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SENDETERMIN So, 28.10.2018 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Afrika: Botswana Tsodilo

Die flüsternden Felsen der Kalahari

Vier Hügel dominieren eine riesige Ebene am nordwestlichen Rand der Kalahariwüste in Botswana. Im Umkreis von 150 Kilometern gibt es nichts außer einer endlosen, flachen Buschsavanne.

Landschaft mit Fels

Landschaft mit Fels

Fast wie eine verwitterte, vierhundert Meter hohe Pyramide überragt der höchste Felsgipfel seine Umgebung. Noch heute ist er für die Buschleute ein heiliger Ort, durchaus vergleichbar mit dem Ayers Rock in Australien.

Wo die Götter leben

Tsodilo - der Fels, der flüstert. Für die Buschmänner der Stämme "Kung" und "Hambukushu" ist es seit Jahrtausenden der Ort, wo die Götter leben und die Geister ihrer Vorfahren ruhen.

Die Löwenzeichnung auf dem, nach ihr benannten 'Lion Trail'. Nachdem es hier schon lange keine Löwen mehr gibt, muss die Zeichnung sehr alt sein

Die Löwenzeichnung auf dem, nach ihr benannten 'Lion Trail'. Nachdem es hier schon lange keine Löwen mehr gibt, muss die Zeichnung sehr alt sein

Auf und um Tsodilo gibt es über 4000 Felszeichnungen die 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurden.

Auf diesen, zum Teil über zwanzigtausend Jahre alten, Zeichnungen stehen einzelne Menschen und vor allem Tiere wie Giraffen, Elefanten und Antilopen im Mittelpunkt. Manchmal sind geometrische Muster zu finden.

Ein Reisender zu Mitte des vorigen Jahrhunderts verglich Tsodilo wegen seiner Felsbilder mit einem "mit Schätzen angefüllten Louvre der Wüste".

Frage nach dem Ursprung

Immer noch ist vieles unerforscht. Kaum ein Gebiet der Archäologie kennt mehr offene Fragen. Nicht nur die nach dem Ursprung der Malereien. Waren es einfach Bilder, die den Betrachter erfreuen wollten, wie der Löwe oder das Zebra?

Waren es Symbole einer unbekannten Glaubenswelt oder Träume von einem verlorenen Paradies, in dem es reichlich Jagdtiere und Wasser gab? Oder waren es verschlüsselte Botschaften an andere Jäger?

Eine der ältesten Kultstätten

Archäologen vermuten hier eine der ältesten Kultstätten der Menschheit überhaupt.

Die Tiere der Kalahari bieten heute noch die Möglichkeit, den Motiven der frühen Künstler nachzuspüren. Auch wenn die Ureinwohner längst keine Felsen mehr bemalen, so sind die Tiere nach wie vor Teil ihres Alltags.

Der Film dokumentiert dieses jahrtausendalte Miteinander und lässt das Welterbe aus Stein und Farbe lebendig werden.

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Afrika: Botswana

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Der südafrikanische Schriftsteller 'Van der Post' beschrieb vor ca. 60 Jahren, den nach ihm benannten Fels als Erster.

Der südafrikanische Schriftsteller 'Van der Post' beschrieb vor ca. 60 Jahren, den nach ihm benannten Fels als Erster.

Heute leben in Sichtweite der Hügel zwei kleine Volksgruppen friedlich zusammen: Die dunkelhäutigen Hambukushu, Bauern und Viehzüchter. Vor 300 Jahren sind sie aus dem Gebiet des heutigen Angola eingewandert. und die letzten Nachkommen der Buschleute, die hellhäutigen ‚!Kung’.

König der Tiere in der Kalahari - Der Löwe. Das Bildnis des Löwen auf den Tsodilo Felsen - unklar bleibt die Bedeutung der Zeichnung.

Der 400 Meter hohe 'Male Hill' mit aufziehender Gewitterfront.

Giraffen verfügen über die Fähigkeit das Wetter zu beeinflussen. Ihr langer Hals ist die Leiter in den Himmel, um von dort den Regen zu holen. Diese Vorstellung gehört zur Glaubenswelt der Buschleute.

Der 'Female Hill' im Abendlicht. Für die Buschleute leben die Götter in den Höhen der Tsodilo Hügel.

‚Tsodilo’ oder auch ‚die Berge der Götter’, werden die vier Hügel ehrfurchtsvoll von den Einheimischen genannt.

Die Zeiten reicher Jagdbeute ist längst vorbei. Heute ist es meist Feuerholz, das sie von ihren ausgedehnten Streifzügen mitbringen.

'Gundai', der Chef des Buschmannclans: Die !Kung sind die letzten Nachfahren der Ureinwohner des südlichen Afrika. Ihre Freiheit als Jäger und Sammler haben sie gegen die Sesshaftigkeit getauscht.

Die Löwenzeichnung auf dem, nach ihr benannten 'Lion Trail'. Ein Reisender zu Mitte des vorigen Jahrhunderts verglich Tsodilo wegen seiner Felsbilder mit einem ‚mit Schätzen angefüllten Louvre der Wüste’.

Das 'Van der Post Panel' mit den wohl bekanntesten Felszeichnungen der Tsodilo Hills.

Manchmal verfolgen sie ihre Beute über Tage, warten bis das Gift ihrer Pfeile Wirkung zeigt. Niemals töten sie ohne Notwendigkeit. Jagd ist Ritual, eine mythische Handlung. Die Quelle allen Lebens ist die Erde. Sie gehört weder den Menschen noch den Tieren, sondern Menschen und Tiere gehören der Erde.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Spirituelle Kultstätte der San-Buschmänner mit Felsmalereien
UNESCO-Ernennung: 2001
Lage
Innerhalb des Okavangadeltas, Teil der Kalahari Wüste im Nordwesten von Botswana
Louvre der Wüste
ca. 4.500 Felsmalereien, verteilt auf vier Felsformationen
Ursprung
Felsmalereien existieren seit ca. 10.000 Jahre und wurden immerfort ergänzt
Kult
Die Tsodilo Felsen sind für die San-Buschmänner ein spiritueller Ort

Copyrightvermerk für Daten & Fakten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010


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