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Filmtext & Video

14:47 min | So, 28.7.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

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Split, Kroation, Folge 90

SWR

Nach der Abdankung im Jahre 305 verbrachte Diokletian, einer der Herrscher des östlichen römischen Imperiums, seinen Lebensabend nach 20-jähriger Regierungszeit in seiner adriatischen Heimatstadt Split, wo sich der Soldatenkaiser und Reichsreformer in nur 10-jähriger Bauzeit einen gewaltigen Palast auf 30.000 qm Fläche erstellen ließ. Schon im Mittelalter wussten Splits Einwohner die mächtige Anlage für sich zu nutzen: innerhalb der schützenden Palastmauern bauten sie die Altstadt. In der Folgezeit entstanden kuppelbedeckte Paläste im Stil der Spätgotik und des Barocks, der heutige Marktplatz befindet sich an der Porta Agentea, die erst 1946 freigelegt wurde.

Filmtext

Am Ende des dritten Jahrhunderts droht das römische Reich auseinander zu brechen - Kaiser werden ernannt und ermordet, - da übernimmt ein Soldat aus Illyrien die Macht: Diokletian. Er wird 20 Jahre mit orientalischem Prunk herrschen und sich als Gott verehren lassen. Dann legt er den Purpur ab und zieht sich in den Palast zurück, den er an der heimatlichen Adriaküste bauen ließ: Spalatum.

Split heißt die Stadt, die in den Mauern dieses Palastes entstand.

Das Peristyl, die offene Säulenhalle im Kaiserpalast. Hier versammelten sich Bewohner und Besucher, um Diokletian zu huldigen, wenn er im Portal unter dem Säulengiebel erschien. Auch als der Kaiser abgedankt hatte, ließ er sich als Gott verehren. Heute unter dem Huldigungsgiebel: Kapellen für einen anderen Gott. Diokletian ließ seinen Ruhesitz direkt am Meer bauen, so konnte sich Split zu einer wichtigen Hafenstadt entwickeln. Täglich landet die Fischereiflotte im Morgengrauen Meeresfrüchte aus der Adria an.

Die Nordfassade des Palastes - eine Festungswand. Die Prunkbögen sind zugemauert. Flüchtlinge hatten im Mittelalter in den Wehrmauern Unterschlupf gesucht, - Leben in Ruinen. In den Nischen über dem Portal hatte der Kaiser sein Werk verewigen wollen, die Statuen sind gestürzt, auch die Nische des römischen Staatsgotts Jupiter ist leer. Im schmalen Gang über dem Tor wurde die Zugbrücke betätigt. Die späteren Bewohner vertrauten auf anderen Schutz. Sie bauten hier eine Kapelle. Der Alterssitz des kaiserlichen Pensionärs: 300 000 Quadratmeter groß - groß genug für eine ganze Stadt.

Das mittelalterliche Split hat das Gesicht des Diokletianspalastes völlig verändert. Flüchtlinge benötigen keine Repräsentationshallen, sie brauchen ein Dach über dem Kopf, - die Wände der kaiserlichen Wohnung werden durchbrochen, in Empfangssälen wachsen Häuser, die Gassen krümmen sich, die Stadt wuchert scheinbar planlos und findet doch immer Auswege. Ein lebendiger Organismus statt symmetrischer Organisation, zusammengehalten und begrenzt durch die alten Palastmauern. Noch immer zeichnet sich der quadratische Grundriss des Kaiserbaus im Häusermeer ab.

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Split - Die Stadt im Palast

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Split: ein lebendiger Organismus statt symetrischer Organisation, zusammengehalten und begrenzt durch die alten Palastmauern. Noch immer zeichnet sich der quadratische Grundriss des Kaiserbaus im Häusermeer ab.

Split: ein lebendiger Organismus statt symetrischer Organisation, zusammengehalten und begrenzt durch die alten Palastmauern. Noch immer zeichnet sich der quadratische Grundriss des Kaiserbaus im Häusermeer ab.

Die Nordfassade des Palastes - eine Festungswand. Die Prunkbögen sind zugemauert. Flüchtlinge hatten im Mittelalter in den Wehrmauern Unterschlupf gesucht, - Leben in Ruinen.

Ende des 3. Jahrhunderts: Diokletan, baute einen Palast: Spalatum. Split heißt die Stadt, die in den Mauern dieses Palastes entstand.

