nach Hause bringen." Digitale Angebote seien in Planung, teilweise schriftlich, teilweise auch in Videoform. So sollen Pilates, Gymnastik und Ähnliches bald in einer abgespeckten Version im eigenen Wohnzimmer möglich sein.

Soforthilfen vom Land für den Karlsruher Verein

Der PSK hatte die Folgen der Corona-Pandemie bereits im Frühjahr deutlich zu spüren bekommen. "Wir hätten ab einem bestimmten Zeitpunkt wahrscheinlich nicht gewusst, wie wir uns weiter finanzieren“, erzählt Felix Banz im Interview. Wäre da nicht die "Soforthilfe Sport“ des Landes Baden-Württemberg gewesen.

Durch den millionenschweren Hilfsfonds der Landesregierung soll Sportvereinen und -Verbänden unter die Arme gegriffen werden, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Notlagen geraten sind. Das kam auch den Karlsruhern zugute. Als einer der ersten Vereine hatte der PSK im Sommer einen Antrag an den Badischen Sportbund Nord gestellt und rund 75.000 Euro als Unterstützung erhalten – 15 Euro für jedes Mitglied. Ein Folge-Antrag wäre möglich.

Sorgen eines Vereins in der Pandemie

Wie nun im zweiten Lockdown konkret gehandelt werden soll, ist noch nicht endgültig entschieden. Im Frühjahr hatte der badische Verein in einigen Bereichen "hart agieren" müssen: Mitarbeiter waren zeitweise in Kurzarbeit geschickt worden. Die Fixkosten waren zwar soweit wie möglich heruntergefahren worden, einige Betriebskosten blieben jedoch bestehen. Zum Beispiel könne man "das Wasser im Schwimmbad nicht einfach komplett kalt werden lassen oder einfach ablassen. Das sind etliche Kubikmeter“, so der Geschäftsführer. Das würde bei Wiederaufnahme des Betriebs enorme Kosten verursachen. In der aktuellen Situation sei "so ein Schwimmbad-Betrieb in finanzieller Hinsicht sehr belastend“, sagt Banz.

Von Kündigungen nicht verschont

Genauso wenig blieb der PSK von Austritten verschont, weitere könnten bald folgen. Zu Beginn des Jahres hatte der Verein knapp 5.000 Mitglieder, inzwischen sind fast 700 Kündigungen eingegangen. Davon sind vor allem die Kampf- und Kontaktsportarten betroffen. "Da haben wir die meisten Kündigungen. Bis die wieder in den normalen Regelbetrieb gehen, das dauert wahrscheinlich noch lange", bedauert Geschäftsführer Banz.

Fest steht: Wettkämpfe liegen quer durch die Sportarten wie überall erst mal auf Eis, auch sonstige Veranstaltungen müssen ausfallen. Das Land Baden-Württemberg hilft zwar, trotzdem bleibt die Zukunft vieler Vereine vorerst ungewiss.

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