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In den meisten Sportarten geht gerade nichts. Aber was ist denn eigentlich aktuell erlaubt und was nicht? Warum darf zum Beispiel Tennis in Hessen in den Hallen gespielt werden, aber in Rheinland-Pfalz nicht? Alles sehr verwirrend und für viele Sportler nicht nachvollziehbar oder verhältnismäßig.

Tennis in der Halle ist aktuell in fast allen Bundesländern erlaubt, nur in vier nicht - und dazu gehört Rheinland-Pfalz. Babak Momeni hat seine eigene Tennisschule und betreibt eine Traglufthalle beim TSC Mainz. Was aktuell fehlt, sind die Schüler.

"Das ist sehr ungerecht"

"Das ist sehr ungerecht, dass es 300 Meter weiter, auf der anderen Seite vom Rhein, möglich ist, das ist was ein bisschen weh tut", sagt Babak Momeni im Interview mit SWR Sport. Mit der anderen Rheinseite ist Hessen gemeint. Derzeit ist das benachbarte Bundesland ein beliebtes Ziel für viele Mainzer Sportler. Für Breitensportler ist Tennis draußen zwar erlaubt, die Plätze sind bei dieser Witterung aber eigentlich nicht mehr bespielbar.

Der Präsident des Tennisverbands Rheinland-Pfalz, Jan Hanelt, steht den Vereinen zur Seite. Er hat Briefe an die zuständigen Ministerien geschrieben. Die bleiben dabei: Hallentennis ist verboten. Die Hoffnung will Hanelt aber nicht aufgeben. "Wir versuchen jetzt noch mehr auf die Spezifika des Tennissports und des Sports an sich hinzuweisen. Und hoffen verdeutlichen zu können, dass Sport nicht ein Teil des Problems ist, sondern ein toller Lösungsansatz sogar für die Pandemielage sein kann."

Schwimmer trainieren in Wiesbaden, Ringer haben keine Wettkämpfe

Nachwuchsschwimmer Mathis Schönung darf als Bundeskaderathlet seinen Sport ausüben. Der Nachwuchssportler muss aber nach Wiesbaden ausweichen. "In Mainz ging es nicht, weil die kein Bad aufmachen wollten für uns und wir wahrscheinlich alles selbst bezahlen müssen. Und in Wiesbaden geht das , weil da auch Bäder offen sind", sagt der Schwimmer der SG EWR Rheinhessen

Auch die Bundesligaringer von Alemannia Nackenheim dürfen in ihrer Halle noch trainieren. Aber die Wettkämpfe fehlen und damit notwendige Einnahmen des Vereins. Der Vereinsvorsitzende Stephan Vielmuth ist frustriert: "Nach dem Lockdown ist alles ganz nach unten gerutscht. Keine Zuschauer mehr, wir mussten die Saison abbrechen. Und das ist für uns sportlich gesehen, das Schlimmste was passieren kann."

Fazit: Sportlern, Vereinen und Verbänden in Rheinland-Pfalz bleibt aktuell nur die Hoffnung, dass Hallen, Plätze und Bäder im Dezember wieder für alle öffnen.

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