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2. Bundesliga | 1. FC Kaiserslautern Pleite gegen Aue

Die Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Erzgebirge Aue war vorab als "Schicksalsspiel" für FCK-Coach Norbert Meier deklariert worden. Nach der 0:2 (0:1)-Pleite der Roten Teufel steht Meier vor dem Aus.

Kaiserslauterns Baris Atik (re.) und Christian Tiffert von Erzgebirge Aue kämpfen um den Ball

Kaiserslauterns Baris Atik (re.) und Christian Tiffert von Erzgebirge Aue kämpfen um den Ball

Dem FCK war zu Beginn der Partie die Verunsicherung anzumerken - schließlich hatten die Roten Teufel den schlechtesten Zweitligastart ihrer Historie hingelegt und waren nach den ersten fünf Spielen noch sieglos. So häuften sich bei der Elf von Trainer Norbert Meier anfangs die Abspielfehler, während Aue tief in der eigenen Hälfte gestaffelt stand und auf Konter lauerte. Den ersten halbwegs gefährlichen Abschluss der Partie hatten dann auch die Gäste durch Pascal Köpke (8. Minute).

Aue trifft nach einem Konter

Nach gut einer Viertelstunde zeigte der FCK mehr Initiative und spielte sicherer und druckvoller. In der 17. Minute dann die erste Chance für die Hausherren: Nach einer Flanke von Christoph Moritz köpfte Angreifer Sebastian Andersson knapp am Auer Tor vorbei. Doch fiel mehr an Offensive kam von den Pfälzern nicht - ganz im Gegenteil zu den Erzgebirglern. Nach einem Konter bediente Köpke den mitgelaufenen Sören Bertram, der zum 1:0 für die Gäste einschob (30.).

Gellendes Pfeifkonzert der FCK-Fans

Eine kalte Dusche für die Hausherren. Die schnelle Chance zur Korrektur ließ FCK-Verteidiger Stipe Vucur aus, der nach einer Ecke per Kopf weit vorbei zielte (32.). Auch danach war Kaiserslautern das Bemühen nicht abzusprechen, aber es fehlten Esprit und Kreativität. Aue machte es nach Ballgewinnen mit direktem, vertikalen Spiel vor. Nach einem weiteren Konter traf Dimitrji Nazarov für Aue in der 41. Minute nur den Pfosten. Nach einem Freistoß von Baris Atik war dann kurz vor der Pause noch einmal Aufregung im Auer Strafraum, doch Freund und Feind verpassten die scharfe Hereingabe und so flog der Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Somit hieß es 0:1 zur Pause, was ein gellendes Pfeifkonzert der FCK-Fans zur Folge hatte. Insgesamt fanden nur 16.613 Zuschauer den Weg auf den Betzenberg - Saison-Minuskulisse.

FCK-Coach Meier reagierte, und brachte Stürmer Lucas Spalviss und Mittelfeldspieler Gino Fechner zur zweiten Hälfte. Heraus gingen dafür Christoph Moritz und Patrick Ziegler. Doch mit der ersten gelungenen Aktion machte Aue das 2:0. Erneut war die FCK-Abwehr viel zu passiv, erneut war Bertram zur Stelle, erneut war Köpke der Vorbereiter. Diesmal traf er aus vier Metern nach einem Querpass. Der FCK hatte kurz im Anschluss zwar durch Atik einen halbwegs gefährlichen Abschluss, aber die Verunsicherung war jetzt groß. Dazu trugen auch die immer lauter werdenden Unmutsbekundungen von den Rängen bei.

Viele Chancen - kein Ertrag

Der FCK bemühte sich trotzdem weiter: Manfred Osei Kwadwo hätte in der 60. Minute nach einem Auer Fehlpass verkürzen können, doch er verzog weit. Ein lautes Aufstöhnen ging durchs Stadion. Kurz darauf scheiterte Andersson per Kopfball knapp. Dann hatte der eingewechselte Spalvis zwei richtig gute Gelegenheiten, auch er brachte den Ball nicht im Auer Tor unter. Ebenso wenig wie Nickals Shipnoski, der in der 72. Minute frei aus 17 Metern abzog, aber auch vorbei zielte. Aue hätte indes in der 79. Minute durch den starken Köpke alles klar machen können, doch Köpke legte sich den Ball zu weit vor, nachdem er zuvor mehrere FCK-Abwehrspieler hatte stehen lassen.

Am Ende blieb es beim nicht unverdienten 0:2. Der FCK ist damit weiter siegloser Letzter und weist nach sieben Spieltagen in der 2. Bundesliga zwei Punkte auf - nie waren die Roten Teufel schlechter. Für Trainer Meier dürfte es das gewesen sein - dass er im Auswärtsspiel bei Union Berlin am nächsten Montag noch auf der FCK-Bank sitzt, ist höchst fraglich.


FCK-Sportchef Boris Notzon kündigte nach der Partie an, dass der Vorstand des Klubs zusammenkommen wolle, um die Lage zu analysieren. Ein Bekenntnis zu Coach Meier wollte er nicht abgeben. Notzon sagte lediglich: "Wir haben einen erfahrenen Trainer. Fakt ist aber auch, dass wir Letzter sind. Wir müssen das jetzt analysieren."

Meier selbst gab sich indes kryptisch. "Die Einsamkeit ist schon manchmal da. Das wird sich aber auch wieder geben", sagte der FCK-Coach. Er selbst erwartete am Abend keine Gespräche mehr mit Sportdirektor Notzon. "Ich glaube, wir haben uns beide heute nicht viel zu sagen." Seinen 59. Geburtstag am Mittwoch will er sich durch die Pleite nicht verderben lassen: "Man will jeden Tag genießen und das mache ich morgen auch."

1. FC Kaiserslautern - Erzgebirge Aue 0:2 (0:1)

Kaiserslautern: Marius Müller - Kessel, Vucur, Correia, Guwara - Moritz (46. Spalvis), Ziegler (46. Fechner) - Atik, Osei Kwadwo - Andersson, Shipnoski (73. Mwene). - Trainer: Meier

Aue: Männel - Kalig, Wydra, Rapp - Rizzuto, Tiffert (84. Dennis Kempe), Fandrich, Hertner - Köpke (88. Bunjaku), Nasarow, Bertram (66. Riese). - Trainer: Drews

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Tore: 0:1 Bertram (30.), 0:2 Bertram (48.)

Zuschauer: 16.613