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Hölle oder Paradies? - Die Geschichte des FCK

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Die Geschichte des Lauterner Traditionsvereins reicht weit zurück und beginnt mit vielen Zusammenschlüssen kleinerer Vereine. Das Bild zeigt die Mannschaft des FV Phönix Kaiserslautern, der 1929 aus der Fusion des FV 1900 und der SV Phönix 1910 hervorgeht. 1932 wird der Verein in 1. FC Kaiserslautern umbenannt, der sich bereits ein Jahr später für die neu gebildete Gauliga qualifizieren kann.

Die Geschichte des Lauterner Traditionsvereins reicht weit zurück und beginnt mit vielen Zusammenschlüssen kleinerer Vereine. Das Bild zeigt die Mannschaft des FV Phönix Kaiserslautern, der 1929 aus der Fusion des FV 1900 und der SV Phönix 1910 hervorgeht. 1932 wird der Verein in 1. FC Kaiserslautern umbenannt, der sich bereits ein Jahr später für die neu gebildete Gauliga qualifizieren kann.

Was wäre der FCK ohne seinen berühmtesten Spieler, Fritz Walter? 1937/1938 spielt der damals 17-jährige Fritz erstmals für den 1. FC Kaiserslautern als Stürmer. Mit ihm geht es auch für den Verein sportlich steil bergauf. 1939 gelingt den Lauterern nach mehrmaligem Auf und Ab erneut der Wiederaufstieg in die Gauliga. Ein Jahr später wird Fritz Walter erster Nationalspieler des FCK. Von den sportlichen Erfolgen des Vereins wollen auch die Nazis profitieren. Der Verein pendelt zwischen politischer Vereinnahmung und Widerstand.

Wirtschaftswunder Deutschland, Fußballwunder Kaiserslautern. Am 23.6.1953 wird die Mannschaft des 1. FCK begeistert in der Stadt empfangen - sie ist zum zweiten Mal nach 1951 Deutscher Meister! Mit einem klaren 4:1-Sieg über den VfB Stuttgart hat sich der 1. FC Kaiserslautern zwei Tage zuvor im Berliner Olympiastadion vor 96.000 Zuschauern den Titel gesichert. Mit einem Auto-Corso lassen sich die Lauterer Spieler Willi Wenzel (l.) und Horst Eckel (r.) sowie Trainer Richard Schneider (M.) feiern. Auch 1954 und 1955 steht der FCK wieder im Endspiel, kann sich aber nicht durchsetzen. Trotzdem: Die Lauterer Elf ist damals in Hochform.

Als das "Wunder von Bern" geht das 3:2 der deutschen Nationalelf über Ungarn bei der WM '54 in die Geschichtsbücher ein. Deutschland ist wieder wer. Mit Fritz Walter (l.), Horst Eckel (3. v. l.), Ottmar Walter (5. v. l.), Werner Liebrich (6. v. l.) und Werner Kohlmeyer (3. v. r.) stehen gleich fünf Lauterer in den Diensten von Bundestrainer Sepp Herberger. Die Weltmeisterelf wird 1999 vom "Kicker" zur "Mannschaft des Jahrhunderts" gekürt.

Dreimal ist der DFB-Pokal zum Greifen nah - dreimal können die Roten Teufel im Finale nicht zupacken. Auf dem Bild jagt HSV-Abwehrspieler Peter Nogly (l.) den Ball im Juni 1976 zur 1:0-Führung in die Maschen des Lauterer Tores. Kaiserslauterns schwedischer Torhüter Ronnie Hellström (r.) liegt geschlagen am Boden. Letztlich siegt der Hamburger SV als Vizemeister im Frankfurter Waldstadion vor 61.000 Zuschauern durch ein 2:0. Auch 1981 misslingt der große Coup im DFB-Pokalfinale.

Endlich! Bis 1990 müssen die Fans des FCK warten, bis ihre Jungs zum ersten Mal den DFB-Pokal in den Händen halten können. Lauterns Trainer Karl-Heinz Feldkamp ist die Erleichterung und die Freude ins Gesicht geschrieben. Seine Mannschaft hat Werder Bremen im Berliner Olympiastadion mit 3:2 niedergerungen.

