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Filmtext & Video

Filmtext

St. Petersburg. Fast alles, was man an dieser stolzen Stadt liebt, ist vom Schlossplatz aus zu sehen oder nahebei. Am Triumphbogen die Prachtstraßen. Am Horizont die Kuppel der Isaak-Kathedrale. Die spitze goldene Turmnadel der Admiralität. Der Engel auf dieser Säule hat das Gesicht Zar Alexanders I. Er feierte den Sieg über Napoleon mit dem Bau herrlicher Paläste, Theater und Kirchen.

1703, gut hundert Jahre vorher war die Stadt von Zar Peter dem Großen gegründet worden - als "Fenster zum Westen". Das Winterpalais war das Zentrum der Macht. Heute beherbergt dieses prachtvolle Schloss eine der größten Gemäldesammlungen der Welt . Die Eremitage.

Vom ursprünglich einfachen St. Petersburg ist heute kaum noch etwas zu sehen. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand eine großzügige Mischung aus barockem Überfluss, verspieltem Rokoko und im 19. Jahrhundert dann - wie in ganz Europa - aus gigantischem Klassizismus.

Was für Paris die Avenue des Champs Elysées ist oder für Berlin der Kurfürstendamm, das ist in St. Petersburg der Newskij-Prospekt. Für Nikolai Gogol war nichts schöner als diese Straße. "Ein geschäftiges Treiben", schreibt er, "herrscht auf der Straße. Sie füllt sich in zunehmendem Maße mit Menschen, die alle irgendwelche Verpflichtungen haben und von denen keiner auch nur einen Gedanken an den Newskij-Prospekt selbst verschwendet."

Hinter dieser Jugendstilfassade verbirgt sich ein Kleinod: Ob dieses Geschäft vielleicht doch der schönste Lebensmittelladen der Welt ist?

Das Russische Museum hinter dem Grand Hotel Europa. Und vorne immer mehr Verkehr und immer mehr Menschen und natürlich Touristen: Flohmärkte und Bildergalerien auf offener Straße versprechen Kurzweil und vielleicht ein Schnäppchen. Zum Ende zu wird der Newskij-Prospekt schmaler. Dafür gibt es links und rechts in den Seitenstraßen und an den Kanälen die schönsten Impressionen.

1881 wurde Zar Alexander II ermordet. Zum Andenken an diesen wirklich fortschrittlichen Monarchen wurde genau an der Stelle des Attentats die Erlöserkirche gebaut.

Der Newskij-Prospekt führt direkt auf die Admiralität. Von ihrem Turm aus hat man die schönsten Aussichten. Ganz St. Petersburg wirkt hier wie eine gewaltige Kulisse.

Alle Kunst könnte so im Freien spielen, hätte sie nicht ihre berühmten Theater: allen voran das Kirov-Theater, das heute wieder seinen alten Namen "Marijinskij-Theater" trägt.

Die Rossi-Straße. Sie ist 220 m lang, 22 m breit und die sie säumenden Gebäude sind 22 m hoch. In der Ballettschule - rechterhand - haben Nijinskij und Nurejew tanzen gelernt. Das ganze Ensemble mit dem Puschkin-Theater schuf der Architekt Carlo Rossi.

Die Stadt ist voller Worte, Bewegung und Musik: Puschkin hat hier gelebt und Dostojewskij. Tschaikowskijs Sinfonien, Opern und Ballette wurden hier uraufgeführt, das klassische Ballett wurde unter Diaghilew und später unter dem Namen "Kirov" weltberühmt. Der Sozialismus Leningrads hat das alles nicht zerstören können.

Peter der Große hatte die richtige Idee: Nur über ein "Fenster zum Westen" konnte sich das rückständige Russland die Kunst und Zivilisation der entwickelten Welt aneignen. In Amsterdam hatte der Zar als Zimmermann erfahren, was Modernität bedeutet. Deshalb sollte seine neue Stadt eine Hafenstadt sein, eine Stadt mit Kanälen und Brücken. Das Handwerk, das Leben und die Kultur anderer Welten sollten tief in seine Metropole eindringen können. Mit dem Reichtum der Stadt und der Schönheit der Kanäle entstand hier ein Venedig des Nordens.

