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Australien: Neuseeland Filmtext & Video

Tongariro

14:25 min | So, 8.3.2020 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

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Tongariro: Nationalpark Tongariro mit Kultstätten der Maori im Bergland von Tongariro, Neuseeland, Folge 304

SWR

Zum Nationalpark wurde Tongariro mit Kultstätten der Maori im Bergland von Tongariro erklärt. Der Park hat drei Vulkane, Tongariro, Ngauruhoe und den Ruapehu. Er ist immer noch aktiv und brach zuletzt am 23. September 1995 aus. Seit vor 200 Jahren die ersten Weißen in "Aotearoa", dem Land der langen, weißen Wolke¿, landeten, bedrohen Kahlschlag und Schafzucht den heiligen Berg. Für den Tuwharetoa Stamm ist Tongariro die Quelle ihrer Macht. Hier ruhen ihre Vorfahren und der Berg legitimiert ihren Anspruch auf dieses Land. Um zu verhindern, das ihr Land in private Hände fällt, machte Häuptling Tukino Te Heuheu 1887 den Berg zum Geschenk an die Regierung von Neuseeland - mit der Maßgabe ihn für alle Menschen zu schützen.

Filmtext

"Ich stehe, wo meine Füße fremder Erde betreten.

Ich stehen, wo sich ein neuer Himmel über mir wölbt.

Ich stehe auf dem Land, wo ich Ruhe finden werde.

Oh Götter dieser Erde!

Ein Fremder bietet Euch demütig sein Herz zum Mahl."

Der Vulkan Tongariro

Blick auf die Vulkane des Tongariro Nationalparks

Die Maori landeten in Neuseeland vor 1500 Jahren in riesigen Kanus. Ngatoroirangi landete mit seinem Gefolge auf der Mitte der Nordinsel des heutigen Neuseelands. Um Anspruch auf das Land um den Tongariro Berg zu erheben, musst Ngatoroirangi auf seiner Spitze ein Feuer entzünden. Von seiner weiblichen Sklavin Auruhoe begleitet machte er sich an den Aufstieg. Ein eisiger Südwind zog auf und die schneidende Kälte drohte sie zu töten. Ngatoroirangi rief seine Schwestern, Priesterinnen im entfernten Hawaiki, an: Oh Kuiwai, Oh Hangaroa! Der eisige Südwind trägt mich hinweg! Sendet Feuer um mich zu retten! Die Schwestern erhörten ihn und sendeten Feuer.

Das Feuer brach erst vor der Küste hervor, floss unter dem Meer weiter und brach dann zu Füßen von Ngatoroirangi aus. Um seinen Schwestern und dem Gott der Vulkane zu danken, opferte Ngatoroirangi Auruhoe und warf ihren Körper in den Vulkan, der auch heute noch ihren Namen trägt: Ngauruhoe.

Der Vulkan Tongariro

Heiliger Berg Tongariro

Der Tuwharetoa Stamm, der mit Ngatoriorangi landete, lebt auch heute noch um den Tongariro. Als vor 200 Jahren die ersten "Pakeha" - Weißen in "Aotearoa - dem Land der langen, weißen Wolke" landeten, bedrohten Kahlschlag und Schafzucht den heiligen Berg. Für die Tuwharetoa ist Tongariro die Quelle der "Mana" - ihrer Macht. Hier ruhen ihre Vorfahren und der Berg legitimiert ihren Anspruch auf das Land. Um zu verhindern, dass ihr Land in private Hände fällt, machte Häuptling Tukino Te Heuheu den Berg zum Geschenk an die Regierung von Neuseeland - mit der Maßgabe ihn für alle Menschen zu schützen. Tongariro, der heilige Berg, wurde so zum vierten Nationalpark der Welt.