Das mittelalterliche Split hat das Gesicht des Diokletianspalastes völlig verändert. Häuser und Gassen entstanden innerhalb der riesigen Palastanlage.

Split - entstanden aus dem Palast des Diokletian

Der Kleine Tempel wurde später als Taufkapelle benutzt. Den Masken der römischen Glaubenswelt hält ein Herrscher des frühen Mittelalters das Kreuz entgegen - ein kroatischer König, der sich und seine Untertanen dem christlichen Glauben unterwirft.

Von 24 Granitsäulen umstanden: ein alles überragender achteckiger Tempel - das Mausoleum. Seit dem 7. Jahrhundert ist das Mausoleum kein heidnisches Grabmal mehr, sondern eine christliche Kathedrale.

Split - beliebtes Ziel für Kreuzschiffe.

Spalatum war der Alterssitz des Herrschers Diokletian.

Nordfassade des Palastes - zu späterer Zeit wurde hier eine kleine Kapelle errichtet.

Diokletian hatte über das Leben hinaus geplant - der Palast sollte auch sein Totenhaus sein. Neben dem Eingang zu seinen Gemächern ließ er sich sein Grabmal errichten. Von 24 Granitsäulen umstanden: ein alles überragender achteckiger Tempel - das Mausoleum. Seit dem 7. Jahrhundert ist das Mausoleum kein heidnisches Grabmal mehr, die Löwen bewachen die Kathedrale der Stadt, es sind christliche Löwen. Die Religion, die der Kaiser verfolgte, hatte gesiegt. Wenn auch die christlichen Sieger dem Hausherrn das Bleiberecht verwehrten, das Mausoleum Diokletians hat unversehrt die Zeit überdauert, seit siebzehnhundert Jahren.

Die Kathedrale blieb dem Totenkult geweiht. Ironie des Schicksals. Märtyrer seiner Christenverfolgungen zogen in Diokletians Totenhaus ein. In diesem zeitlosen Raum können alle Epochen nebeneinander bestehen. Die romanische Madonna blickt lächelnd auf eine gotische Kanzel. Unter der früher goldbelegten Kuppel scheinen alle Gegensätze aufgehoben, selbst der römische Fries mit heidnischen Todessymbolen wurde vom Christentum übernommen. Nur das Bildnis des Kaisers wurde im Fries gelöscht, - und sein Porphyrsarkophag zerschlagen. Mittag in Split, Sommerhitze über dem Kaiserpalast. Nur in der Wandelhalle des Kaisers weht eine Brise vom Meer. Die Sphinx wahrt das Geheimnis vergangenen Lebens im Kaiserpalast. Klar gegliedert und doch ein Labyrinth: Die Gewölbe - das fensterlose Erdgeschoß. Es diente nur dazu, die Zimmerfluchten des Kaisers zu stützen. Aus seinem Bauplan kann man die Ordnung der verlorenen Räume ablesen.

Jahrhunderte lang waren die Gewölbe verschlossen, sie wurden als Müllgrube benutzt. Als man sie nach dem zweiten Weltkrieg freilegte, waren Abfall und Schutt bis unter die Decke gehäuft.

An der Oberwelt das letzte Zeugnis spätrömischer Baukunst: der völlig erhaltene Kleine Tempel wurde später als Taufkapelle benutzt. Den Masken der römischen Glaubenswelt hält ein Herrscher des frühen Mittelalters das Kreuz entgegen - ein kroatischer König, der sich und seine Untertanen dem christlichen Glauben unterwirft. 10 Jahre lang wurde an Diokletians Palast gebaut, 10 Jahre hat der Kaiser in ihm gelebt, im Jahre 316 soll er gestorben sein, seitdem wird sein Haus umgebaut.

Buch und Regie: Christian Romanowski

Filmmusik & Stab

Siebert, Büdi
Schätze der Welt I
Hindemith, Paul
Trauermusik: Lachrymae, op.48a
Kaschkaschian, Kim
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Adams, John
Shaker loops für 7 Streichinstrumente
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Harmonielehre
Rossini, Gioacchino
Der Heiratswechsel: Ouvertüre
Berlioz, Hector
La mort de Cleopatre
Lucacic
Sacrae cantiones, Nr. 2
Strawinsky, Igor
Le sacre du printemps
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Der Feuervogel
Saint Saens, Camille
Orgelsymphonie
Berlioz, Hector
Symphonie funebre et triomphale
Bartok, Béla
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug..

Buch und Regie: Christian Romanowski
Kamera: Holger Schüppel

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