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Europa: Russische Föderation

St. Petersburg

St. Petersburg

Schlossplatz mit Winterpalast

St. Petersburg: Eremitage

St. Petersburg: Statuen

St. Petersburg

St. Petersburg: Gebäude

St. Petersburg: Statue

Peterhof Springbrunnen

Handelshafen

St. Petersburg

St. Petersburg

In der Peter-und-Paul-Festung wurde gleichsam der Grundstein für St. Petersburg gelegt. Und die Kathedrale im Zentrum der Festung erinnert noch immer an die große Kraft der Religion und die Macht der Kirche. Berühmte Klöster, Kirchen und Kathedralen schmücken das Bild der Stadt. Smolnij, Alexander Newskij, Nikolaus oder Isaak - all das sind Namen schönster Kirchen und Klöster.

Die Isaak-Kathedrale entstand mit dem Eintritt Russlands zur Weltmacht - nachdem Zar Alexander I Napoleon besiegt hatte. Zur gleichen Zeit wurde übrigens der Schlossplatz umgestaltet und die Rossi-Straße mit dem Puschkin-Theater gebaut. Die Isaak-Kathedrale ist die prächtigste Kirche von St. Petersburg. Sie hat Platz für rund 14.000 Besucher. Marmor in allen Farben, Edel- und Halbedelsteine schmücken die Ikonostase, die Wände und Säulen. Nur schwer kann man sich der suggestiven Kraft der Farben, Bilder und Klänge entziehen.

Die Zaren, Kaiser und Könige des 18. Jahrhunderts liebten Pracht und Prunk. Die vielleicht romantischste Residenz der Zaren - wie eine goldene Schatulle mit eingearbeiteten Türkisen - war das Schloss Zarskoje Selo, das Zarendorf. Hier war das legendäre Bernsteinzimmer. So manches Mal trafen sich hier die Herrscher der Welt zu einer rauschenden Ballnacht. Der Wiener Walzer war international und Tschaikowskij hat gezeigt, dass St. Petersburg auch als Musikmetropole konkurrieren konnte.

Das Schloss "Peterhof" sollte durch Gärten und Wasserspiele eine Einheit von Natur und Zivilisation beschwören - und im Wettstreit mit Versailles bestehen. Bartolomeo Francesco Rastrelli, Architekt des türkis-goldenen Zarendorfs hat auch dieses Palais gebaut. Es gehört zu den Palästen der Eremitage. Das Treppenhaus für die Besucher der Kunstsammlungen war früher die Gesandtentreppe. Hier gingen die Botschafter hinauf, um ihre Beglaubigungsschreiben zu überreichen.

St. Petersburg ist eine große offene Metropole geworden. Mehr als 5 Millionen Menschen leben in dieser Stadt. Sie leben auch von der Bestimmung, die Peter der Große dieser Stadt zugedacht hat:

Offen für alle Werte der Zivilisation. Brücke zwischen der alten russischen Kultur und der Modernität des Westens. Wirtschaftszentrum mit dem günstigen Platz zwischen dem riesigen russischen Reich und der übrigen hochentwickelten Welt.

Einmal im Jahr, wenn die Tage während der "weißen Nächte" nicht enden wollen, spürt man besonders die magische Kraft dieses Ortes: Der Traum Peter des Großen ist Wirklichkeit geworden.

Buch und Regie: Martin-Jochen Schulz

Filmmusik & Stab

Musik:

Schätze der Welt I - Vor- und Abspann:
Büdi Siebert

Soundtrack:
Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 (4) Finale
Berliner Philharmoniker
Capriccio Italien opus 45
Berliner Philharmoniker
Schwanensee, opus 20 (5)
Berliner Philharmoniker
Nussknacker, Valse des fleurs (12)
Berliner Philharmoniker (Karajan)
Ich bete an die Macht der Liebe
Donkosaken Chor


Buch und Regie: Martin-Jochen Schulz
Kamera: Holger Schüppel

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