So feuchtfröhlich können Bade-Meister feiern: Torjäger Stefan Kuntz (M.) hält am 15.06.1991 im Entspannungsbad im Köln-Müngersdorfer Stadion die eroberte Meisterschale hoch und bejubelt mit seinen Teamgefährten den Erfolg. Der 1. FC Kaiserslautern hat zuvor den deutschen Meistertitel durch ein 6:2 gegen den 1. FC Köln gewonnen. Es ist der dritte Meister-Titel für die Pfälzer.

Stefan Kuntz ist nicht zu stoppen. Das sehen auch die deutschen Sportjournalisten so, die ihn im Sommer 1991 zum "Fußballer des Jahres" küren. 1994 wird der Saarländer zum zweiten Mal nach 1986 Torschützenkönig. Aber auch auf dem "Betze" ist der Erfolg endlich ...

Am liebsten im Boden versinken möchte Abwehrspieler Thomas Hengen am 18.5.1996 im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion. Es ist einer der traurigsten Momente im Leben der FCK-Fans: In der letzten Runde der Bundesliga kommen die Lauterer nach einer 1:0-Führung über Bayer 04 Leverkusen am Ende über ein 1:1 nicht hinaus und müssen nach 33 Jahren aus der ersten Liga absteigen. Es ist ein kurzes Intermezzo in der zweiten Liga: Auf den Tag genau ein Jahr später folgt der Wiederaufstieg.

Ein überragendes Jahr für die Pfälzer folgt. Im letzten Heimspiel der Saison 1997/1998 sichert sich der Wiederaufsteiger mit einem 4:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg vorzeitig die Meisterschale. Das ist bisher noch keinem Aufsteiger gelungen! Eine Woche später überreicht der damalige DFB-Präsident Egidius Braun vor 20.000 mitgereisten Fans in Hamburg die begehrte Trophäe.

Vater des Erfolgs ist Otto Rehhagel. Doch als die sportlichen Erfolge wieder ausbleiben, beginnen die Fans mit dem FCK und ihrem Trainer zu hadern. Im Jahr 2000 fordern sie auf Transparenten den Rücktritt des Trainers, der seit 1996 am Betzenberg aktiv ist. Am 1. Oktober tritt Rehhagel tatsächlich zurück, sein Erbe treten Andreas Brehme und Andreas Stumpf an.

Fritz Walter ist tot. Diese Nachricht schockiert im Sommer 2002 die Fans. Mit ihm geht nicht nur einer der Helden von Bern, sondern auch eine Vereinslegende. Der gebürtige Kaiserslauterer und Ehrenspielführer der Fußballnationalmannschaft stirbt im Alter von 81 Jahren im pfälzischen Enkenbach-Alsenborn.

Die Gemütszustände Verzweiflung und Trauer sind FCK-Anhängern nicht fremd. Auch dieser junge Fan kann es nicht fassen, dass sein Verein am 13.5.2006 nur 2:2 gegen den VfL Wolfsburg spielt und damit wieder einmal aus der ersten Liga absteigen muss.

Dennoch blickt die Fußballwelt im Juni und Juli 2006 auf die Pfalz. Als Deutschland sein Sommermärchen erlebt, ist der "Betze" Austragungsort für fünf WM-Spiele. Unter anderem wird im extra umgebauten Fritz-Walter-Stadion das Achtelfinale zwischen Italien und Australien ausgetragen (1:0).

Namen kommen und gehen beim FCK. Allein seit 2003 werden rund 90 Spieler durch den Verein geschleust. Auch auf Trainerseite gibt es wenig Beständigkeit. Nach der Entlassung von Wolfgang Wolf übernimmt Kjetil Rekdal im Juni 2007 das Ruder - allerdings nur für ein paar Monate. Seit Februar dieses Jahres versucht der Kroate Milan Šašić sein Glück beim FCK. Was die Vereinsführung angeht, setzen die Lauterer seit April auf einen alten Bekannten: Stefan Kuntz, Ex-Spieler und Meister von 1991, übernimmt das Amt des Vorstandsvorsitzenden.

Damit scheint ein Ruck durch den Verein gegangen zu sein. Am letzten Spieltag der Saison 07/08 hat der FCK den Klassenerhalt mit einer tollen Partie gegen den 1. FC Köln geschafft. Die Fans können gespannt sein auf die nächste Spielzeit. [zurück zur Sport-Homepage]

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