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SENDETERMIN So, 14.7.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Europa: Italien Verona

Ein Stück Himmel auf Erden

Der Himmel ist hier, wo Julia lebt, wird in William Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia" festgestellt. Und Julia, so weiß man, lebte in Verona.

Verona ist die Stadt von Romeo und Julia und damit zur Stadt der "ewigen" und "bedingungslosen Liebe" geworden.

Verona ist die Stadt von Romeo und Julia und damit zur Stadt der "ewigen" und "bedingungslosen Liebe" geworden.

Die Metropole am Ende des wichtigsten Alpenübergangs nach Italien blickt auf eine mehr als zweitausend Jahre alte Geschichte zurück.

Die Römer führten hier ihre drei wichtigsten Handelsstraßen zusammen - im Mittelalter entstand eine der mächtigsten Stadtrepubliken Italiens, doch wirklich weltberühmt wurde Verona erst durch das legendäre Liebespaar.

So will auch dieser Film eine Art Liebeserklärung sein - mit einem "tragischen" happy end - denn zuletzt muss festgestellt werden, dass die beiden Liebenden wahrscheinlich nie existiert haben, sondern nur symbolhafte Figuren einer grausamen und konfliktreiche Vergangenheit waren. Einer Vergangenheit, die mit der Herrschaft durch die Familie der "della Scala" ihre Blütezeit erlebte - im Negativen wie im Positiven. Bis zum Sturz der Dynastie im Jahre 1387 wurde Verona zu einer italienischen Großmacht, deren Einfluss zeitweise bis in die Toskana hinein reichte. Kunst und Literatur waren legendär, und zahllose Künstler fanden hier eine neue Heimat, darunter auch Dante, der die sogenannten Scaligeri aus Dankbarkeit sogar in seiner Göttlichen Komödie verherrlichte.

Julias Hof

Aufgeklebte Liebeserklärungen ...

Am Beispiel der despotischen Herrscher wird aber auch exemplarisch gezeigt, mit wie viel List und Tücke in dieser Zeit regiert wurde. So entstand das riesige Castelvecchio nur deshalb, weil die Scaligeris bei ihren eigenen Untertanen so verhasst war, dass sie sich hinter den Mauern der Festung verbergen mussten.

Ausgehend vom dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert geht dann die Reise zu den römischen Anfängen und dann wieder zurück in die Gegenwart.

Jeder Verona Besucher kennt heute die reizvolle Stimmung wenn im Sommer auf der Piazza Bra die Opernsaison beginnt.

Die römische Arena - nach dem Kolosseum in Rom und der Arena in Capua das größte aller erhaltenen antiken Amphitheater - verwandelt sich dann in eine gigantische Freiluftbühne und auch auf den benachbarten Strassen und Plätzen wird gefeiert.

Im Protokoll, für die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes, hat die UNESCO Verona als eine Stadt charakterisiert, die in herausragender Form alle Stadien der europäischen Geschichte repräsentiert" und es ist sicher diese ungewöhnliche

Harmonie in der sich hier Bauten unterschiedlichster Epochen zu einem architektonischen Himmel auf Erden verbinden.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Kulturdenkmäler von der Antike bis zur Renaissance
UNESCO-Ernennung: 2000
um 1000 v. Chr.
erste Siedlungen
46 v. Chr.
Verona wird freie römische Stadt
nach 400
zeitweilige Hauptstadt des Weströmischen Reiches
489
Theoderich besiegt Odoaker
6. Jh.
Hauptstadt des Langobardenreiches
9. Jh.
Herrschaft der Karolinger
11. Jh.
Verona gehört zum Herzogtum Bayern
um 1260
Herrschaft der Scaliger (bis 1378)
1387
Verona kommt in den Besitz der Visconti
1405
Verona fällt an die Republik Venedig
1797 - 1885
Verona gehört zu Österreich (erneut 1814 - 16)
1866
Teil des Königreiches Italien

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