Bitte warten...

2. Bundesliga | 1. FC Kaiserslautern Der Strohhalm wird dünner

Sechs Punkte nach zwölf Spieltagen - auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt der Rückstand bereits sechs Zähler. Die Lage beim 1. FC Kaiserslautern wird vor dem Spiel gegen Bochum immer dramatischer.

Jeff Strasser schaut nachdenklich auf das DFB-Pokal-Spiel seines 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Stuttgart.

Hofft gegen Bochum auf ein Erfolgserlebnis - Jeff Strasser

Die Aussagen in den Pressekonferenzen mit Jeff Strasser wiederholen sich Woche für Woche. "Wir müssen die Mentalität vom Training konstant auf den Platz bringen", heißt es da beispielsweise, oder aber "die Spieler haben den Ernst der Lage erkannt". Das klingt gut, vielleicht auch überzeugend. Wenn aber, wie beim 1:3 am vergangenen Samstag in Regensburg, den Worten keine oder nur ungenügende Taten folgen, dann dürften die Zweitligazeiten des 1. FC Kaiserslautern mit großer Wahrscheinlichkeit im Mai 2018 enden.

Momentaufnahme

Und auch wenn, nach 12 von 34 Spielen, natürlich immer noch alles möglich ist, fällt es schwer, die Aussage von Sportdirektor Boris Notzon objektiv zu deuten. Im SWR-Interview auf die derzeitige Tabellensituation angesprochen sagt der 38 Jährige: "Das ist eine Momentaufnahme", und verweist auf das Beispiel St. Pauli. Die Hamburger waren nach 12 Spieltagen im Vorjahr ebenfalls mit nur sechs Punkten Tabellenletzter und beendeten die Saison als Siebter. Ob dieses Kunststück aber auch den roten Teufeln gelingen wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zu unbeständig präsentierten sich die Jungs von Jeff Strasser, dem Sieg gegen Fürth und dem Unentschieden beim FC St. Pauli folgte der desolate Auftritt beim 0:1 gegen Duisburg, der engagierten Vorstellung beim Pokalaus gegen Stuttgart das Trauerspiel in Regensburg (1:3).


Größere Struktur-Probleme

Für Sportdirektor Notzon hängt die derzeitige Lage eng mit den Fehlern der Vergangenheit zusammen. "Der Verein hat in den letzten Jahren immer wieder die handelnden Personen ausgetauscht, es gab so viele sportliche Leiter, Trainer und Trainerteams, dadurch auch eine hohe Fluktuation an Spielern. Die Realität hier aber ist, dass der Verein Transfererlöse generieren muss, damit er seine Existenz behält." Dieses Zirkel, so Notzon, gelte es zu durchbrechen. "Wenn wir immer unsere besten Spieler abgeben müssen, um zu überleben, werden wir nichts entwickeln können."

Problem erkannt, könnte meinen, doch was dem 1. FC Kaiserslautern seit langem fehlt, sind Lösungen, oder, um es auf den wesentlichen Nenner zu bringen, finanzielle Mittel. Und auch wenn Boris Notzon auf die Möglichkeit der Nachbesserung in der Winterpause verweist, große Sprünge konnte und kann der FCK auf dem Transfermarkt mit Sicherheit nicht machen. Was auch daran liegt, dass die vom Vorstand groß angekündigten neuen Sponsoren, mit denen man angeblich in guten Gesprächen steht, seit Saisonbeginn auf sich warten lassen.

Gegen Bochum mit langer Verletzten-Liste

Vor dem erneuten Schlüsselspiel gegen den VfL Bochum passt ins trübe FCK Bild, dass den bereits bekannten Ausfällen Halfar, Albaek, Correia und Przybylko jetzt auch noch Atik (Nasen-OP) und Osawe (Zehenbruch) nicht zur Verfügung stehen. Zudem ist der Einsatz von Kessel (muskuläre Probleme) weiter fraglich. Keine allzu guten Voraussetzungen also vor dem Heimspiel gegen Bochum. Und dennoch haben sie ihren Optimismus noch nicht verloren beim 1.FC Kaiserslautern. Vor der Partie im Fritz Walter Stadion gibt der Sportdirektor die Marschroute aus: "Wir müssen jetzt den Arsch hochkriegen, dessen sind wir uns bewusst - aber wir haben die volle Überzeugung, dass wir das schaffen."