Neuseeland liegt über dem Pazifik und der Indo-Australischen Platte. Beide tektonischen Platten reiben gegeneinander und erzeugen dabei so viel Hitze, dass die Erde zur Lava wird. Die Maori nutzen diese Hitze auch heute noch zum Kochen. (Nach zwei Stunden im Dampfkasten ist das Hühnchen gar und saftig). Doch wenn Gase und Hitze nicht durch Geysire und Vulkane entweichen können, kommt es zu Explosionen und Ausbrüchen. Die größte Explosion ereignete sich um 186 AD. Sie war so gewaltig, dass sie das Loch riss, das heute den Taupo See bildet. So viel Asche wurde in die Atmosphäre geschleudert, dass sich der Himmel verdunkelte und die blutrote Sonne von Historikern im alten China und Rom vermerkt wurde.

Am Samstag, den 23. September 1995 entlud sich der Druck unter dem Kratersee von Ruapehu im größten Ausbruch des letzten Jahrhunderts. Für Monate schleuderte der Berg Dampf, Asche und Gestein heraus. Die Landschaft östlich des Vulkans verödete zur Geröllwüste. Bimsstein findet man überall im Park. Das poröse Material ist so leicht, dass es auf Bächen und Seen treibt.

1880 fand man Wi Takerei, ein Hirte des ansässigen Maoristammes in seiner Hütte tot mit einem aufgerissenen Auge. Seine Leiche wurde beerdigt und die Hütte niedergebrannt. Die Maori glaubten die Hütte wurde vom Geist einer schönen, jungen Frau heimgesucht, die hier ihren Geliebten traf. Ihr Vater missbilligte die Verbindung, ermordete den jungen Mann und warf seine Leiche in den Fluss. Außer sich vor Schmerz folgte die junge Frau ihrer Liebe in den Tod.

Gebäude am Fuße des Tongariro

Hotel Chateau Tongariro

Um Tourismus im Park zu fördern, initiierte die Regierung von Neuseeland den Bau des Hotels Chateau Tongariro, das 1929 fertig gestellt wurde. Für viele Jahre war das Chateau ein "First Class Hotel". Während des 2. Weltkrieges, wurde es ein Psychiatrische Klinik mit eigenem Hausgeist "Charlie". Charlie war eine Patientin, die sich erhängte und seitdem im Hotel residiert. Nach dem Krieg war es ein Erholungsheim für heimkehrende Soldaten. Seit 1948 ist das Grand Chateau wieder Hotel.

Nicht viele haben das scheue Wappentier Neuseelands je in der Wildnis gesehen. Der Kiwi gehört zur gleichen Familie wie das Australische Emu und der Afrikanische Strauss. Das roden der Wälder und die Einführung von Katzen, Wiesel und Opussum drohen den fluglosen Kiwi auszurotten. Die Kiwieier, die im Tongariro Nationalpark gefunden werden, werden in einem Vogelpark zum Ausbrüten gebracht. Wenn die Vögel groß sind, werden sie wieder im Park ausgesetzt.

Eine Million Menschen besuchen jährlich Tongariro Nationalpark, der durch die außergewöhnliche Tat von Häuptling Tukino Te Heuheu und dem Tuwharetoa entstand. Sie hatten den Mut und die Weisheit ihren heiligen Berg zu schützen indem sie ihn verschenkten.

Buch und Regie: Werner Meyer

Filmmusik & Stab

Musik:

Schätze der Welt II - Vor- und Abspann:
Oliver Kraft

Te Hegenga-a-rangi
Taku Putorino
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith
Te Hegenga-a-rangi
Te Timatanga
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith
Te Hegenga-a-rangi
Hineruhi
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith
Lament
Maori Song
Te Hegenga-a-rangi
Taku Putorino
Melbourne, Nunns, Aroha Yates SmithTe Ku Te Wehe
Raukatauri
Melbourne, Nunn
Te Ku Te Wehe
Koau
Melbourne, Nunns
Maori Song
Te Hegenga-a-rangi
Taku Putorino
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith
Te Hegenga-a-rangi
Te Korero o Te Kohatu
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith
Te Ku Te Whe: Raukatauri
Melbourne, Nunns
McQuilkin, Steve
Alpine Emotions
Te Ku Te Wehe
Raukatauri
Melbourne, Nunns
Te Hegenga-a-rangi
Te Auraki a Tani
Melbourne, Nunns, Aroha Yates Smith



Buch und Regie: Werner Meyer
Kamera: Paul Ree

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