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2. Bundesliga | 1. FC Kaiserslautern Das sind die Baustellen des FCK

Der 1. FC Kaiserslautern startet ins Fußball-Jahr 2018. Ab heute sollen die Grundlagen dafür gelegt werden, dass der Tabellenletzte der 2. Liga das Unmögliche noch möglich macht und doch noch den Klassenerhalt schafft.

Der 1. FC Kaiserslautern hofft darauf, im neuen Jahr mehr Grund zum Jubeln zu haben

Der 1. FC Kaiserslautern hofft darauf, im neuen Jahr mehr Grund zum Jubeln zu haben

Und das wird eine Herkules-Aufgabe: Mit zwölf Punkten aus 18 Spielen überwintert Kaiserslautern als abgeschlagener Tabellenletzter. Der Rückstand auf Darmstadt 98 auf dem Relegationsrang 16 beträgt bereits sieben Punkte, der erste sichere Nichtabstiegsplatz 15 ist sogar bereits zehn Zähler entfernt.

Wegen starker Regenfälle fiel der Trainingsauftakt auf dem Fußballplatz indes aus. Trainer Jeff Strasser startete stattdessen mit einer Laufeinheit ins neue Jahr.


Um die großen Abstände noch aufzuholen, setzen die Pfälzer auf neues Personal. Sportdirektor Boris Notzon kündigte zuletzt an, dass drei bis vier neue Spieler kommen sollen. Das Anforderungsprofil hatte Notzon dabei auch klar umrissen: gestandene, erfahrene Spieler, die der jungen FCK-Mannschaft sofort weiterhelfen. Wahrscheinlich werden die Roten Teufel versuchen, Spieler mit Erst- und Zweitligaerfahrung für die verbleibenden 16 Spiele auszuleihen. Denn der Etat gibt nicht viel her. Schätzungsweise sollen ca. 1,5 Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung stehen.

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Klar ist, dass die neuen Profis sich sofort als Verstärkungen erweisen müssen, will der FCK überhaupt noch eine Chance auf die Rettung haben. Wir haben uns zum Trainingsauftakt der Roten Teufel angeschaut, wo die sportlichen Baustellen liegen.

Torhüter

Klare Nummer eins ist Rückkehrer Marius Müller. Die Leihgabe von RB Leipzig hat - auch bedingt durch anfängliche Anfeindungen seitens vermeintlicher FCK-Anhänger - im ersten Saisonspiel beim 1. FC Nürnberg (0:3) eine schwache Leistung gezeigt, sich danach aber immer weiter gesteigert und den Pfälzern so manchen Punkt gerettet. Dass Kaiserslautern bereits 30 Gegentore kassiert hat, ist Müller nicht anzulasten.

Abwehr

Viel höher ist der Anteil der Abwehr an den Gegentreffern. Insbesondere in der Innenverteidigung hakt es. Rückkehrer Marcel Correia (von Eintracht Braunschweig) fiel immer wieder verletzt aus, auch Giuliano Modica hatte immer wieder mit Blessuren zu kämpfen. Patrick Ziegler und Stipe Vucur indes wussten selten zu überzeugen und strahlten auf ihre Mitspieler keine Ruhe aus. Ein erfahrener kopfballstarker Innenverteidiger, der auch Qualitäten im Spielaufbau mitbringt, würde dem FCK somit definitiv gut tun.

Auf den defensiven Außenbahnen ist der Tabellenletzte der 2. Bundesliga mit Philipp Mwene und Benjamin Kessel (rechts) zweitligatauglich besetzt, links allerdings fehlt Leon Guwara die Erfahrung. Auch hier wäre eine Verstärkung angebracht.

Mittelfeld

Auf der Sechs hat der FCK mit Mads Albaek und Christoph Moritz eigentlich zwei erfahrene Profis, die ein Spiel und ihre Mitspieler lenken können. Problem: Albaek fehlte bis jetzt fast die gesamte Saison aufgrund von Verletzungen - der Däne bringt es auf gerade einmal vier Zweitligaspiele. Die Youngster Gino Fechner und Nils Seufert zeigten gute Ansätze, allerdings fehlt ihnen noch die Abgeklärtheit. Einen spiel- und zweikampfstarken Sechser zu verpflichten ist für Kaiserslautern deshalb dringend notwendig.

Im offensiven Mittelfeld blieben Daniel Halfar und Baris Atik in dieser Saison bislang deutlich unter ihren Möglichkeiten. Ein Spielmacher würde die Elf von Trainer Strasser insbesondere für das Generieren von Torchancen weiterbringen. Auf der rechten Außenbahn wurde der Australier Brandon Borrelllo zuletzt immer stärker und dürfte ein wichtiger Faktor für die Rückrunde werden. Allerdings fehlt ein Pendant auf der linken Seite - auch hier sollte der FCK noch einmal nachlegen.

Angriff

Im Sturm der Roten Teufel steht und fällt alles mit Sebastian Andersson. Gerade einmal 14 Tore sind mit Abstand der Minuswert der 2. Liga - sechs davon gehen auf das Konto des Schweden. Alle anderen Angreifer - ob Lukas Spalvis, Gervaine Kastaneer, Osamayen Osawe oder Andere - enttäuschten bisher. Hier muss der FCK dringend einen zweiten tauglichen Stürmer verpflichten.

Fazit

"Drei bis vier Neue", so Sportdirektor Notzon, sollen möglichst im Winter kommen. Ideal wäre es, wenn der FCK tatsächlich vier Neuverpflichtungen tätigt. Ein spielstarker Innenverteidiger, ein Zehner sowie ein Neuzugang im Sturm sind elementar, idealerweise sollte auch noch ein Linksverteidiger kommen. Und das alles am besten zeitnah. Damit die Roten Teufel die Neuen möglichst schon zum ersten Punktspiel beim Tabellen-16. Darmstadt am 24. Januar voll integriert haben und mit der Aufholjagd loslegen können.

Von Johann Schicklinski