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2.Bundesliga | 1.FC Kaiserslautern Der doppelte Jeff

Beim Spiel des 1.FC Kaiserslautern gegen Arminia Bielefeld treffen zum ersten Mal zwei Luxemburger Trainer in einer deutschen Profiliga aufeinander. Jeff Strasser und Jeff Saibene.


Knapp 600.000 Menschen leben im Großherzogtum Luxemburg, mit einer Fläche von 2.586 Quadratkilometern ist Lëtzebuerg, so die Landes-Schreibweise, nach dem Inselstaat Malta das zweitkleinste Land der Europäischen Union. Da ist es wahrlich nicht selbstverständlich, dass es gleich zwei Fußballlehrer aus dem Zwerg-Nachbarstaat in die deutsche zweite Liga geschafft haben. Doch der Fußball in Luxemburg, sagt der deutsche Ex-Profi Dino Toppmöller, habe sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Der Sohn des früheren FCK Stürmers Klaus Toppmöller (mit 108 Bundesligatreffern immer noch Kaiserslauterns Rekordtorschütze) trainiert seit der letzten Saison F91 Düdelingen, führte den Klub zur nationalen Meisterschaft und scheiterte in der zweite Champions-League-Qualifikationsrunde nur knapp an Apoel Nikosia.

Jeff gegen Jeff

Und auch wenn das Großherzogtum keine eigene Trainerausbildung anbietet, haben es die beiden Jeffs geschafft. Der eine, Strasser, machte seinen Fußball-Lehrer in Deutschland, der andere, Saibene, war als Coach zuvor überwiegend in der Schweiz tätig. Und jetzt - zum ersten Mal gegeneinander in der zweiten Bundesliga bei uns.

"Ich freue mich Jeff am Sonntag wiederzusehen, die Freundschaft wird aber 90 Minuten ruhen", sagt Jeff Strasser, den mit Jeff Saibene eine gemeinsame Vergangenheit in der Luxemburger Nationalelf verbindet. Den Bielefelder Coach hatte Strasser auch vor seiner Zusage in Kaiserslautern noch einmal kontaktiert, mit dem Ergebnis, dass sich beide jetzt auf dem Betzenberg als Gegner wiedersehen.

Ausgang offen

Während Arminia Bielefeld am vergangenen Wochenende durch einen Treffer in der Schlussminute noch ein 2:2 gegen Braunschweig erkämpfte, schafften die Roten Teufel sogar den zweiten Sieg in dieser Saison, drehten am Montag die Partie in Dresden und gewannen mit 2:1. Der wichtige Dreier sollte, trotz einer gerade in der ersten Halbzeit über weite Strecken nicht zweitligatauglichen Leistung, Auftrieb und Hoffnung geben. Der Abstand auf Relegationsplatz 15 schmolz auf vier Punkte, nur noch 5 sind es bis zum 1.FC Heidenheim auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Das könnte, auch mit den Fans in der Westkurve im Rücken, doch als Motivationsschub gegen Bielefeld genutzt werden. Einen Favoriten scheint es jedenfalls vor der Partie am Sonntag um 13.30 Uhr auf dem Betzenberg nicht zu geben.

Aus Drei mach Vier

Gut möglich, dass Jeff Strasser gegen die Arminia mit einer Viererkette spielen lässt, ähnlich wie in der zweiten, wesentlich besseren Halbzeit in Dresden. Auch, weil Saibenes Bielefelder in aller Regel ein 4-4-2 System bevorzugen. "Wir haben individuelle Qualitäten beim Gegner analysiert, werden aber einen Plan haben, der uns erlauben wird zu punkten", hofft Strasser auf den zweiten Dreier innerhalb von sechs Tagen. Sollte Greuther Fürth, zeitgleich am Sonntag, nicht gegen St. Pauli gewinnen, könnte der FCK sogar erstmals seit Wochen wieder den letzten Tabellenplatz der zweiten Liga verlassen.